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6. Oktober 2009, 22:15 Uhr

Gratiskultur lässt Virenschützer kalt

Trotz kostenfreier Antivirenprogramme erweist sich der Markt für Sicherheitssoftware als robust. Auch durch Microsofts neue Gratissoftware für Privatnutzer sehen Rivalen kaum Konsequenzen für kommerzielle Produkte. Von Martin Ottomeier

Symantec, Kaspersky,McAfee, AVG, Computerviren, Viren, Trojaner

Die komerziellen Anbieter sehen sich von kostenlosem Virenschutz kaum bedroht© FTD.de

"Kostenlose Antivirenprogramme gibt es schon länger, daher erwarten wir auch durch Microsofts Security Essentials keine Auswirkungen auf unser Geschäft", sagte eine Sprecherin des Marktführers Symantec. Vergangene Woche hatte Microsoft das Produkt veröffentlicht.

Sicherheitssoftware gilt als wichtiger Wachstumsmarkt. Unternehmen und Privatanwender schützen sich damit vor Schadprogrammen wie Viren und Bedrohungen aus dem Internet. Trotz Wirtschaftskrise geht das IT-Marktforschungsunternehmen Gartner für das laufende Jahr von einem Anstieg des Branchenumsatzes um rund acht Prozent auf weltweit 14,5 Milliarden US-Dollar aus. Im Vorjahr wuchs der Markt um fast 19 Prozent. Rund ein Viertel davon entfällt auf Produkte für Privatkunden. Dieses Segment soll um vier Prozent zulegen. Sicherheit sei ein entscheidender Bereich, in dem man sich keine drastischen Ausgabenkürzungen erlauben könne, sagte Gartner-Analyst Ruggero Contu.

Kostenfreie Antivirenprogramme zielen mit ihren begrenzten Möglichkeiten in erster Linie auf Privatanwender. Firmenkunden legen in der Regel großen Wert auf umfassende Funktionen und guten Service, wie sie kommerzielle Produkte bieten. Größe und Wachstum des Marktes zeigten jedoch, dass auch Privatkunden oft bereit sind, für mehr Sicherheit zu zahlen, sagte Contu.

"Viren sind nicht das einzige Problem"

"Viren sind eines von vielen Sicherheitsproblemen, denen sich Endkunden gegenübersehen, und Antivirensoftware allein löst nicht alle", sagte Dave DeWalt, Chef des weltweit zweitgrößten Sicherheitssoftwareherstellers McAfee. "Die meisten Angriffe kommen heute aus dem Internet und zielen auf persönliche Daten der Anwender - davor schützen einfache Virenscanner nicht", sagte die Symantec-Sprecherin.

Schon seit einiger Zeit gibt es kostenfreie Programme, etwa von kleineren Herstellern wie Avira und AVG. Die Anbieter spekulieren auf eine größere Bekanntheit, die den Verkauf kostenpflichtiger Pakete mit mehr Funktionen ankurbeln soll. "Wir profitieren vor allem auch im Unternehmenskundengeschäft von der Bekanntheit durch die Verbreitung unserer kostenfreien Software", sagte Gerald Hahn, Deutschlandchef von AVG.

Akzeptanz von Antivirenprogrammen erhöhen

Microsoft will mit der Gratislösung die Akzeptanz von Antivirenprogrammen erhöhen. So sei etwa in Schwellenländern die Bereitschaft gering, für PC-Schutz zu bezahlen, erklärte das Unternehmen. Mit einem Marktanteil von über 90 Prozent ist Microsofts Windows das weltweit am weitesten verbreitete PC-Betriebssystem. Es ist daher bevorzugtes Ziel von Angreifern, was ihm den Ruf eingebracht hat, besonders unsicher zu sein.

Das Geschäft mit Sicherheitssoftware wird beherrscht von Spezialisten. Marktführer ist Symantec. Der US-Anbieter dominiert vor allem auch das Geschäft mit Privatkunden. In den vergangenen Jahren haben die Hersteller ihre Angebote erweitert und mit Zusatzprogrammen ausgestattet. So bieten sie heute oft auch Pakete, die Werkzeuge für Datensicherung und PC-Optimierung enthalten.

Microsoft hatte Ende vergangenen Jahres die Einstellung seiner kommerziellen Sicherheitssoftware Onecare für Privatanwender sowie die kostenlose Nachfolgesoftware angekündigt - zwei Jahre nach dem Einstieg in das Geschäft mit Sicherheitssoftware für Privatkunden. Dem Konzern war es nicht gelungen, den etablierten Anbietern Konkurrenz zu machen, 2008 kam er auf einen Anteil von nur 1,1 Prozent am Privatkundenmarkt. Bei Firmenkunden ist Microsoft mit seinen Produkten wie Forefront aber weiter vertreten. Security Essentials basiert auf der Forefront-Technik.

Von Martin Ottomeier
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
kabelmann (07.10.2009, 08:50 Uhr)
Symantec
Zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es: Bunt ist, Systemressourcen frisst und de facto nichts erkennt. Soviel zum Marktführer.
Der Unterschied zwischen Produkten für Privatanwender und Firemnkunden liegt bei Software übrigens hauptsächlich in der Heuristik, also der Erkennung unbekannter Schadsoftware. Die ist bei Produkten für Firmen meist einen ticken besser. Ansonsten setzen Sysadmins eigentlich nur auf die Firmenlösung, weil diese zentral gesteuert werden und somit vollständig auf sämtlichen Clients automatisiert werden können.
ottorator (07.10.2009, 01:40 Uhr)
Dann halt zweiter und letzter...
Ich habe mich eigentlich nur angemeldet um ein Kommentar zu einer anderen Nachricht äußern zu können und wollte diese Seite danach auch garnicht mehr besuchen, aber hierzu muss ich mal gerade noch etwas los werden.

Dieser Artikel stellt eine behauptung in den Raum die erstens so pauschal schon mal völlig fehl am Platze ist. Auf der Startseite ist schonmal behauptet worden, dass kostenlose Lösungen nichts taugen würden. Ja, es sind i.d.R die kostenpflichtigen Versionen, die zuerst mit neuen Virendefinitionsupdates versorgt werden, is ja auch klar - die kostenlosen folgen sehr kurze Zeit später. Ein Privatanwender ist damit absolut ausreichend bedient. Bei dicken Unternehmen geht es da auch um Serviceverträge und geregelte Gewährleistungen um sich nicht nur IT-Technisch abzusichern!

Sich mehrere aktive Virenscanner parallel zu installieren bringt eher den gegenteiligen Effekt. Man muss hier auch zwischen Virenschutz und Virenscanner unterscheiden. Ich kann einen anderen Scanner, der nicht als Dienst mit höchsten Systemrechten alles überwacht, wenn ich schon eine Software habe, die das tut, installieren. Aber das ist auch eher die Ausnahme dass ein Programm ein reiner Scanner ist.

Der beste Schutz und der is völlig kostenlos, ist immernoch der gesunde Menschenverstand - und dazu zählt auch eine gesunde Prise Skepsis! Und das kann kein Programm ersetzen, insofern gibt es nicht den perfekten Schutz. Es gibt nur den Gegebenheiten angemessenen Schutz!

Ich denke es ist auch kein Zufall, dass hier ganz bestimmte Hersteller im Artikel genannt werden nachdem die Startseite suggerierte, alle Freeware Tools taugen nichts. Übrigens die wirklich guten Hersteller stehen hier auch nicht :-)

Phishing etc ist ja auch nicht mit einer sich selbst pflegenden Blackliste zu verhindern. Ist klar, dass das jmd pflegen muss. Aber der Privatanwender, der in der Regel Opfer von z.B. Phishing wird, sollte lieber seine Leseenergie in z.B. Wikipedia etc. investieren, als in solche Artikel.

Als ich noch zur Schule ging, war der Stern irgendwie immer sehr berliebt, ich würde mal gerne wissen ob die journalistische Qualität vor 10 Jahren auch schon so heftig war.

Ich habe fertig...
Fakten (07.10.2009, 00:33 Uhr)
Ein Virenprogramm allein reicht nicht mehr...
Die Kombination von AVG, Panda-Security und Malewarebyte hat sich bewaehrt.

Ganz schlimm sind die Symantec Produkte die entdecken praktisch nichts und beschaeftigen den Nutzer dauerhaft mit der Registrierung des erworbenen Produktes.

Einige Viren-Suchprogramme haben keine Quarataine-Funktion und loeschen unter Umstaenden wichtige System-Dateien.
shredding (06.10.2009, 23:56 Uhr)
Security Essentials sind schrott
Ich habe die SE gestern bei mir installiert. Direkt danach blieb mein Rechner (Vista, bis dahin alles einwandfrei) hängen, nach dem Neustart erneut, vorher alles sehr träge. Nach dem nächsten Neustart dann ein Bluescreen, dann hab ichs wieder runtergeschmissen.
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