Startseite

Microsoft reißt das Ruder herum

Nach harscher Kritik von PC-Herstellern, Analysten und Anwendern wird Microsoft Windows 8 früher als erwartet überarbeitet. Die nächste Version Windows Blue soll noch in diesem Jahr kommen.

  Windows 8 macht nur auf Touchscreens richtig Spaß

Windows 8 macht nur auf Touchscreens richtig Spaß

Nur sechs Monate nach dem Start seines neuen Betriebssystems Windows 8 hat Microsoft eine Nachfolgeversion angekündigt. Das Programm mit dem Codenamen Windows Blue solle einfacher zu bedienen sein und auch mit kleinen Tablet-Computern funktionieren, sagte Microsoft-Managerin Tami Reller. Die jetzige Version sei nicht perfekt und müsse überarbeitet werden. Windows Blue soll bis zum Ende des Jahres auf den Markt kommen. Weitere Einzelheiten sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Dabei wolle Microsoft auch Kundenwünsche berücksichtigen. Reller ging aber nicht direkt auf Medienberichte ein, wonach die nächste Version den "Start"-Knopf zurückbekommen könnte, den viele Nutzer vermissen.

Seit dem Start von Windows 8 vor einem halben Jahr hat der Konzern zwar 100 Millionen Programmlizenzen und damit etwa so viel wie bei der Einführung von Windows 7 verkauft. Doch obwohl es sich um das erste Microsoft-Betriebssystem handelt, das vor allem für Geräte mit berührungsempfindlichen Bildschirmen programmiert wurde, sind Anwender nicht begeistert. Auch konnte Microsoft den Platzhirschen Apple und Samsung bei Tablet-PCs keine Marktanteile wegnehmen.

Windows 7 war für Microsoft ein Erfolg, weil die Software das unbeliebte Windows Vista ablöste. Die aktuelle Version hat dagegen viele potenzielle Kunden wegen seiner ungewohnten Gestaltung abgeschreckt. Mit Windows 8 wollte Microsoft ein Betriebssystem schaffen, dass gleichermaßen auf klassischen PCs wie Notebooks und Desktop-Rechner, aber auch auf Tablet-Computern und Kombi-Geräten laufen kann. Deshalb wurde die Bedienung radikal verändert und stärker auf Touchscreen-Nutzung angepasst. Dafür gab es einige Kritik von PC-Nutzern und Experten. Windows-Managerin Reller sagte, die Probleme der Nutzer müssten ernst genommen werden. "Wir lehnen uns nicht zurück und sagen uns, dass sie sich schon daran gewöhnen werden."

PC-Verkäufe leiden

Die Marktforscher von IDC erklärten sogar, die Unzufriedenheit mit Windows 8 sei einer der Gründe für den bisher stärksten Einbruch des PC-Marktes. Der Absatz der Notebooks und Desktops war im ersten Quartal um fast 14 Prozent fallen. Der Markt für klassische Personal Computer schrumpft schon seit rund einem Jahr. Anwender halten sich zurück, weil sie mit dem Programm fremdeln. Es gibt auch noch nicht viele günstige Laptops mit Touchscreens, mit denen man das Potenzial der Software ausschöpfen könnte. Reller setzt auf neue Geräte wie von Lenovo, Asus und Hewlett-Packard noch in diesem Jahr. Zum Jahresbeginn 2013 hatten PC-Hersteller mit einem Minus von 14 Prozent den stärksten Absatzrückgang seit Beginn der Statistik verzeichnet. Gleichzeitig verzeichneten Tablets einen Zuwachs von 142 Prozent.

Mit der Markteinführung von Windows 8 hatte Microsoft auch eine Download-Plattform für Programme gestartet. In diesem Windows Store seien inzwischen 250 Millionen Apps heruntergeladen worden, sagte Reller. Insgesamt gebe es inzwischen 700 Millionen Konten von Nutzern, die sich für Microsoft-Dienste angemeldet haben. Allein das neue Webmail-Angebot Outlook.com, in dem der bekannte Dienst Hotmail aufging, kommt auf 400 Millionen Kunden.

san/AFP/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools