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11. Mai 2011, 19:12 Uhr

So heben Sie Ihr Geld sicher ab

Schutz gegen EC-Kartenbetrug

"Skimming" - der neue Schrecken für Deutschlands Bankkunden. Der Betrug am EC-Automaten nimmt sprunghaft zu. Wie Sie Fallen erkennen und sicher an Ihr Geld kommen.

Die Tricks der Geldkarten-Betrüger werden immer raffinierter. Mit aufgesetzten Lesegeräten werden die Kartendaten gestohlen, mit Kameras in Rauchmeldern oder aufgesetzten Tastaturen wird die passende Geheimzahl ermittelt. Wie kann man sich gegen die Datenspionage schützen? Auf was muss man achten? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert der EC-Kartenbetrug?

"Skimming" nennt sich das heimliche Ausspähen von Daten am Geldautomaten. Dabei werden die Daten mit speziellen Lesegeräten vom Magnetstreifen der Karte ausgelesen und auf gefälschte Karten kopiert. Um Geld abzuheben, benötigen die Diebesbanden zusätzlich noch die passende PIN, die Geheimzahl. Diese werden meist mit Kameras oder täuschend echt aussehenden Tastaturaufsätzen ausgespäht.

Wie verhalte ich mich am besten am Geldautomaten?

Möglichst immer den gleichen Geldautomaten benutzen. Dann fallen auch ungewöhnliche Veränderungen im Umfeld des Geldautomaten auf. Etwa ein Rauchmelder oder ein Prospekthalter, der sonst nicht da war. Kontrollieren Sie den Geldautomaten vor Benutzung auf Auffälligkeiten am Kartenschlitz oder am Tastaturfeld. Wenn Sie Geld abheben, sollten Sie darauf achten, dass niemand Ihre Geheimzahl sieht. Das Eingabefeld sollte immer mit der Hand oder der Geldbörse abgedeckt werden.

Woran erkenne ich einen manipulierten Kartenschlitz?

Untersuchen Sie vor Benutzung des Automaten den Kartenschlitz: Sollten Risse oder Klebstoffreste zu sehen sein, könnte es sich um Indizien einer Manipulation handeln. Auch Fahrkartenautomaten oder Türöffner können manipuliert sein. Tipp: Am besten zwei unterschiedliche Karten für das Lesegerät am Eingang und den Bankautomaten verwenden.

Worauf muss ich beim Tastaturfeld achten?

Häufig legen die Täter eine manipulierte Tastatur wie eine zweite Haut über das Original. Die falsche Tastatur speichert die Ziffernfolge der PIN, ohne dass eine Kamera benötigt wird. Ein echtes Tastenfeld ist meist in den Geldautomaten eingelassen. Sollte die tastatur etwas abstehen, könnte sie aufgesetzt sein.

Was muss ich beim Kauf im Internet berücksichtigen?

Bei Käufen im Internet erkennen Sie seriöse Händler immer an einem vollständig ausgefüllten Impressum und klaren Geschäftsbedingungen. Kreditkarten-Nummern sollten zudem nur bei einer sicheren Internetverbindung eingegeben werden, die über die Zeichenfolge "https://" in der Adresszeile und ein kleines Schloss-Symbol zu erkennen ist. Sicherer ist es, wenn bei Zahlung neben Kartennummer und Ablaufdatum zusätzlich die dreistellige Prüfnummer auf der Kartenrückseite verlangt wird. Mit Kreditkarte sollte am besten nur vom eigenen Computer zu Hause bezahlt werden.

Was muss ich als Opfer eines EC-Kartenbetrugs tun?

Um sicherzugehen, dass sich niemand Zugriff auf Ihr Konto verschafft hat, sollten Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge überprüfen. Unbekannte Abbuchungen sofort der Bank und gegebenenfalls auch der Polizei melden und die Karte sperren lassen. Während der Geschäftszeiten sollten Sie unverzüglich die ausgebende Bank oder Sparkasse anrufen. Rund um die Uhr sind die kostenpflichtige zentrale Sperrnummer 01805-021021 oder die gebührenfreie Nummer 116116 zu erreichen. Bei Kreditkarten ist der jeweilige Anbieter zuständig, also etwa MasterCard oder Visa. Ein Diebstahl sollte zudem bei der Polizei angezeigt werden.

Wer haftet für mögliche Schäden?

Haben Sie die Karte rechtzeitig gesperrt, haftet das ausgebende Institut für mögliche Abbuchungen - mitsamt eventuell anfallender Überziehungszinsen. Auch wenn der Kartendieb mit der Karte auf Großeinkauf geht, muss die Bank den Verlust ausgleichen. Wer die Karte nicht sofort sperren lässt, obwohl ihm der Verlust aufgefallen ist, könnte am Schaden beteiligt werden. Für den Schaden auf seinem Konto muss auch aufkommen, wer sich grob fahrlässig verhalten hat - zum Beispiel, indem er seine Geheimzahl auf der EC- oder Kreditkarte notiert oder sie am gleichen Ort wie die Karte deponiert hatte. Auch wer die Karte im Mantel an der Garderobe lässt, handelt grob fahrlässig.

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