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Zeitbombe Windows XP

In einem Jahr stellt Microsoft den Support für Windows XP ein. Noch immer ist das 12 Jahre alte Betriebssystem auf fast 40 Prozent der Rechner installiert. Und eine große Sicherheitsgefahr.

Von Christoph Fröhlich

  Windows XP ist mittlerweile ein sehr unsicheres Betriebssystem

Windows XP ist mittlerweile ein sehr unsicheres Betriebssystem

Als der Fotograf Charles O'Rear im Januar 1996 auf der Suche nach einem geeigneten Motiv durch die Hügel des Sonoma County in Kalifornien streifte, ahnte er nicht, dass er eines der berühmtesten Fotos der Welt machen würde. Kein bedeutendes Werk der Kunstgeschichte ist so bekannt wie diese Aufnahme: Vom Rand eines Highways aus fotografierte er eine satte, grüne Wiese vor blauem Wolkenhimmel, die später Millionen Menschen auf ihrem Bildschirm sehen sollten. Der Wiesenhintergrund namens "Bliss" war das erste Bild, das Nutzer bei Windows XP zu sehen bekamen. 12 Jahre ist das her, und noch immer schmückt die Wiese Millionen von Desktops. Dabei ist Windows XP längst zu einer tickenden Zeitbombe geworden.

Virenschleuder Windows XP

Auf knapp 40 Prozent der Computer ist Windows XP installiert, wie der Analysedienst "NetMarketShare" in seiner jüngsten Datenerhebung vom 1. April zeigt. Damit liegt das betagte Betriebssystem nur knapp hinter Windows 7, das auf 44,73 Prozent der Rechner installiert ist. Der Marktanteil von Windows 8, das im vergangenen Oktober veröffentlicht wurde, wächst zwar kontinuierlich. Mit 3,17 Prozent liegt es aber weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

Dabei stellen die Wechselunwilligen ein enormes Sicherheitsrisiko für die restlichen Nutzer dar: Windows-XP-Computer sind wahre Virenschleudern, wie eine Studie des tschechischen Antivirus-Unternehmens Avast zeigt. Dreiviertel aller Trojaner-Infektionen betreffen den Betriebssystem-Oldtimer. "Windows XP basiert auf einer längst überholten Sicherheitsarchitektur, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht", sagt Thomas Baumgärtner, Sicherheitsexperte bei Microsoft.

Seit dem Start des Betriebssystems im Oktober 2001 hat sich die Technikwelt stark verändert: Geräte und Accounts sind miteinander vernetzt, immer mehr Dienste verlagern sich ins Internet. Auch Viren, Würmer und Trojaner sind aufwändiger programmiert als noch vor einem Jahrzehnt. "Im Jahr 2001 war Phishing noch gar keine Bedrohung", erklärt Baumgärtner. "Da dachte man noch an einen Angelausflug." Heute werden täglich Tausende Kreditkartendaten und Onlinebanking-Zugänge im Netz gestohlen.

Ende mit Ansage

In knapp einem Jahr, am 8. April 2014, wird Microsoft den Support für Windows XP endgültig einstellen. Dann wird es keine neuen Updates geben, Sicherheitslücken werden nicht mehr gestopft. Mit jeder neu entdeckten Schwachstelle wird das Betriebssystem anfälliger für Cyber-Kriminelle. Wer das Betriebssystem über das von Microsoft diktierte Verfallsdatum weiter nutzt, riskiert, Opfer von Hackern und Virenprogrammierern zu werden.

Schon jetzt ist das System extrem anfällig. Im vergangenen Jahr waren fast 10 von 1000 untersuchten PCs mit Windows XP und der Erweiterung Service Pack 3 durch Viren verseucht, wie Microsoft in seinem letzten Sicherheitsbericht mitteilte. Damit ist die Infektionsrate doppelt so hoch wie bei Windows-7-Rechnern. Bei den meisten Nutzern dürfte sie noch deutlich höher liegen: "Ein Drittel aller XP-User benutzt Service Pack 2 oder noch ältere Versionen", heißt es in der Studie von Avast. Nutzer von Raubkopien seien häufig mit veralteten Versionen der Software im Netz unterwegs, ist in dem Bericht zu lesen.

Für Unternehmen wird es eng

Doch nicht nur aus Sicherheitsgründen sollten Nutzer auf eine neue Betriebssystem-Version umsteigen. Schon jetzt unterstützen einige Hardware-Hersteller Windows XP nicht mehr. "Für so ein altes System werden viele Treibergar nicht mehr entwickelt", so Baumgärtner. Ob Tablet, Smartphone oder Drucker - die Inkompatibilitäten mit dem Uralt-Windows werden zunehmen. "PC-Leistungen werden mit XP nicht adäquat ausgenutzt, beispielsweise im Bezug auf Bluetooth, Wlan, schnellere USB-Ports, hochauflösende Bildschirme oder Touchscreens", heißt es von Microsoft.

Ein weiterer Nachteil sei: Viele Programme werden nur für die neueren Windows-Versionen geschrieben, darunter insbesondere für Unternehmen wichtige Anwendungen beispielsweise für die Personalplanung oder Produktsteuerung. Für Firmen ist das eine große Herausforderung. Die Zeit für den Umstieg wird immer knapper: Die Einführung eines neuen Betriebssystems kann, abhängig von der Unternehmensgröße, mehrere Monate bis Jahre dauern. Einige Unternehmen riskieren, mit ungeschützten Computern zu arbeiten.

Ab 8. April haben Nutzer ein Jahr Zeit, dem betagten Betriebssystem und der grünen Wiese Lebewohl zu sagen. In der Realität ist der Wandel längst angekommen: Dort, wo Charles O'Rear vor 16 Jahren auf die üppige Wiese blickte, erstrecken sich heute Weinberge. Das satte Grün ist längst verblasst.

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