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19. Februar 2012, 11:30 Uhr

Google soll Apples Safari-Browser ausgetrickst haben

Ein US-Wissenschaftler wirft Google und einigen Online-Werbern vor, den Cookie-Blocker von Apples Browser Safari einfach zu umgehen, um maßgeschneiderte Anzeigen auszuliefern. Die Unternehmen weisen den Vorwurf der Nutzerspionage zurück.

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Apple Safari-Browser akzeptiert in der Grundeinstellung keine Cookies© Apple

Google und andere Online-Anzeigenunternehmen haben nach einem Bericht des "Wall Street Journals" systematisch die Datenschutzeinstellungen des Safari-Browsers auf dem iPhone aber auch auf dem PC oder Mac umgangen. Dabei seien Nutzerprofile erstellt worden, ohne dass die Anwender dem zugestimmt hätten. Die Zeitung beruft sich dabei auf Erkenntnisse des Wissenschaftlers Jonathan Mayer von der Stanford University, die durch einen Experten des "Wall Street Journals" bestätigt worden seien. Google und Firmen wie Vibrant Media Inc., Media Innovation Group LLC und PointRoll Inc. hätten den Code über Werbeanzeigen eingeschleust.

Der Internetkonzern betonte, man habe lediglich auf allgemein bekannte Weise Safari-Einschränkungen umgehen wollen, damit angemeldete Google-Nutzer den vollen Funktionsumfang hätten. "Der Safari-Browser beinhaltete jedoch eine Funktionsweise, die daraufhin auch das Setzen anderer Google Werbe-Cookies im Browser zuließ. Damit haben wir nicht gerechnet." Google habe jetzt damit begonnen, diese Werbe-Cookies aus Safari-Browsern zu entfernen. Ein Apple-Sprecher sagte der Zeitung, Apple arbeite an einer Lösung, um die Umgehung der Datenschutzeinstellungen zu umgehen.

Cookies standardmäßig blockiert

Die Kontroverse hat mit der Funktionsweise von Safari zu tun. Der Apple-Browser lässt - anders als etwa Firefox, Chrome oder Internet Explorer - standardmäßig keine Cookies von Drittanbietern wie etwa Online-Werbefirmen zu. Als Google vergangenes Jahr nach dem Vorbild des "Gefällt mir"-Buttons von Facebook seinen eigenen "+1"-Knopf startete, hatte der Internet-Konzern bei Safari ein Cookie-Problem.

Google erklärt sein Vorgehen so: "Um diese Features zu ermöglichen, haben wir eine temporäre Verbindung zwischen Safari-Browsern und Google-Servern hergestellt, um feststellen zu können, ob ein Safari-Nutzer bei Google eingeloggt war und diese Art der Personalisierung zugelassen hat." Die Informationen seien dabei anonymisiert geflossen. Die persönlichen Informationen der Nutzer seien damit von den Inhalten, die sie im Internet aufgerufen haben, getrennt worden. Dass auf diese Weise aber auch die Tür für viele Werbe-Cookies geöffnet wurde, sei nicht geplant gewesen.

Im Test des "Wall Street Journals" fanden die Experten den umstrittenen Code unter den hundert populärsten Websites in den USA auf 22 Sites mit dem Safari-Browser auf dem Mac und auf 23 Angeboten mit der mobilen Safari-Version auf dem iPhone.

san/DPA/AFP
 
 
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