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24. März 2009, 12:20 Uhr

Ebay kaschiert Schwächen

Die Ebay-Tochter Skype versucht mit einem neuen Angebot mehr Unternehmen als Nutzer zu gewinnen. Der Internettelefondienst bietet nun eine Software speziell für Geschäftskunden an. Von Helene Laube

Ebay, Skype, Online, Internet, Voip

Die schwächelnde Ebay-Tochter wird hübsch gemacht. Skype soll für Unternehmen interessant gemacht werden, entweder als Kundschaft - oder als Käufer© Skype

Diese können mit dem neuen Dienst und ihren vorhandenen Telefonen In- und Auslandsgespräche führen. Anwender in Unternehmen müssen nicht mehr den Computer und einen Kopfhörer benutzen, der bisherige, umständliche Weg zu einem Telefongespräch via Skype. Anfangs sollen Anrufe aus den Unternehmen zu Festnetztelefonen und Handys 2,1 US-Cent pro Minute kosten. Kunden, die vom PC aus eine mit der neuen Skype-Software ausgerüstete Telefonanlage anrufen, telefonieren kostenlos. Skype hofft, dass die Wirtschaftskrise Unternehmen zum Umstieg antreiben wird - und das mit Dienstleistungen rund um die Telefonanlage der Firmenkunden Geld zu verdienen ist. Die neue Lösung biete "enorme Einsparungen", sagte Stefan Oberg, der für Skype for Business verantwortlich ist. Details des Preismodells blieb er schuldig.

Da Ebays Auktions- und Festpreisgeschäft stockt, müssen andere Geschäftsbereiche des kalifornischen Onlinehändlers die Wachstumsimpulse liefern. Dies soll vor allem der Onlinebezahldienst Paypal sein, sagte Vorstandschef John Donahoe vor zwei Wochen auf Ebays Analystentreffen. Donahoe zählt aber auch auf Skype. Bis 2011 will Ebay den Skype-Umsatz verdoppeln Der Dienst erwirtschaftete im jüngsten Geschäftsjahr 550 Millionen Dollar und macht damit knapp sieben Prozent des Konzernumsatzes aus. Skype zählt 405 Millionen registrierte Nutzer.

Ebay hatte 2005 2,6 Millarden Dollar für Skype bezahlt. Die Idee war, Skype zum Wachstumstreiber für das Auktionsgeschäft zu machen, allerdings gab es keine Synergien zwischen Skype und anderen Ebay-Geschäften, wie Donahoe einräumte. Analysten kritisieren die Übernahme des weltgrößten Webtelefondiensts (VoIP), für den Ebay im Herbst 2007 eine Sonderabschreibung von 1,4 Millarden Dollar vornehmen musste.

Seit Langem machen Gerüchte die Runde, dass Ebay Skype verkaufen wird. Donahoe räumte die Spekulationen zuletzt nicht beiseite. Er werde die richtigen Entscheidungen treffen, um den Wert zu maximieren, sagte Donahoe lediglich. Beim Angebot für Geschäftskunden setzt Skype auf den offenen VoIP-Standard SIP (Session Initiation Protocol). Damit kann Skype in Telefonanlagen eingebaut werden.

Skype for SIP ist im Test nur für eine eingeschränkte Kundenzahl verfügbar, das Angebot soll aber ausgebaut werden. Der Dienst zielt auf kleine und mittelständische Unternehmen. Skype ist bereits in zahlreichen Unternehmen im Einsatz, allerdings vor allem als Dienst für einzelne Nutzer, sagte David Lemelin, Analyst bei der US-Marktforschungsfirma In-Stat. "Das neue Angebot ist ein erster Schritt. Um in Unternehmen im großen Umfang zum Einsatz zu kommen, braucht Skype eine vollumfängliche Kommunikationslösung mit Video und anderen Komponenten", so Lemelin. Skype konkurriert nicht nur mit anderen VoIP-Startups wie Vonage und traditionellen Telefonfirmen, die längst auch VoIP-Lösungen verkaufen. Auch der Softwarekonzern Microsoft verkauft zusammen mit Partnern Produkte für Webtelefonie. Und Google baut seinen Internettelefondienst Google Voice laufend aus.

Von Helene Laube
 
 
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