. .
Computer - Neuigkeiten und Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. Mai 2009, 10:50 Uhr

Wie man Nadeldrucker abhört

Es ist möglich, Nadeldrucker zu belauschen. Forschern der Universität des Saarlandes ist es gelungen, aus den Druckgeräuschen die gedruckten Wörter und Zahlen zu großen Teilen zu rekonstruieren. In Banken und Arztpraxen entstehe so ein Sicherheitsrisiko, sagen die Experten.

Drucker, Spionage, Universität Saarland

Belauschen von Nadeldruckern: Das Spionieren ist allerdings komplizierter als auf diesem Foto dargestellt© idw

Die häufig in Arztpraxen und Banken eingesetzten Nadeldrucker stellen laut einer Untersuchung der Universität des Saarlandes ein Sicherheitsrisiko dar. Es reiche ein Mikrofon am Drucker, um aus den aufgenommen Geräuschen die gedruckten Texte weitgehend rekonstruieren zu können. Der Inhalt von Arztrezepten oder Bankunterlagen könne so entschlüsselt werden, teilten die Wissenschaftler mit.

Nadeldrucker werden in Arztpraxen vor allem verwendet, um Rezepte oder Patientenberichte zu drucken. In Banken werden damit häufig Kontoauszüge erstellt, wie die Wissenschaftler schrieben.

Erfolgreicher Praxistest

Damit die Nadeldrucker ihre Geheimnisse preisgaben, mussten die Experten des Lehrstuhls für Kryptographie und Informationssicherheit allerdings einige Vorarbeiten leisten: Sie ließen die Geräte zuerst ein Wörterbuch drucken und trainierten die Software dann darauf, den einzelnen Wörtern charakteristische Tonmuster zuzuweisen. Außerdem mussten sie Störgeräusche wie zum Beispiel Patientengespräche in einer Arztpraxis herausfiltern. Dann gelang es ihnen immerhin, über 70 Prozent der gedruckten Wörter zu erkennen und damit die meisten Inhalte zu verstehen. Auch einzelne Zahlen wie etwa Geheimnummern von Konten könnten auf diese Weise mit erstaunlich hoher Trefferquote erkundet worden, wie die Wissenschaftler betonten.

In einem angekündigten Praxistest stellten die Wissenschaftler ihr Programm in einer Arztpraxis auf die Probe und nahmen bei laufendem Betrieb verschiedene Rezeptausdrucke auf. Nach sechs Trainingsrunden sei es beim siebten Rezept gelungen, das verschriebene Medikament rein über die Druckergeräusche herauszufinden.

Forscher wollen Sicherheitslücken aufdecken

Der Leiter der Forschergruppe, Michael Backes, geht allerdings nicht davon aus, dass die ungewöhnliche Spionagemethode in der Praxis bereits angewendet wird. Den Informatikern geht es nach eigenen Angaben darum, neue Sicherheitslücken frühzeitig aufzudecken und auf mögliche Gefahren hinzuweisen. In vorangegangenen Studien hatten andere Forscher bereits nachgewiesen, dass man Daten aus den Abstrahlungen des Kabels eines LCD-Bildschirms ablesen kann und dass es möglich ist, Wörter über die Geräusche der Tastatur herauszufiltern.

AP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Mickey_Mouse (28.05.2009, 15:17 Uhr)
Ich bin für ein Gesetz...
... das bei Benutzung von Nadeldruckern und Tastaturen mit "Click" die Verwendung eines Presslufthammers vorschreibt.
In was für eine höchst kriminellen Gesellschaft befinden wir uns eigentlich, in der überall der Schwarze Mann lauert? Schliesslich kann man ja nicht einmal mehr im Baumarkt mit EC-Karte bezahlen ohne dass einem das Konto geplündert wird und diese Plüschtiere im Spielzeugladen mit dem "Drückmich-Knopf" dienen doch eh nur zum Ergaunern von Fingerabdrücken, um bei biometrischen Schlössern Zugang zu bekommen...
StefanAugsburg (28.05.2009, 12:41 Uhr)
Gähn Teil 2
Stimmt, dem kann ich nur zustimmen 1 wieder eine 'Panikmache' für nix und wieder nix, nur damit halt mal wieder ein tolles ausspionier-Thema auf den Tisch kommt - das in Wahrheit eigentlich gar keins ist. Aber immerhin wissen wir jetzt, daß Nadeldrucker nicht mehr Stand der Technik sein sollten (das wusste ich vor 10 Jahren übrigens auch schon ... grins).
dippegucker (28.05.2009, 11:22 Uhr)
Langweiliger gehts...
...nimmer. Daß Peripheriegeräte wie Tastaturen, Bildschirme, Drucker, etc "angezapft2 werden können, ist eine Erkenntnis die so alt ist, wie die elektrische / elektronische Datenverarbeitung.
Dafür bieten seriöse Hersteller seit Jahrzehnten sogenannte "Tempest" Geräte an, die vor allem im Behördenbereich eingesetzt werden.
Im Übrigen ist das "Abhören" eines Kontoauszugsdruckers völlig unsinniger Aufwand, man muß sich doch nur aus dem danebenstehenden Papierkorb bedienen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Toner aus Soja Pack die Bohne in den Drucker

Eine wichtige Zutat bei der Herstellung von Tonern für Laserprinter und Kopierer sowie für Druckertinte ist Erdöl. Doch auch in diesem Bereich wird nach naturverträglichen Varianten gesucht. Nun gibt es die ersten Toner auf Basis von Sojaöl. Beim Vertrieb mischen auch Mönche mit. mehr...

Verrückte Bastler im Web Von Düsen-Fahrrädern und Zucker-Druckern

Der moderne Heimwerker schraubt keine Regalwände zusammen, sondern zweckentfremdet, improvisiert und experimentiert, dass sich die Schaltkreise biegen. Im Web finden sich bizarre Zeugnisse verrückter Bastler. mehr...

Zeitungen Der Kiosk wird zur Druckerei

In Hamburg stehen in einigen Presseshops Terminals, mit denen man Zeitungen aus aller Welt ausdrucken kann. Die Titel-Auswahl ist gewaltig, und manchmal ist die neue Ausgabe früher zu bekommen als in ihrem Heimatland. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft