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12. Mai 2010, 09:55 Uhr

Obama kritisiert iPad

Barack Obama hat es mit Republikanern, der Pharmalobby und der Wall Street aufgenommen. Jetzt wagt der Präsident den Schlag gegen Amerikas IT-Ikone Apple. Von Andrea Rungg

Barack Obama, Obama, Appel, iPad, Technik, Aversion

Obama kritisiert iPad & Co., findet Festnetztelefone aber okay© Olivier Douliery/AFP

Die Nachrichten von Barack Obama kommen mittlerweile in kleinen Dosen. Anders als während seines Wahlkampfs 2008 ist die Zahl der Twitter-Botschaften des US-Präsidenten heute überschaubar. Am Montag sendete Obama gerade mal ein Tweet, also eine Kurznachricht. "Ich habe eine Oberste Richterin ausgewählt, die Exzellenz, Unabhängigkeit, Integrität und Leidenschaft für das Recht verkörpert - Elena Kagan", teilte der Präsident mit. Eine Nachricht, die in der Politik sicher viel Aufmerksamkeit erhält, sich in der Technikwelt allerdings eher versendet.

Die Welt der Daddler und Nerds hat eine ganz andere Nachricht Obamas aufmerken lassen: "Mit iPods und iPads und Xboxen und Playstations - ich kann mit keinem davon umgehen - wird Information eine Ablenkung, eine Form von Unterhaltung, anstatt ein mächtiges Hilfsmittel zu sein, eine Möglichkeit zur Emanzipation", sagte Obama vor Studenten an der Hampton University in Virginia. Die Verwunderung unter Tech-Bloggern ist groß. Solche Töne aus dem Munde des Präsidenten, der auch als erster Twitter-Präsident in die Geschichte eingehen wird? Von Obama, der vor Amtsantritt noch erbittert um seinen Blackberry gekämpft hatte, weil der Secret Service des Weißen Hauses das Gerät für zu unsicher hielt? "Moment mal, hat Obama das iPad beleidigt?", fragen gar eifrige Twitterer.

Womöglich muss sich der Präsident bald noch dafür beim iPad-Hersteller Apple entschuldigen, unken manche. Denn als die amerikanische TV-Moderatorin Ellen DeGeneres vergangene Woche einen Scherz über das iPhone machte, sah sie sich genötigt, hochoffiziell via TV ihre Entschuldigung an "Apple, Steve Jobs und Mr Macintosh" zu übersenden. Ironie inklusive.

In Cupertino, dem Konzernsitz von Apple, liegen die Nerven gerade ein bisschen blank. Und nun kritisiert auch noch der US-Präsident das iPad. Obama hat eine ganz einfache Erklärung. "Sie alle werden erwachsen in einer Rund-um-die-Uhr-Medienumgebung, die uns mit allen Arten von Inhalten überflutet und uns allen möglichen Argumenten aussetzt, auf die Lügendetektoren nicht immer gleich stark anschlagen." Er fürchte daher um die Demokratie. Denn von all den Hightechgeräten würden Botschaften übertragen, "die neuen Druck auf unser Land und unsere Demokratie ausüben könnten".

Obama wird doch nicht den norwegischen Ministerpräsidenten im Visier haben? Der saß unlängst wegen der Aschewolke auf einem Flughafen fest - und erledigte die Regierungsgeschäfte via iPad.

Gefunden in ...

Gefunden in ... der "Financial Times Deutschland"

Von Andrea Rungg
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
chatahootchee (14.05.2010, 13:41 Uhr)
TYPISCH BHO:
Sein Kommentar war wieder mal so richtig 'stupidly'. Er hat immer noch nicht gelernt, dass Denken vor Schwaetzen kommt.
Im uebrigen hat Maiximillianmoritz ins Schwarze getroffen mit der Bermerkung zu zuviel Information.... Ein muendiger Buerger braucht Informationen!
maximilianmoritz (12.05.2010, 16:13 Uhr)
Am Thema vorbei
kommentieren hier alle. Es geht ihm ueberhaupt nicht um i-pod, x-box und playstation, da diese ja ueberhaupt keine Informationen verbreiten. Das ist lediglich ein roter Hering, der ablenken soll.

Es geht ihm einzig und allein um die Kabel-Nachrichtensender (FOX News) und um die Talk-Radio Sender und die Internet-Blogger, weil er deren Berichterstattung (noch ) nicht kontrollieren kann und weil diese, anders als die "Staats-Medien" NBC, CBS, und NY Times, seine Politik kritisieren.

Er sagt, dass "zuviel Information die Demokratie gefaehrdet"! Das sollte uns sehr bekannt vorkommen.


DasBertl (12.05.2010, 14:42 Uhr)
Erstmal
Erstmal muss ich skeptiker23 recht geben; hier wird mal wieder Medienflüsterpost gespielt. Der eine verändert ein bisschen das Original, der Nächste schreibt ab und ändert nochmal etwas kleines, dann wird das in die verschiedenen Sprachen übersetzt und nochmal leicht verändert. Und schon kommt raus: "Obama will Steve Jobs auf dem Scheiterhaufen sehn."

Davon mal abgesehen hat Obama nicht unrecht. Wir kaufen uns für teuer Geld Werbeplattformen der Wirtschaft (Ipad) und lassen uns 24 Stunden lang mit Halbwahrheiten, Fehlinformationen und echten Informationen Bombardieren, ohne wirklich Filtern zu können, was noch wahr und was reine Propaganda ist. Wir sind 24 Stunden erreichbar, wir sind jederzeit überall auffindbar (wenn ihr Handy kein GPS hat, keine Sorge: Ohre Position kann mit Hilfe der Handy-Sendemasten ermittelt werden) und werden das (also erreichbar und auffindbar) demnächst (wenn das so weiter geht) vermutlich noch gesetzlich sein müssen.

Ich war lange stolz kein Handy zu haben, aber der Druck aus dem Freundeskreis, erreichbar zu sein, war irgendwann zu groß und so legte ich mir ein Handy zu. Heute verfluche ich jeden Tag jedes klingelnde Telefon, jede Instant Message und jede eingehende Email, weil ich inzwischen das Gefühl habe, gar nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Aber abschalten? Dann hätte ich innerhalb von 2 Tagen keine Freunde, keinen Job und keine Kohle mehr. Wir haben uns ein Gefängnis gekauft und erfreuen uns auch noch an dessen Schönheit, während wir im inneren eingesperrt sind. Obama hat nicht unrecht...
skeptiker23 (12.05.2010, 13:25 Uhr)
Lest den Original Text!
Hier kann man die Rede nachlesen
http://www.wtkr.com/news/wtkr-obama-hampton-address-transcript,0,7478536.story
Obama sagte mitnichten, das er mit Ipdad, playstation, xbox (wohlgemerkt, nicht alles von aplle), nicht umgehen kann, sonder er meinte in einer Randbemerkung, dass er bei keinem dieser Geräte weiß wie sie funktionieren - wer weiß das schon.
Auch richtiete sich seine Rede nicht gegen Apple im speziellen sondern er sagte das in einer Zeit, wo Information jeder Art, 24 Sunden am Tag, sieben Tage die Woche auf einen einprasseln, die Gefahr besteht, das Informationen mehr zur Unterhaltung als zur Bildung taugt, dass man diese Entwicklung nicht aufhalten kann aber sie lenken und Formen kann.

Ich bin anderer Meinung, aber irgendwie hat die hier im Artikel konstatierte technick und Aplle Aversion Obamas wenig mit dem dem zu tun was er wirklich gesagt hat. Außerdem sind seine Aussagen völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurden.
Freaker (12.05.2010, 13:02 Uhr)
@dio09
Sie meinen wohl eine iPhobie
dido09 (12.05.2010, 11:51 Uhr)
ausgerechnet Obama?
Der seinen Wahlkampf mit lustigen emails gewann, hat jetzt eine Phobie?
traldors (12.05.2010, 11:04 Uhr)
Was erlauben Sie sich ?
Obama! Skandal. Die "Appleianer" werden Sie verfolgen und steinigen. Das ist doch bei "Sekten" so üblich, oder verwechsel ich da nun was? Grübel (...) na hey, wenn überhaupt, ist der Unterschied nur marginal...
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