. .
News am 27.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
5. August 2008, 15:45 Uhr

Was beim Mailen nervt

Nicht nur Spam kann das E-Mail-Konto verstopfen - auch ganz gewöhnliche elektronische Post entpuppt sich häufig als echtes Ärgernis. Die Autoren David Shipley und Will Schwalbe kennen die größten E-Mail-Sünden und geben in einem Buch Tipps für bessere Kommunikation mit Outlook und Co. Von Karsten Lemm

E-Mail, Spam, Smiley, Mail, E-Mail-Programm

David Shipley (oben) und sein Co-Autor Will Schwalbe auf ihrer eigenwillige designten Homepage© Thinkbeforeyousend

"Bla bla bla" - drei Worte, achtlos hingeworfen, die sich rächen sollten. So lässig-schnoddrig ließ die Amerikanerin Dianna Abdala per E-Mail einen künftigen Arbeitgeber abblitzen, dem sie schon zugesagt hatte - und der stellte wutentbrannt den gesamten, munter eskalierenden Schriftwechsel ins Internet. Wer heute, mehr als zwei Jahre später, den Namen der Nachwuchs-Anwältin in Google eingibt, stößt gleich mit dem ersten Treffer auf Abdalas Patzer, der auf Hunderten von Webseiten genüsslich ausgebreitet wird.

"E-Mail ist ein gefährliches Werkzeug, das ohne Anleitung geliefert wird", sagt Will Schwalbe, Co-Autor des Buchs "Erst denken, dann senden!" (siehe Kasten), das fleißigen Elektropost-Schreibern helfen soll, ähnliche Pannen zu vermeiden. Fallen lauern überall, warnen die Verfasser des E-Mail-Knigges: Eine ungeschickte Anrede, eine unglückliche Formulierung, ein falscher Empfänger, vertrauliche Informationen im versehentlich verschickten Anhang - "wer nicht aufpasst, kann viel Schaden anrichten", sagt Schwalbe.

Wohl wahr. Aber wissen wir das nicht längst, gut 35 Jahre nach Erfindung der E-Mail? Gibt es wirklich noch Menschen, die nicht gehört haben, dass ihre elektronischen Briefe so öffentlich sind wie eine Postkarte, die jeder mitlesen kann? Dass E-Mails von Fremden oft voller Viren stecken, sodass man besser nicht auf die verlockenden Links darin klickt, auch wenn sie Reichtümer und aufrechte, lang anhaltende Freuden versprechen? Dass überhaupt alles, was man im Eifer des Gefechts dem PC anvertraut, ob freudig erregt oder rechtschaffen aufgebracht, irgendwie, irgendwo, irgendwann seinen Weg in die Öffentlichkeit finden kann?

"Fehler machen wir alle"

"Schauen Sie sich an, welche Geschichten Tag für Tag passieren", sagt Schwalbe zur Antwort, "und es erwischt längst nicht nur die Dummen. Fehler machen wir alle." Zu den beliebtesten gehört die Nachricht an den falschen Adressaten: E-Mail-Programme, die automatisch die Adresse des Empfängers vervollständigen, machen es leicht, versehentlich "pschmitt" statt "pschmidt" anzuschreiben. Malheure dieser Art kommen in den besten Familien vor. Microsoft etwa verschickte intern ein Dossier über einen Journalisten - und übersah, dass auch der Reporter selbst in der Empfängerzeile stand. Dem BKA entschlüpfte eine vertrauliche Fahndungsanfrage, weil eine Autovermietung das Dokument an ihre Filialen weiterleitete und dabei irrtümlich einen Kunden in den Verteiler aufnahm, der prompt die Presse informierte. Und zwei Mitarbeiterinnen der Bundesagentur für Arbeit erregten weit über Nürnberg hinaus Aufsehen, als sie einen pikanten E-Mail-Plausch über ihr Sex-Leben versehentlich an die ganze Abteilung schickten.

All das lässt sich mit einer Internetsuche flink aufspüren, zum Teil auf Jahre hinaus, oft mit vollen Namen. "E-Mail verfällt nicht, und alles lässt sich wiederfinden", warnt Schwalbe. Oberstes Gebot sollte daher sein, sich bei jeder Nachricht einen Moment Zeit zu nehmen, die Adresse zu überprüfen; sicherzustellen, dass man bei einer "Antwort an alle" niemanden vergisst und dass im Anhang wirklich die Datei steckt, die man verschicken möchte. "Ehe Sie auf ,Absenden‘ klicken, haben Sie alle Zeit der Welt", mahnt der New Yorker, der mit der Anleitung zur E-Mail-Etikette in den USA einen Überraschungsbestseller landete. "Es ist ein neues Medium, und wir sind so schnell von null auf hundert durchgestartet, dass wir gar nicht recht zum Nachdenken gekommen sind", erklärt sich der 45-Jährige den Erfolg.

