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24. August 2004, 16:17 Uhr

Dringend empfohlen!

Mit dem bisher größten Update will Microsoft sein für Sicherheitsmängel berüchtigtes Betriebssystem Windows XP sicherer machen.

Windows XP hat viele Lücken, die gestopft werden müssen© Microsoft

Bill Gates hat ein Problem: Zwar besitzt der Microsoft-Chef mit seinem Betriebssystem Windows XP einen einmaligen Bestseller. Über 210 Millionen Exemplare des Programms wurden weltweit bereits verkauft. Dennoch schwindet das Vertrauen in die Software, denn es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendwelche eklatanten Sicherheitslücken in Windows oder seinen Komponenten Internet Explorer oder Outlook Express bekannt werden. Viren, Würmer und Hacker haben auf Windows-PCs leichtes Spiel.

Damit soll jetzt Schluss sein: Erstes Resultat einer großen Sicherheitsinitiative von Microsoft ist das Windows XP Service Pack 2, kurz SP2. Das bislang größte kostenlose Update, das der Konzern je herausgebracht hat, steht ab sofort allen Windows-XP-Benutzern zur Verfügung. Auch wenn das Softwarepaket keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten kann, sind sich doch alle Experten einig: Wer SP2 installiert, macht seinen Rechner deutlich widerstandsfähiger gegen Hackerattacken und Virenangriffe, stopft zahllose Sicherheitslöcher und bekommt etliche Zusatzfunktionen.

Das neue Sicherheitscenter informiert über den Schutzstatus des PCs.

Wichtigste Neuerung: das Sicherheitscenter

Diesmal begnügt sich Microsoft nicht damit, kleinere und größere Fehler auszumerzen: Windows XP wird komplett umgekrempelt. Hunderte von Systemdateien werden ausgetauscht. Nur so lassen sich Sicherheitsmängel beseitigen, die tief im Kern des Betriebsprogramms verborgen sind und immer wieder für Ärger sorgen. Die offenkundigste Neuerung ist das "Sicherheitscenter", zu finden in der Systemsteuerung. Es zeigt auf einen Blick die aktuellen Sicherheitseinstellungen des PCs und warnt den Benutzer, sobald sich Lücken auftun. Sollte beispielsweise der Virenschutz ausfallen oder von einem Computerwurm ausgehebelt werden, erscheint sofort ein Warnhinweis auf dem Bildschirm.

Nützlich ist vor allem die komplett überarbeitete und nun normalerweise immer aktivierte Firewall - die "Brandschutzmauer" gegen Angriffe aus dem Internet. Sie meldet sich sofort, wenn ein Programm versucht, unerlaubt Kontakt mit dem Internet herzustellen. Solche Warnhinweise helfen PC-Benutzern dabei, Würmer oder Spionageprogramme zu entdecken - wenn der Benutzer die Warnhinweise ernst nimmt und richtig interpretiert.

Zwei Probleme mit der Firewall

Es gibt allerdings zwei Probleme mit der Windows Firewall: Erstens ist ihr Schutz nicht ganz so ausgefeilt wie bei separat erhältlichen Sicherheitspaketen - wer größtmögliche Abwehr möchte, sollte lieber auf kommerzielle Schutzprogramme ausweichen. Und zweitens haben einige Programme Schwierigkeiten mit SP2, weil sie nicht mehr ungehindert ins Internet kommen. Für diese Software werden kurzfristig Updates der Hersteller zur Verfügung stehen. Alternativ lässt sich die Firewall meist mit ein paar Klicks manuell für diese Programme öffnen.

Überarbeitet: der Internet Explorer

Tiefgreifende Veränderungen nimmt SP2 am Internet Explorer vor. Microsofts Browser weist jede Menge Sicherheitslücken auf, weshalb viele Computerbenutzer längst auf sicherere Alternativen wie Opera oder Firefox umgestiegen sind. Das Service Pack 2 stopft zahlreiche bekannte Lücken und macht den Browser insgesamt sicherer. Endlich sorgt nun auch ein eingebauter Werbeblocker dafür, dass keine Popup-Fenster mit Reklame mehr erscheinen. Außerdem warnt der Browser vor unsicheren Datei-Downloads und informiert den PC-Benutzer deutlich besser, wenn etwas aus dem Netz heruntergeladen wird.

Nach Installation von SP2 werden künftig Updates für Windows automatisch heruntergeladen und installiert, wenn der Benutzer diese Einstellung nicht ändert. So werden Sicherheitslöcher sofort gestopft. Nur für einen Virenschutz muss der PC-Benutzer auch mit SP2 weiterhin selbst sorgen, indem er eines der bekannten Virenschutzprogramme installiert.

Weitere Verbesserungen bringt das Service Pack zum Beispiel bei der Einstellung und Erkennung von drahtlosen Funkverbindungen per WLAN oder Bluetooth.

Das Fazit ist klar: Jeder Windows-XP-Benutzer sollte das Service Pack 2 installieren. Und zwar möglichst bald.

Jörg Schieb
 
 
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