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17. August 2007, 16:19 Uhr

Service-Wunder Lautsprecher

Vor einiger Zeit berichtete stern.de-Autor Scheibe an dieser Stelle von seinem defekten 7.1-Lautsprechersystem, das mitten im schönsten DVD-Film seinen Geist aufgab. Die Service-Geschichte ging allerdings noch ein Stück weiter. Davon soll nun auch erzählt werden.

 

© Carsten Scheibe

Vor etwa einem Monat habe ich an dieser Stelle davon berichtet: Mein Creative GigaWorks S750 gab mitten im schönsten Film plötzlich den Geist auf und verweigerte jegliche Tonwiedergabe. Zum Glück unterhält Creative im Internet eine eigene Fehlerdatenbank. Hier fand ich den Tipp, dass es im Subwoofer hinter dem Stecker eine kleine Sicherung gibt, die ab und zu einmal durchschmurgeln kann, um das ganze System zu schützen. Ich fischte sie heraus und siehe da, sie war durchgebrannt. Ich freute mich über diese einfache Schadensanalyse, denn ich hatte absolut keine Lust darauf, meine ganze Soundanlage wieder abzubauen, um das alles in einer Garantiefall-Kiste an Creative zu versenden.

Falsche Sicherungen

Ich muss allerdings auch gestehen, dass ich selbst etwas geschlampt habe. Die durchgebrannte Sicherung lag bestimmt gut und gerne drei Wochen lang auf meinem Schreibtisch herum. Ich fand einfach nicht die Zeit, um in ein Autogeschäft zu fahren. Denn ich wusste ja, dass es im Auto vergleichbare Sicherungen gibt. Auf dem Golfplatz lernte ich dann aber bei einem Gespräch zwischen Loch 3 und 4, dass das völliger Blödsinn sei. Ich müsse in ein Fernsehgeschäft gehen und die Sicherung hier kaufen. Die Autosicherungen seien nicht kompatibel. Als meine Frau dann letztens in die Nähe unseres Falkenseer TV-Geschäfts fahren musste, habe ich ihr einfach die Sicherung mitgegeben und sie darum gebeten, mir doch zwei neue mitzubringen.

Als sie dann endlich da waren, habe ich eine davon rasch in den Subwoofer eingebaut und den Einschaltknopf umgelegt. Endlich leuchtete es wieder, das grüne Lämpchen. Ich zog meine Ersatzboxen aus dem Rechner, sodass alles wieder vorbereitet war für den satten 7.1-Sound, der Action-DVDs erst so erklingen lässt, wie das die HiFi-Götter geplant haben. Voller Erwartung schaltete ich die Lautsprecher mit einem kleinen Creative-Tischgerät frei, das als Steuerung diente. Thumb! Mit einem kleinen satten Sound krachte die neue Sicherung sofort durch und das grüne Lämpchen erlosch gleich wieder. Ich bin von meinen Wurzeln her Wissenschaftler. Also semmelte ich auch noch die zweite neue Sicherung in den Subwoofer, um dabei zuzusehen, wie auch sie schnellstens verglühte.

Mist. Jetzt hatte mir die schöne Online-Hilfe im Nachhinein doch nix genutzt. Denn anscheinend war die Ursache für das Durchbrennen der Sicherung weiterhin vorhanden. Es blieb mir also nix anderes übrig, als das Gerät in Reparatur zu geben. Ich sah mich schon unter meinen Schreibtisch kriechen, um die Kabel von acht Lautsprechern aufzurollen. Dabei hatte es doch damals sooooo lange gedauert, bis das ganze System endlich fertig installiert war.

Mails ins Leere

Ich besuchte die Creative-Seite noch einmal. Hier fand ich ein Online-Formular, über das ich Kontakt aufnehmen sollte mit den Reparateuren der Firma. Bei solchen Formularen bin ich eigentlich immer skeptisch, da die meisten meiner eingetragenen Mails nie beantwortet wurden. Die Online-Site trug mir auf, die Geräteseriennummer und noch ein paar andere Daten anzugeben, die gar nicht so leicht zusammenzutragen waren. Ich schaffte es aber irgendwann, schilderte genau mein Problem und schickte die Mail ab.

Nagelneues Boxensystem

Sofort kam eine Antwort, aber nur das Übliche. Man habe meine Mail empfangen, blabla, und würde sie schnell bearbeiten, blabla. Aus schlechten Erfahrungen klug geworden, rechnete ich innerlich damit, nun ein paar Wochen warten zu müssen. Doch schon am nächsten Tag war eine persönliche Mail da. Ich solle die anscheinend defekte Tischsteuerung per Post an eine Berliner Adresse senden und dann gleich anschließend per Mail eine Trackingnummer für das Paket übermitteln. Ich tat wie geheißen. Zwei Tage später klingelte es auch schon an der Tür. Statt einer reparierten Tischsteuerung bekam ich ein nagelneues Boxensystem. Das habe ich natürlich sofort angeschlossen - es funktioniert tadellos. Während ich diese Zeilen schreibe, kann ich bereits im Fenster die erste blutrünstige Staffel der TV-Serie "ROM" am Computer sehen - im vollen Dolby-Digital-Sound. Wunderbar.

Warum ich das alles erzähle? Weil alle, ich eingeschlossen, immer darüber lästern, wie miserabel der deutsche Service ist. Hier habe ich nun am eigenen Leib einmal das Gegenteil erlebt. Da denke ich, dass man dies ebenfalls einmal kundtun sollte. Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
Holo (17.08.2007, 23:16 Uhr)
Zustimmung
Ich bin mir nicht sicher ob der Kommentar von kaksonen Sarkastisch gemeint war oder nicht, finde ihn aber unangemessen.
Ich kann dem Artikel nur zustimmen, ohne Werbung machen zu wollen, der Creative Support hat sich immer als hilfreich erwiesen. Der austausch von defekter Hardware wurde immer Kulant und angemessen schnell durchgeführt.
Ich der "Servicewüste Deutschland" gibt es doch so einige Perlen mit gutem Service, meiner Meinung nach ist Creative eine davon.
Leider fehlt eine gute Übersicht, z.B. eine Webseite welche den Service von Unternehmen ständig bewertet, jedenfalls kenne ich keine.
Um gleich dem Argument vorzugreifen "wenn du so oft mit ihrem Support zu tun hast, sind die Produkte wohl anfällig". Ich bin Techniker und ich werde nur gerufen wenn etwas defekt ist.
kaksonen (17.08.2007, 20:59 Uhr)
"Carsten Scheibe"
Ich glaube, wenn auf der eMail an Creative als Absender "Carsten Scheibe" stand, braucht man sich über den Service nicht zu wundern!
Scheibes Kolumne

Seit 1990 lebe ich als freiberuflicher Journalist vom Schreiben. Das war schon immer ein Traum. Kurios: Als Diplom-Biologe mit Kernfach Bakteriengenetik hat es mich in den PC-Journalismus getrieben.

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