Missverständnisse wird es immer geben

So hat sich manches eingebürgert, das nervt - etwa die leere Betreffzeile oder die höchste Dringlichkeit für eine Nichtigkeit - und anderes bleibt auch nach über 35 Jahren und bei täglich mehr als 100 Milliarden verschickten E-Mails eine Grauzone. Schreibt man "Sehr geehrter" oder lieber "Lieber"? "Hochachtungsvoll" oder "MfG"? "Gott zum Gruß" oder ganz ohne Gruß? Klar ist nur: Missverständnisse wird es immer wieder geben, weil das geschriebene Wort ohne Gesichtsausdruck und Tonfall beim Empfänger ankommt. Davor ist auch Schwalbe nicht gefeit. "Ruf mich an" schrieb er in die Betreffzeile einer E-Mail - und vergrätzte damit die Empfängerin, die einen Termin sausen ließ, weil sie glaubte, es gehe um etwas Dringendes. Dabei wollte er nur über eine Party sprechen.

In solchen Situationen ist es das Beste, die Maus beiseite zu schieben und zum Telefonhörer zu greifen, um die Wogen zu glätten. "Wenn E-Mail zum Problem wird, antworten Sie nicht im Zorn", sagt Schwalbe. "Jede weitere E-Mail macht alles nur noch schlimmer"- auch deshalb, weil die Abwesenheit des anderen leicht zum Überreagieren verleitet. "Fragen Sie sich immer: Würden Sie das Gleiche sagen, wenn Sie nur einen Faustschlag entfernt stünden?", raten Schwalbe und sein Co-Autor David Shipley allen Online-Hitzköpfen. Der Tipp kommt für Dianna Abdala etwas zu spät - aber er ist mehr als nur bla-bla.

"Erst denken, dann senden!"

"Erst denken, dann senden!" Will Schwalbe, David Shipley: "Erst denken, dann senden!", Heyne Verlag, Paperback, 8,95 Euro

Von Karsten Lemm
 
 
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Knigge Kommunikation Maile Panne Postfach Spam
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Maria1000 (08.08.2008, 18:30 Uhr)
@botoxia:
ZITAT: "botoxia (8.8.2008, 13:58 Uhr)
Haltet euch kurz!
----------
Na, na genau dies hat der Artikelschreiber ja - leider - auch getan! :-)
Maria1000 (08.08.2008, 18:28 Uhr)
Bisschen sehr mager inhaltlich der Artikel...
was mich am allermeisten bei Emails nervt sind "nichtssagende" Betreffzeilen! Dies macht es mir nämlich unmöglich, wenn ich z.B. nach wenigen Tagen Abwesenheit, zig Mails im Eingangsordner habe, diese nach "Dringlichkeit" oder "Thema" anzuclicken und zu lesen und ich muss mich erst durch hunderte oder Dutzende "nicht-wichtige" Mails durchclicken, um dann nach Stunden oder auch nur 1 Stunde die eine wichtige Mail zufällig in der Reihe zu "entdecken"! Sowas NERVT!
Bei Papierbriefen früher schrieb man doch auch eine aussagekräftige(!) Betreffzeile, in der die wichtigsten Infos und Bezüge des Schreibens enthalten waren!
Emails zeigen mir, mehr als alles andere, wie miserabel es inzwischen um das "Mitdenken" bzw. präzise Kommunizieren junger Angestellter bestellt ist! Und alle diese "Nachlässigkeiten" kosten mich dann beruflich und privat ZEIT und GELD!
Motte07 (08.08.2008, 15:15 Uhr)
Und?
Solche Nichtig- und Selbstverständlichkeiten rechtfertigen es ein Buch zu schreiben und 8,95 EUR dafür zu verlangen?
Ich mach mich gleich an die Arbeit und schreibe am Wochenende den künftigen Bestseller:
"Computer ausschalten spart Strom"
botoxia (08.08.2008, 13:58 Uhr)
Haltet euch kurz!
.
MichaF (08.08.2008, 13:14 Uhr)
Einfachste Lösung:
Schreibt eure E-Mails so als würdet ihr klassische Briefe schreiben und geht erst dann auf einen informelleren Stil über, wenn ihr darum gebetet werdet.
OK, dieser recht klassische Tipp setzt natürlich voraus, dass man überhaupt noch klassische Briefe schreibt...
Kleine Stilberatung zum Schluss: MfG ist ein absolutes Tabu. Wer zu faul ist eine Höflichkeitsfloskel auszuschreiben sollte sich und dem Empfänger den Gefallen tun erst gar nicht so zu tun als besäße man Anstand.
faustjucken_de (08.08.2008, 12:30 Uhr)
Das größte Ärgerniss, Teil 2
Nein, das größte Ärgerniss sind als redaktioneller Beitrag getarnte Werbeartikel, die besonders in der Saure-Gurken-Zeit herausgekramt werden.
djchrisi (08.08.2008, 12:02 Uhr)
Das größte Ärgerniss
sind in html formulierte Nachichten
MEHR ZUM ARTIKEL
Kommunikation Die E-Mail lebt

Trotz Facebook, Twitter und Skype gehört die gute alte E-Mail längst nicht aufs Altenteil. stern.de verrät, wie man elektronische Post besser nutzt, wo Fallstricke lauern, wie man sich vor Spam schützt und welche rechtlichen Vorschriften gelten. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft