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"Bei Ballerspielen bin ich gut"

Steven Spielberg kann nicht nur Kino. Der Hollywood-Regisseur hat ein kleines Videospiel für die ganze Familie entwickelt - im stern.de-Interview spricht er über das Game namens "Boom Blox" und seine eigenen Lieblingsspiele.

Herr Spielberg, was bringt Sie als Filmregisseur dazu, Spiele zu erfinden?

Ich liebe Videogames, seit ich zum ersten Mal "Pong" gespielt habe - und das war 1973. Ich spiele also schon länger, als ich meine Automobilclub-Karte habe. Der ausschlaggebende Grund, mein eigenes Spiel zu entwickeln, waren aber meine Kinder.

Ihre Kinder?

Ja. Ich wünschte mir ein Videospiel, an dem wir alle gemeinsam Spaß haben würden. Denn ich habe in den Spielen, die meine Kinder mögen, nicht den Hauch einer Chance gegen sie. Und die einzigen Games, in denen ich gut bin - Ballerspiele -, lasse ich sie nicht spielen. Wir saßen also bislang immer in verschiedenen Zimmern. Ich wollte die Familie wieder in einen Raum bekommen.

Da haben Sie "Boom Blox" gemacht - einen digitalen Mix aus Mikado und Lego.

Ich habe mit meinen Kindern früher oft mit Bauklötzen gespielt, also lag es nahe, eine virtuelle Version davon zu erschaffen - mit einem sportlichen Anteil, sodass man es auch gegeneinander spielen kann auf der Jagd nach Medaillen. Diese Idee habe ich dann einer Spielefirma vorgeschlagen, und die fand sie gut.

Was fasziniert Sie an Videospielen?

Es ist der einzige Sport, bei dem ich nicht außer Atem komme (lacht). Nein, im Ernst: Ich mag gerade den Unterschied zum Film. Im Kino fiebern die Zuschauer mit ihrem Helden auf der Leinwand mit - aber sie können nur auf das Geschehen reagieren. Sie agieren nicht. In einem Videospiel jedoch sind sie mittendrin: Sie allein entscheiden über Erfolg oder Misserfolg der Hauptfigur und über den Verlauf der Story. Niemand zwingt mich, einer Handlung zu folgen, die jemand für mich vorher festgelegt hat.

Gibt es Geschichten, die Videospiele besser erzählen können als Filme?

Im Moment konzentrieren sich Videospiele noch nicht auf Erzählerisches - sie setzen eher auf Strategie, Timing oder schnelle Reflexe. In Spielen geht es darum, Erfolg zu haben. Und ob die Spieler erfolgreich sind, ist nicht abhängig von einer Story, sondern davon, wie gut oder schlecht sie spielen. Und dabei fühlen sie, was sie tun: Freude nach einem Sieg, Angst oder Frustration. Das ist im Kino anders, wo der Regisseur immer die Kontrolle über die Gefühle des Publikums hat. Das kann sehr wichtig sein, wenn man eine Geschichte erzählen will. So gesehen gibt es zwischen den beiden Medien noch eine große Kluft.

Also können Spiele keine tiefgehenden Geschichten erzählen? Und es wird nie ein Game geben, das die Menschen bewegen wird wie etwa Ihr Film "Schindlers Liste"?

Wollen Spiele in Zukunft emotionale Reaktionen auslösen, die über das Spielgeschehen hinausgehen, dürfen sie nicht zur selben Zeit den Adrenalinspiegel des Spielers in die Höhe treiben. Denn das blockiert das Emotionale. Das Gefühl, um jemanden auf dem Monitor weinen zu wollen, zum Beispiel. Ich würde gern ein Game spielen, das mich zum Weinen bringt. Noch sehe ich das nicht.

Könnte die Spieleindustrie nicht genau das von Hollywood lernen? Sie könnten ja sogar selbst versuchen, ein solches Spiel zu entwickeln.

Sicherlich können Filmemacher der Games-Branche dabei helfen - und ich hoffe sehr, meinen eigenen Beitrag leisten zu können, diese Kluft zu überwinden. Noch habe ich den Königsweg nicht gefunden. Ich weiß nur, was Kinofilme und Videospiele schon heute gemeinsam haben: Sind sie gelungen, geben sie uns eine ungemeine Befriedigung.

Interview: Sven Stillich/print

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