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Drahtlos glücklich

Das Wlan ist wieder quälend langsam? Ihr Router ist nicht auf dem neuesten Stand? stern.de zeigt Ihnen, wie Sie ihr Netzwerk mit wenigen Handgriffen optimieren.

Von Christoph Fröhlich

  Einstecken und los geht's: Viele Internetanbieter bevormunden ihre Kunden mit simplen Installationsroutinen

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Mehr als 12 Millionen Haushalte in Deutschland surfen drahtlos, zumindest innerhalb der eigenen vier Wände. Doch nicht immer läuft das Wlan so, wie es sollte: Mal reicht die Funkverbindung nicht bis in das hinterste Zimmer, ein anderes Mal ist sie langsamer als versprochen. Dabei lassen sich viele Probleme mit wenigen Handgriffen beheben. Diese zehn Tipps helfen.

Stromverbrauch des Routers minimieren

Ein Wlan-Router läuft häufig 24 Stunden am Tag, dabei wird in Privathaushalten nachts oder während der Arbeitszeit meist gar nicht gesurft. Das verbraucht unnötig viel Energie und Geld. Moderne Geräte bieten mittlerweile eine Nachtschaltung an. Dabei schaltet sich der Router entweder zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt aus oder wenn kein Wlan-Empfänger mehr aktiv ist. Ein weiterer Vorteil: Ist das Funknetzwerk ausgeschaltet, haben Fremdsurfer keine Chance.

Ältere Router kennen die intelligente Stromsparfunktion häufig nicht, sie kann aber unter Umständen nachgerüstet werden. Allgemein gilt: Die meisten Geräte werden mit einer veralteten Software ausgeliefert. Deshalb kann sich ein Blick auf die Hersteller-Website lohnen, auf der Aktualisierungen für die Firmware angeboten werden, eine Art Mini-Betriebssystem des Routers. Neben neuen Funktionen schließen die Updates auch Sicherheitslücken.

Störende Funkfrequenzen vermeiden

Moderne Wlan-Router sind mit dem schnellen Funkstandard 802.11n ausgestattet, der sowohl auf einer Frequenz von 2,4 als auch auf 5 Gigahertz sendet. Doch nicht alle Empfangsgeräte unterstützen die höhere Frequenz, im Zweifel sollte daher 2,4 Gigahertz bevorzugt werden. Der Nachteil: In Wohnhäusern, in denen mehrere Funknetzwerke betrieben werden, können sich die einzelnen Wlan-Netze überlagern und so an Leistung einbüßen. Auch schnurlose Telefone, Mikrowellen oder Babyphones senden auf dieser Frequenz und vermindern die Signalstärke.

Sollten Sie ausnahmslos Geräte verwenden, die den 5-Gigahertz-Standard unterstützen, sollte dieser aktiviert werden. Allerdings ist die Wlan-Reichweite geringer, und selbst moderne Geräte wie Apples iPhone 4S oder die Spielkonsole Xbox 360 nutzen nur das störanfälligere 2,4-Gigahertz-Band. Mit Dualband-Routern werden beide Frequenzbereiche abgedeckt.

Überlappende Netzwerke umgehen

Nicht nur die Frequenzen der einzelnen Wlan-Netze unterscheiden sich, sondern auch die Funkkanäle. Damit innerhalb eines Frequenzbandes möglichst viele Nutzer untergebracht werden können, sind die Bänder in bis zu 13 Kanäle unterteilt. Wie auch bei der Frequenz gilt: Senden mehrere Funknetzwerke auf dem gleichen Kanal, kann es zu Störungen kommen. Empfehlenswert sind die Kanäle 1, 6 und 11, denn dort kommt es zu den wenigsten Überschneidungen.

Um herauszufinden, welcher Kanal im eigenen Netzwerk verwendet wird, empfiehlt sich das kostenlose PC-Programm "inSSIDer": Das Tool zeigt jedes in der Nähe befindliche Funknetz samt Kanal, Verschlüsselungsmethode und Datenrate. Im Menü des Routers kann anschließend der Funkkanal geändert werden, einige Geräte bieten auch die Funktion "Autokanal": Ist diese aktiviert, wird automatisch nach dem bestmöglichen Funkkanal gesucht. Das erspart lästiges Suchen.

Hinweis: Für den US-Markt produzierte Geräte funktionieren nicht auf den Kanälen 12 und 13. Sollte es zu Verbindungsproblemen kommen, wählen Sie einen niedrigeren Funkkanal.

Wlan trennt sich nach Ruhezustand

Laptops haben nicht unendlich Akkuleistung – deshalb schaltet sich Windows 7 häufig in den Stromsparmodus. Allerdings sind die Einstellungen manchmal so effizient, dass die bestehende Wlan-Verbindung unterbrochen wird – egal ob sie gebraucht wird oder nicht. Ab und zu funktioniert das Funknetz nach der ungewollten Trennung nicht mehr. Der einzige Ausweg ist ein Neustart.

Doch es gibt eine Lösung für das nervige Problem: Gehen Sie zunächst in die Windows-Systemsteuerung, dort in den Gerätemanager und wählen Sie den Wlan-Adapter aus. In der Registerkarte "Energieverwaltung" entfernen Sie beim Punkt "Computer kann das Gerät ausschalten, um Energie zu sparen" den Haken.

Bleibt der Rechner widerspenstig, wählen Sie in der Systemsteuerung den Punkt "Energieoptionen", anschließend "Energiesparplaneinstellungen ändern" sowie "Erweiterte Energieeinstellungen ändern". Im nächsten Fenster sollten Sie den Reiter "Drahtlosadaptereinstellungen | Energiesparmodus" öffnen und die Option "Höchstleistung" aktivieren. Bei "USB-Einstellungen | Einstellungen für selektives USB-Energiesparen" die Einstellung "Deaktiviert" vornehmen. Hinweis: Je nach Betriebssystem können sich die einzelnen Menüs unterscheiden.

Auf Knopfdruck lossurfen

Internetradio, Spielkonsole, Fernseher, Drucker – immer mehr Geräte lassen sich über das heimische Funknetzwerk bedienen. Doch die Einrichtung ist häufig nicht sehr komfortabel. Mit der Verschlüsselungstechnik WPS (Wifi Protected Setup) wird das komplizierte Vernetzen zum Kinderspiel: Unterstützen beide Geräte die Funktion, genügt ein Knopfdruck, schon sind die Geräte verbunden.

Achtung: Einige Router nutzen stattdessen eine achtstellige PIN. Diese Variante weist Sicherheitsmängel auf und ist in wenigen Stunden zu knacken. Im Zweifelsfall sollte das Heimnetzwerk deshalb immer über den "Push-Button-Connect" oder das Menü des Routers aufgebaut werden.

Der PC wird zum Hotspot

Trotz aller Tipps ist das Funknetzwerk zu schwach? Tablet oder Smartphone verlieren regelmäßig die Verbindung oder kommen gar nicht erst ins Netz? Sollten Sie einen PC mit dem Betriebssystem Windows 7 nutzen, könnte die kostenlose Software "Connectify" weiterhelfen. Die Anwendung übernimmt den Wlan-Adapter des Computers und erstellt ein virtuelles, auf Wunsch sogar passwortgeschütztes Funknetz, in das sich andere Geräte einwählen können. Mit dem PC in der Nähe dürfte es dann auch das Smartphone ins Internet schaffen. Zwar kann Windows 7 auch ohne "Connectify" ein virtuelles Wlan-Netzwerk erstellen – allerdings gestaltet sich der Prozess deutlich schwieriger.

Tauschbörse-Nutzern auf die Schliche kommen

Um Fremdsurfern auf die Schliche zu kommen, kann ein Blick in das Router-Protokoll helfen. Viele Geräte loggen jede Aktivität der Nutzer mit und zeigen, welches Gerät wann mit dem Router verbunden war. Das zeigt nicht nur, ob die Kinder nachts heimlich im Internet surfen, sondern auch, ob sich Unbefugte Zugriff auf das Netzwerk verschafft haben.

Ein weiterer Tipp: Mit Software wie "Trafmeter" oder "Netbalancer" können Sie auch die ein- und ausgehende Datenmenge im Auge behalten. So können Sie beispielsweise herausfinden, ob in ihrem Netzwerk Tauschbörsen oder andere – möglicherweise illegale – Downloads laufen.

USB-Stick wird zum Netzlaufwerk

Kostengünstig einen zentralen Datenspeicher einzurichten, ist nicht schwer: An den USB-Anschlüssen moderner Router können nicht nur Drucker angeschlossen werden, sondern auch Speichermedien wie externe Festplatten oder USB-Sticks. Einige Geräte erkennen die Minispeicher automatisch, bei anderen müssen sie erst konfiguriert werden. Hinweise dazu liefert die Bedienungsanleitung oder das Menü des Routers.

Sicheres Kennwort und Verschlüsselung

Der aktuelle Sicherheitsstandard ist WPA2: Es verwendet die Verschlüsselungsmethode AES (Advanced Encryption Standard), dabei werden unterschiedlich lange Schlüssellängen verwendet. WPA (WiFi Protected Access) und WEP (Wired Equivalent Privacy) sind beide unsicherer als WPA2, wobei WPA wiederum WPE überlegen ist.

Um die Sicherheit des Netzwerks zu optimieren, sollten Sie ein gutes Passwort wählen: mindestens acht Zeichen samt Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen. Mehr Tipps für ein sicheres Passwort erhalten Sie hier.

Wlan-Bremse entfernen

Sie haben ihr komplettes Heimnetzwerk auf die neuen 802.11n-Geräte umgestellt, doch es ist nicht schneller als vorher? Möglicherweise liegt es an der falschen Verschlüsselung. Der Router kann zwischen verschiedenen Verfahren wählen: TKIP (Temporal Key Integrity Protocol), AES (Advanced Encryption Standard) oder eine Kombination aus beiden. Häufig ist TKIP voreingestellt, da ältere Geräte nicht AES-kompatibel sind. Allerdings begrenzt TKIP die Leistung auf 54 MBit pro Sekunden – statt möglichen 300. Dabei unterstützen fast alle neuen Geräte die bessere Verschlüsselung AES. Sollten einige Geräte damit nicht funktionieren, aktivieren Sie entweder die Kombination aus beiden Methoden oder wechseln Sie zurück auf TKIP.

Christoph Fröhlich

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