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Alles umsonst, alles gut?

Mit einem ansprechenden Geschäftsmodell will Frogsters "Runes of Magic" Spieler für sich gewinnen: Das Online-Rollenspiel ist im Grunde komplett kostenlos und darüber hinaus erstaunlich gut - bedient es sich in puncto Gameplay, Grafik und Menü doch bei den Großen des Genres.

Die Welt der Online-Rollenspiele ist bisher in klaren Bahnen verlaufen. Ein Titel musste zum Preis eines Vollpreisproduktes erworben werden und schlug darüber hinaus nach 30 Tagen Testphase mit einer monatlichen Abo-Gebühr zu Buche. Im Gegenzug wurde der Inhalt ständig um neue Level und Figuren erweitert und ein problemfreies Spielen gewährleistet.

"Runes of Magic" bricht mit diesem Modell. Weder muss für das Programm Geld bezahlt werden, noch verlangt Publisher Frogster monatliche Gebühren: "Runes of Magic" ist komplett gratis. Kein Wunder, dass sich nach Ende der Beta-Testphase Mitte März über 700.000 neugierige Spieler in den Online-Weiten von Taborea tummelten.

Der Kontinent erinnert visuell stark an "World of Warcraft", "Warhammer Online" und Co. - die taiwanesischen Designer von Runewaker Entertainment haben sich ebenfalls für eine zauberhafte, mittelalterlich-anmutende Fantasywelt entschieden. Doch gibt es Unterschiede zum großen Vorbild: Zum einen kann man alle Berufe annehmen, die es im Spiel gibt, jedoch es nur in einem zum Meister bringen. Zum anderen kann der Charakter ab Stufe zehn eine zweite Klasse wählen ...

Schwäche in den hohen Stufen

Ansonsten findet sich in Taborea nahezu alles, was es auch in der "World of Warcraft" gibt: Auf abenteuerhungrige Spieler warten zahllose Aufgaben, die mal nette Geschichten erzählen, mal in stumpfes Tot-Klicken von Monstern ausarten, aber immer mit neuen Gegenständen und Erfahrungspunkten belohnt werden. Gefechte mit anderen Zockern können ebenfalls ausgetragen werden. Allerdings ist dieses Feature bisher nur rudimentär ausgearbeitet. Zudem gibt es für höherstufige Charaktere noch etwas wenig zu tun, hier sollte Runewaker schleunigst nachbessern.

Eine Besonderheit von "Runes of Magic" ist der Shop: Hier dürfen allerlei Heiltränke, Möbelgegenstände für das eigene kostenfreie Haus oder auch Reitpferde gekauft werden - allerdings gegen echtes Geld! Dieses Zahlungsmodell, "Microtransactions" genannt, ist Frogsters einzige Einnahmequelle. Spieler können, müssen aber nicht die zugreifen. Geizige Naturen haben allerdings keine Nachteile gegenüber anderen Spielern, die sich hie und da etwas geleistet haben.

Runes of Magic

Hersteller/Vertrieb

Runewaker Entertainment / Frogster

Genre

Online-Rollenspiel

Plattform

PC

Preis

ca. 10 Euro

Altersfreigabe

Ab 12 Jahren

Unter dem Strich bietet "Runes of Magic" ein ausgereiftes Spielvergnügen, das in vielen Punkten einen positiven Eindruck hinterlässt. Nachbessern müsste das Team noch an den deutschen Übersetzungen, am High-Level-Content und am Player-vs-Player-Modus. Doch wem "World of Warcraft" und Co. mit den monatlichen Gebühren zu teuer ist, dem sei ein Ausflug nach Taborea durchaus ans Herz gelegt.

Alexander Hildebrand/Teleschau/TELESCHAU

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