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5. Mai 2007, 05:52 Uhr

Welcher Spielertyp bin ich?

Sind Computerspieler wirklich alle minderjährig, gewaltbereit und unfähig, soziale Kontakte aufzubauen? Die Studie "Spielplatz Deutschland" hat sich auf die Suche nach dem "wahren" Gamer gemacht. Und kam zu der Erkenntnis, dass es den einen nicht gibt. Von Felix Disselhoff

Fantasiespieler feiern in "World of Warcraft" auch mal eine Beerdigung

Moorhuhn. Das waren noch Zeiten, als niemand mehr vor der ersten digitalen Geflügelpest sicher war. Angestellte bekamen Ärger, weil das arme Federvieh sogar im Büro vom Bildschirm gepustet wurde. Plötzlich waren wir alle Zocker auf der Jagd nach dem Highscore. Doch wie sieht der wahre Gamer nun aus? Zwischen 15 und 17, picklig, pubertär und außerhalb seiner heilen Spielewelt ein soziales Wrack?

Die Ende 2006 fertig gestellte Studie "Spielplatz Deutschland" untersuchte die Typologie der Computer- und Videospieler. Sie entstand in Kooperation mit der Werbeagentur Jung von Matt, dem weltgrößten Spielehersteller Electronic Arts und dem deutschen Spielemagazin GEE. Dazu wurden im Sommer 2005 3.000 Menschen, die in den zwölf Monaten zuvor ein Computerspiel gekauft haben, zu ihren Vorlieben befragt. Im Bezug auf die Auswahl ihrer Spiele, ihre Freizeitaktivitäten, sogar ihre Kühlschränke wurden untersucht, um Rückschlüsse auf den Lebensstil und das Markenbewusstsein der Befragten ziehen zu können. Dass ein Werbeunternehmen wie Jung von Matt mit der von EA gesponserten Studie beauftragt wurde, zeigt, dass die Werbeindustrie die Gamer als relevante Zielgruppe entdeckt hat. Der Spieleentwickler wollte wissen, wie man Spieler innerhalb von Computer- und Videospielen gezielter mit Werbung ansprechen kann.

Intensivspieler

Beim Wort Computerspiel haben vor allem Eltern sofort bestimmte Bilder im Kopf: Junge Kerle sitzen mit Kopfhörern vor Bildschirmen und spielen Terrorist, jagen Gebäude in die Luft und erstechen hinterrücks ihre Gegner. Diesen klischeegebeutelten Typ definiert die Studie als Intensivspieler. Er ist Anfang 20 und hat mit 80 Prozent den höchsten Männeranteil. Trotzdem stellt er mit fünf Prozent den geringsten Anteil der spielenden Bevölkerung. Auch, wenn er dem Vorurteil am nächsten kommt - sozial isoliert ist er nicht. Er spielt meistens online mit Freunden oder vernetzt seinen Computer mit anderen. Was aber nicht heißt, dass dieser Spielertyp unsportlich ist. Fußball gehörte genauso zu seinem Leben wie ein guter Kinofilm.

Freizeitspieler

Die größte Gruppe im Gamervolk bildet mit 54 Prozent der Freizeitspieler. Mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren auch die Älteste. Familienväter und Frauen in Führungspositionen: Dieser Spielertyp steht mitten im Leben. Angefangen zu spielen hat er erst durch seinen neu angeschafften Computer. Gespielt wird aber nur, wenn die Kinder im Bett sind. Dieser Typ hat seine Vorliebe für Sport- und Geschicklichkeitsspiele entdeckt. Fußballspiele wie "Fifa" oder "Gehirnjogging" stehen bei Freizeitspielern hoch im Kurs. Hat er nichts zu tun, tunt er auch gerne seinen Rennboliden im Rennspiel "Need for Speed". Komplexe Spielewelten und komplizierte Steuerungen nehmen zu viel Zeit in Anspruch. Der Gelegenheitsspieler möchte sich einfach vom stressigen Alltag entspannen.

Gewohnheitsspieler

Der Gewohnheitsspieler ist mit Videospielen aufgewachsen. Seine Spielerkarriere reicht vom klobigen Spielautomat in der Eckkneipe über den Atari und C64 bis zur neuen Playstation 3. Videospiele sind ihm genauso wichtig wie ein gutes Buch. Der pixelige "Pacman" und "Super Mario" waren die Helden seiner Jugend. Jetzt ist er in den mittleren Dreißigern und nutzt die Konsole eher zum Zeitvertreib. Da er neben Beruf und Familie kaum Zeit hat, spielt er Fun- und Sportspiele.

Fantasiespieler

Durch immer realistischere Spielegrafiken identifizieren sich Gamer auch zunehmend mit ihren virtuellen Pendants. Der Fantasiespieler nutzt den Computer, um in fremde Welten abzutauchen. Ohne Zwänge und Regeln. Die Spielfiguren agieren auf seinen Befehl hin. Er kann endlich Kontrolle ausüben. Meist ist er ein Familienmensch und lebt in einem Drei- oder Mehrspielerhaushalt. Mit sechs Prozent repräsentiert er aber nur eine Randgruppe unter den Gamern.

Denkspieler

Wer in Spielen eher die Herausforderung sucht, gehört zu Gruppe der Denkspieler. Rätseln, Verwalten und die effizienteste Strategie austüfteln, das bereitet diesem Typ die größte Freude. Mit elf Prozent stellt er die drittgrößte Truppe unter den Spielern.

Von Felix Disselhoff
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
RomanTicker (05.05.2007, 11:35 Uhr)
Zu grobe Gruppeneinteilung
Auch ich sehe die Gruppeneinteilung als viel zu grob an. Ich liebe z.B. die Abwechslung und spiele verschiedene Spiele aus allen möglichen Genres. Bei mir spielt es sich außerdem in Phasen ab. Ich spiele eine Zeit lang begeistert ein bestimmtes Spiel, z.B. Diablo2 am PC. Dann spiele ich eine Zeit lang hauptsächlich Need for Speed Underground auf der XBox, und auch nur ab und zu, je nachdem wieviel Zeit ich habe. Dann kam es vor, dass ich ein paar Monate fast gar nichts spielte. Und nun zocke ich fast täglich Der Herr der Ringe online, aber auch das wird vermutlich nur ein paar Monate so bleiben und garantiert selteren werden.
Merlin_is_alive (05.05.2007, 10:21 Uhr)
Gruppen
ich muss sagen das ich mich keiner gruppe zuordnen kann und meine freunde die auch zocken auch net ;)
intensivspieler,Freizeitspieler,
Gewohnheitsspieler sind eigentlich viel zu differenziert und ich würde mich eigentlich einem mittelding dieser 3 gruppen zuordnen
mfg merlin
 
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