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22. Mai 2009, 17:03 Uhr

Digitales Golfen

stern.de-Kolumnist Scheibe spielt gern Golf. Als PC-Freak ist es natürlich ein Muss, digitale Technik auch auf dem Golfplatz einzuführen. Die verschiedensten Gadgets und Programme helfen dabei, das eigene Spiel noch einmal zu verbessern. Und wenn es um ganz normale Golf-Artikel geht, dann müssen die wenigstens online eingekauft werden.

 
Carsten Scheibe, Kolumne, Golf

© Carsten Scheibe

So eine Golfbahn in natura, die hat schon einmal ihre 500 Meter. Die große Schwierigkeit für einen Golfer ist es, den passenden Schläger für den nächsten Schlag zu finden. Wer noch etwa 80 Meter vom Grün entfernt ist, greift vielleicht am ehesten zu einem Pitching Wedge. Verschiedene Markierungen auf dem Platz zeigen bereits Entfernungen zum Grün wie 50 oder 100 Meter an. Noch einfacher geht einem aber die erste Orientierung von der Hand, wenn man einen GPS-Caddie mit dabei hat, etwa den iGolf Neo für ca. 250 Euro. Das wetterfest eingeschweißte Gerät für die Hosentasche wird vor der Runde mit den Daten des Golfclubs gefüttert, in dem der Spieler gerne abschlagen möchte. Dank dieser Übermittlung weiß das Gerät, wo die Golfbahnen entlangführen und kann jederzeit dank einer GPS-Verortung anzeigen, wie viele Meter es gerade exakt bis zum Anfang, zur Mitte und zum Ende des Grüns sind. Die Genauigkeit beträgt 1 bis 3 Meter, der Akku hält 14 Stunden. Wer Angst hat, dass sein eigener Golfclub nicht mit im Portfolio aufzuspüren ist: Alleine für das Golf-arme Brandenburg sind über zwei Dutzend Plätze verfügbar, darunter viele 9-Loch-Plätze.

Was ist erlaubt, was nicht?

Deutlich preiswerter und für jeden Golfer ein Muss sind die digitalen Golfregeln. Die "Golfregeln kompakt" sind ein kleines Büchlein fürs Golfbag, das alle aktuellen Golfregeln listet - und zwar immer passend zur jeweiligen Situation am Abschlag, im Bunker, auf dem Fairway oder auf dem Grün. Für alle Computerfreaks gibt es mit den iGolfrules nun eine Alternative zum gedruckten Buch. Die Apple-Applikation für das iPhone und für den iPod Touch übernimmt das ganze Werk direkt über das Internet in das Smartphone - und ist so auf allen Wegen immer mit dabei. Wer etwa nach einem Schlag ins Biotop wissen möchte, wie nun weiter zu verfahren ist, zückt einfach das iPhone und kann alle Texte zusammen mit den zahllosen Schautafeln direkt auf dem Display lesen. Da die iPhone-Version mit 7,99 Euro auch noch deutlich preiswerter ist als die gedruckte Version, ist klar, welcher Fassung ich den Vorzug gebe.

Chip, Chip, hurra!

Zwar ganz analog, dafür aber nur online im Internet zu bestellen ist das Chip-Set Vegas Golf, das in meinem Golfclub zunehmend Kultstatus erlangt. Bei dem Spiel handelt es sich um ein Stoffsäckchen mit sieben Pokerchips, die allerdings einen besonderen Aufdruck aufweisen. Starten vier Spieler zu einer Golfrunde, legen sie vorher fest, dass ein Chip zum Beispiel 5 Euro wert ist. Dann wird gespielt. Der erste Golfer, der einen Bunker trifft, bekommt den Bunker-Chip. Weitere Chips gibt es für einen getroffenen Baum, für einen im Wasser versenkten Ball, für 3 Putts auf dem Grün oder für 8 Schläge (oder mehr) auf einer Bahn. Die Chips wechseln während 18 Löchern immer wieder den Besitzer, was bei den Spielern für viel Spaß, Gehässigkeit und Schadenfreude sorgt. Gegen einen Baum geschlagen und dann ins Aus? Nun, das gibt dann gleich zwei Chips, einen für den Baum und einen für einen verlorenen Ball. Im Clubrestaurant wird dann abgerechnet. Wer einen "bösen" Chip hat, zahlt 5 Euro, wer einen "guten" hat (Birdie oder 1-Putt), der darf sich 5 Euro nehmen. Vom restlichen Geld werden die Getränke bezahlt.

