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27. März 2004, 11:43 Uhr

Endlich in Ruhe surfen

WLAN-Funk wird immer beliebter. Doch nur wenige kümmern sich um die Sicherheit ihres Netzwerks. Dabei ist die besonders wichtig - und nicht schwer einzurichten.

Ein Access Point (wie dieser von Netgear, ca. 110 Euro) ist wichtig für ein sicheres Funknetzwerk.© Martin Timmermann

Auch wenn die Kürzel immer noch verwirren: WLAN, Wi-Fi, "Wireless" oder 802.11 sind inzwischen weit verbreitet. All diese Begriffe bedeuten dasselbe - egal, wie es der jeweilige Hersteller nennt: Es geht um die Vernetzung von Computern per Funk und somit ohne lästige Kabel. Kaum ein neuer Rechner wird ohne WLAN-Anschluss ausgeliefert; zum Nachrüsten gibt es das nötige Zubehör mitunter schon unter 100 Euro.

Die drahtlose Computerwelt bietet einige Vorteile: Ohne Strippenzieherei können sämtliche Rechner in einem Haushalt Daten austauschen und sich so zum Beispiel einen Internetanschluss oder einen Drucker teilen. Mit einem Laptop kann überall im Haus ganz ohne Kabel gesurft werden - etwa auf dem Sofa oder im Bett. Zudem gibt es immer mehr Funkempfänger für die Stereoanlage, die Musik aus dem PC drahtlos an die Boxen bringen.

Funkerei mit Tücken

Doch die Funkerei hat auch Tücken: Sie kann abgehört werden. Dabei geht es nicht nur darum, dass böse Hacker die geheimen Passwörter für das Bankkonto mithören, während sie mit ihrem funkfähigen Notebook draußen vor dem Haus parken. In einem schlecht geschützten Funknetzwerk mit immerhin bis zu 100 Meter Reichweite ist es auch möglich, dass die Nachbarn im Mietshaus kostenlos mitsurfen und dabei Online-Kosten verursachen.

Spezialisten sind immer wieder erschüttert, wie wenig sich Käufer von WLAN-Geräten um ihre Sicherheit kümmern. Da wird der Name des Funknetzes nicht geändert und bleibt - für Hacker praktisch - mit dem des Herstellers identisch, und das Passwort für den Zugang lautet schlicht "passwort". Dabei genügen ein paar Regeln, um das Ausspionieren des Funknetzes schwierig zu machen.

Sicherheitsregeln
Die direkte Funkverbindung zwischen zwei Computern ("Ad-hoc-Modus") ist immer relativ unsicher. Besser ist die Nutzung eines zentralen Zugriffspunkts ("Access Point", kurz: AP), über den alle Geräte verbunden werden. So ein WLAN-Access-Point ist ein wenig teurer, aber viel sicherer. Er lässt sich zum Beispiel auch an einen DSL-Internetzugang anschließen.
Die Anleitung des AP verrät, wie er konfiguriert wird - meist, indem Sie erst mal einen PC per Netzwerkkabel anschließen. Dort nehmen Sie alle Einstellungen vor.
Der Zugang zur AP-Konfiguration ist meist mit einem vorgegebenen Passwort geschützt. Dieses sollten Sie auf ein persönliches Kennwort ändern.
Jedes Funknetzwerk hat einen vom Hersteller vorgegebenen Namen (sog. SSID). Denken Sie sich einen eigenen aus. Außerdem sollten Sie einstellen, dass der Name nicht vom AP ausgestrahlt wird. Dann können sich nur Geräte andocken, die den Namen kennen.
Jedes Gerät im Netz hat eine eigene "MAC-Adresse". Wenn Sie Ihre PCs zum ersten Mal mit dem AP verbunden haben, können Sie in einer Liste den Zugang auf die MAC-Adressen Ihrer Computer beschränken und Fremdlinge aussperren.
Die einfachste Methode, Daten im Funknetz zu verschlüsseln und damit vor Lauschern zu schützen, heißt WEP. Das ist zwar nicht vollkommen sicher, aber Sie sollten WEP dennoch unbedingt nutzen. Wählen Sie dabei den längstmöglichen Schlüssel (meist 128 Bit). Diesen müssen Sie am AP und auf allen PCs je einmal eingeben.
Noch sicherer ist die Verschlüsselung mit WPA. Sie funktioniert mit neueren Access Points und Betriebssystemen.
Schalten Sie den AP ab, wenn Sie ihn länger nicht benutzen, etwa tagsüber. Das gibt Hackern weniger Zeit zum Angriff.

Sollte etwas nicht auf Anhieb funktionieren - ein wenig Geduld lohnt sich in jedem Fall. Zwar garantieren die Maßnahmen keinen hundertprozentigen Schutz. Aber sie machen das Eindringen einem Bösewicht immerhin so schwer, dass er lieber nach dem nächsten ungeschützten Computernetz sucht.

Thomas Borchert
 
 
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