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21. Mai 2010, 17:30 Uhr

Wochenend-Pläne

stern.de-Kolumnist Carsten Scheibe freut sich auf ein langes Pfingst-Wochenende. Nach endlosen Wochen voller exzessiver Arbeit muss jetzt endlich mal wieder das reine, ungetrübte Vergnügen zelebriert werden. Drei elektroniklastige Pläne hat Scheibe bereits geschmiedet.

 
Carsten Scheibe, iPhone, Digital, Software, Hardware, Ebay

Geocaching - moderne Schatzsuche© Norbert Försterling/DPA

Die letzten Wochen waren der Horror. Projekte vom frühen Morgen bis in die späte Nacht. Keine Zeit für Golf, keine Zeit zum Rasenmähen, keine Zeit für den Schlimmen Hund, der neben meinem Schreibtisch sitzt und hemmungslos stinkt, weil er wieder mal in den Moorgraben hinter unserem Garten gesprungen ist. Mich stört das nicht, denn während der Freitag sich dem Ende zuneigt, überlege ich bereits, was ich am Wochenende tue.

1. Geocaching mit dem iPhone

Seit einigen Jahren bin ich ein begeisterter, wenn auch temporärer Geocacher. Die wenigsten Menschen wissen, dass überall auf der Welt zahllose kleine Schätze versteckt sind. Dabei handelt es sich um wasserdichte Tupperdosen, die in alten hohlen Bäumen, vergraben im Erdreich oder unter unterspülten Wurzeln verborgen sind. Der normale Spaziergänger geht einfach an diesen "Caches" vorbei. Echte Schatzsucher aber wissen, wonach sie Ausschau halten müssen. Sie haben die Koordinaten.

Ich habe meine ersten Caches noch mit einem simplen Palm-PDA gesucht, der an eine externe GPS-Maus angeschlossen war. Die Koordinaten der Caches besorgte ich mir vorher im Internet und überspielte sie in einem speziellen Textformat in das mobile Gerät. Das klingt kompliziert, und das war auch so. Trotzdem war es ein großer Spaß, in meiner Heimatstadt Falkensee mit dem PDA in der ausgestreckten Hand durch die Straßen zu brettern, um zu versuchen, nahe genug an einen verborgenen Schatz heranzukommen.

Heute ist das einfacher. Das iPhone (und viele andere Smartphones) haben einen starken GPS-Empfänger eingebaut. Mit der passenden App wie "Geocaching" für das iPhone reicht ein simpler Tastendruck aus und schon kann ich alle Schätze in der direkten Umgebung in einer Liste einsehen. Mit der Kompassnadel und einer Entfernungsangabe kann ich dann problemlos vom aktuellen Standort zum Schatz navigieren. Ich sehe schon in der Übersicht der nächstgelegenen Caches, dass sich in meinem Ort so einiges getan hat. Mit dem Hund an der Leine werde ich einzelne Verstecke mal abklappern. In jedem Tupper-Schatz steckt übrigens ein Notizbuch. Hier trägt sich jeder ein, der einen Schatz gefunden hat. Darauf freue ich mich schon.

2. Ferngucken am PC

So viele Sendungen habe ich in der letzten Zeit im Fernsehen verpasst. Da ist Nachholbedarf vorhanden. Natürlich hatte ich weder Zeit noch Lust, den Festplattenrekorder zu programmieren. Aber wozu auch? Inzwischen ist doch das Internet der größte Videorekorder. Und zwar einer, den ich anzapfen kann.

Ich schau mir die letzte Folge von "Die perfekte Minute" im Sat1-Web an, gucke auf Vox Now die mir fehlenden Folgen von "Goodbye Deutschland" und "Ab ins Beet" und bin Stammgast bei Maxdome, um mir neue Episoden von "The Mentalist" und "Danni Lowinski" anzusehen. Bei Maxdome muss ich zwar ein bisschen Geld für meinen Sehspaß berappen, aber das ist es mir wert. Dafür gucke ich die Folgen eben dann, wann ich es will - und die Werbung fällt auch flach.

Meine neueste Entdeckung ist die Gratis-Videothek von DMAX. Hier gibt es vollständige Folgen von echt coolen Dokuserien. Knapp zwei Dutzend Episoden von "Ausgesetzt in der Wildnis" habe ich hier bereits beim nächtlichen Arbeiten geguckt. Der englische Survival-Experte Bear Grylls lässt sich in jeder Folge irgendwo in der Wildnis aussetzen. Nur mit einem Messer, einem Feuerstein und Selbstgebasteltem kämpft er sich dann in wenigen Tagen in die Zivilisation zurück. Egal, ob Bear im Dschungel, in der Steppe oder in den Bergen unterwegs ist: Man kann sich immer sicher sein, dass er nackt ebenso reißende wie eiskalte Flüsse durchquert, lebenden Schlangen den Kopf abbeißt und einen riesigen Hirsch- oder Schafskadaver findet, der noch ausreichend intakte Darmschlingen bereitstellt, um daraus prima Seile zu machen. Auch "Fish'n'Fun", "Angebissen" und "Der gefährlichste Job Alaskas" guck ich gern. Schade, dass ausgerechnet Pokern bei DMAX nicht zu finden ist.

3. Spielen am iPad

Das iPad liegt seit Tagen unangerührt in meinem Büro. Ich nutze es noch nicht so intensiv, wie ich das vorhatte, weil meine am iPhone eingesetzten Info-Apps alle noch nicht in der neuen HD-Auflösung vorliegen. Aber jetzt habe ich ja Zeit. Einige besondere Spiele habe ich mir bereits in der HD-Auflösung geholt, darunter "Pflanzen gegen Zombies", "Pinball HD", "Avatar", "BioDefence", "Dungeon Master" und "FlickFishingHD". Ich freu mich auf die Gelegenheit, mich auf das Sofa zu packen und einfach einmal sinnlos ein paar Stunden zu verdaddeln.

Das einfache Handling des iPads, der große Bildschirm und die satten Farben prädestinieren das Gerät zum Spielen. Mal schauen, ob ich das Gerät lange genug gegen den Nachwuchs verteidigen kann. Ansonsten geh ich eben wieder arbeiten.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Mehr von Carsten Scheibe Carsten Scheibe betreibt die Pressebüro Typemania GmbH (www.itpressearbeit.de) und kümmert sich täglich für 650+ Firmen um die Pressearbeit aus den Bereichen Computer, Internet, Golf & Buch. Niedrige Preise, eine packende Schreibe, solide Erfolge: Öffentlichkeitsarbeit kann richtig Spaß machen, wenn man sie nicht so verkrampft betreibt.

 
 
Scheibes Kolumne

Seit 1990 lebe ich als freiberuflicher Journalist vom Schreiben. Das war schon immer ein Traum. Kurios: Als Diplom-Biologe mit Kernfach Bakteriengenetik hat es mich in den PC-Journalismus getrieben.

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