Shoppen - aber wo?

Bei den Golf-Bällen ist es so, dass Anfänger wie ich viel zu viele Bälle verlieren. Meist landen sie im Wasser. Taucher holen sie einmal im Jahr aus den Seen und Flüsschen und verkaufen sie dann als Lakeballs. Dann kosten sie nur noch ein paar Cents und nicht mehr zwei oder drei Euro das Stück. Ich kaufe gern bei Reballs.de ein. Hier bekomme ich die Lakeballs nach Herstellerfirmen sortiert. Mein Trick: Ich kaufe nur Bälle der Marke Nike Juice. Die haben eine grüne Aufschrift, was sehr selten ist. So erkenne ich meine Bälle auf dem Platz sofort wieder und werde nicht der Gefahr ausgesetzt, nicht zu wissen, welcher von zwei Bällen auf dem Grün der meine ist. In allerbester Qualität kosten 25 Bälle 20 Euro. Dürfen die Bälle schon etwas verschrammelt sein, kosten 25 Stück 13 Euro. Neue Schläger, Bags, Tees, Handschuhe und andere Bedarfsartikel hole ich mir bei Sport Spirit. Hier gibt es auch die Shaft Skinz. Das sind coole Folien mit fetzigen Feuer- oder Schlangenmustern, die sich über den Schaft eines vorher langweilig aussehenden Golfschlägers ziehen lassen und die sich bei der Behandlung mit einem Heißluftfön zusammenziehen und dabei sofort eng an den Schaft schmiegen.

Abschlagen im Wohnzimmer

Doch zurück zur digitalen Technik. Zuhause bauen sich viele Golfer einen kleinen Übungsplatz in den Garten - mit Fangnetz für den Ball, damit er nicht im Fenster der Nachbarn landet. Ich mache das lieber "indoor", dann leidet auch der Rasen nicht so sehr. Ich habe gerade ein neues Set namens "Golf Launchpad" bekommen. Es kostet im Handel 279 Euro.

Dabei handelt es sich um einen Abschlagplatz mit grünem Filzrasen, auf dem ein Golfball abgelegt wird. Diese Anlage lässt sich über USB mit dem PC oder dem Mac verbinden und korrespondiert hier mit dem beiliegenden Golfsspiel "Tiger Woods PGA Tour" von EA Sports. Der Coup ist, dass ich im eigenen Haus mit meinen eigenen Schlägern spielen kann. Das bedeutet, dass ich vor dem PC-Bildschirm alles beiseite schaffen muss, was den Schwung stört - Stuhl, Mülleimer, Kisten, Krempel. Dann kann ich aber auf allen digitalen Plätzen der Software mit meinem eigenen Driver, Fairway-Holz oder Putter schlagen - cool. Da der Golfball an einer Kordel hängt, landet er sofort in einem Fangnetz am Rand des Abschlagplatzes und kann keinen Flurschaden im Büro anrichten. Die Elektronik des Geräts misst aber meine Wucht und findet heraus, wie gut der Ball getroffen wurde. Entsprechend fliegt auch der digitale Ball im Spiel weit geradeaus oder aber mit einem Slice nach rechts in einen Tümpel hinein. So macht das Üben doch gleich viel mehr Spaß.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Mehr von Carsten Scheibe In seiner Freizeit geht Carsten Scheibe golfen - und arbeitet daran, dass der Golfball auf der selben Bahn ankommt, von der er abschlägt. Wenn's mit dem Spielen nicht so gut klappt, schreibt er lieber - für das eigene, kostenfrei in den Golf-Clubs ausliegende Magazin "Mein Golf-Heft". Das gibt's mit allen Artikeln auch im Internet. Natürlich ist der PC auch hier ein Thema.

 
 
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Chip EA Sports Golfbahn Mus Pitching Wedge Schaft Spaß
Scheibes Kolumne

Seit 1990 lebe ich als freiberuflicher Journalist vom Schreiben. Das war schon immer ein Traum. Kurios: Als Diplom-Biologe mit Kernfach Bakteriengenetik hat es mich in den PC-Journalismus getrieben.

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