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130.000 Dollar für ein iPhone mit "Flappy Bird"

"Flappy Bird" ist Geschichte, doch auf vielen Smartphones lebt das Spiel mit dem kleinen Pixelvogel weiter. Einige Besitzer wollen daraus auf Ebay Profit schlagen - und erzielen sechsstellige Gebote.

Von Timo Brücken

Teure App: Für ein gebrauchtes iPhone, auf dem das mittlerweile nicht mehr erhältliche Spiel "Flappy Bird" installiert ist, werden auf Ebay umgerechnet mehr als 98.000 Euro geboten.

Teure App: Für ein gebrauchtes iPhone, auf dem das mittlerweile nicht mehr erhältliche Spiel "Flappy Bird" installiert ist, werden auf Ebay umgerechnet mehr als 98.000 Euro geboten.

Mehr als 130.000 US-Dollar für ein iPhone 4S, ein veraltetes Gerät aus zweiter Hand? Dass bei Apple-Usern das Geld eher locker sitzt, ist nichts Neues. Aber bei einer solchen Summe muss es sich schon um ein ganz besonderes Exemplar handeln. Und tatsächlich, auf dem bei Ebay angebotenen Gerät ist ein Stück Geschichte installiert: "Flappy Bird", eines der erfolgreichsten und zugleich nervigsten Spiele der Smartphone-Ära - das es seit Sonntag offiziell nicht mehr gibt.

In "Flappy Bird" geht es darum, einen kleinen Vogel durch Fingertippen in der Luft zu halten und so durch einen Parcours aus Röhren zu manövrieren. Das Spiel ist frustrierend schwer und macht gleichzeitig so süchtig, dass es innerhalb kürzester Zeit zum Hit wurde. 50 Millionen Menschen luden es herunter, die Bewertungen waren abwechselnd begeistert und hasserfüllt, Medien wurden aufmerksam.

Ein Versuch, den Hype weiter auszuschlachten

Doch Dong Nguyen, dem Entwickler der App, wurde es irgendwann zuviel. Am Samstagabend kündigte er an, sein Spiel aus den Stores nehmen zu wollen. Einen Tag später war es tatsächlich verschwunden. "Ich kann es nicht mehr ertragen", twitterte Nguyen über die plötzliche Aufmerksamkeit: "Bitte lasst mich in Frieden." Bis dahin hatte er mit "Flappy Bird" rund 50.000 Dollar am Tag verdient.

Andere versuchen nun, den Hype um den Pixelvogel auch posthum auszuschlachten. Auf Ebay finden sich Hunderte Angebote von Smartphones auf denen das Flattervieh weiterlebt. Die 134.000 Dollar (umgerechnet etwa 98.000 Euro) für das iPhone 4S sind bisher nur ein Gebot unter Vorbehalt. Für ein neueres Gerät vom Typ 5S werden hingegen verbindlich fast 100.000 Dollar (73.000 Euro) geboten. Viele andere Auktionen, bei denen es bisher noch keine Gebote gibt, starten durchgehend im vier- bis fünstelligen Dollar-Bereich. Stolze Preise, wenn man bedenkt, dass ein nagelneues iPhone 5S zwischen 700 und 900 Euro kostet. Aber das wird halt leider ohne "Flappy Bird" geliefert.

Drohte Nintendo mit einer Klage?

Entwickler Nguyen verzichtet derweil auf sein Stück vom Kuchen, obwohl unklar ist, ob er das tatsächlich nur aus Bescheidenheit tut. Die grünen Röhren in "Flappy Bird" erinnerten viele an Nintendos "Super Mario". Nguyen hatte sogar zugegeben, dass die Jump'N'Run-Reihe ihn zumindest inspiriert habe. Drohte der Videospielriese also womöglich mit einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung? Nguyen bestreitet, dass sein Rückzug "rechtliche Gründe" habe. Und ein Nintendo-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Das klingt sehr nach einem Gerücht, und wenn es das ist, kommentieren wir es ganz bestimmt nicht." "Ein klares Dementi klingt eigentlich anders", befand die Tech-Website "Golem".

Andere scheuen sich hingegen nicht vor dreisten Kopien. Auf dem Freiberufler-Jobportal Elance werden ganz offen Spieledesigner für "Flappy Bird"-Klone gesucht. Schnell und billig sollen sie sein. "Nichts Besonderes, gleiches Konzept, gleiche Engine", schreibt ein Anbieter aus Bahrain, und einer aus den USA meint: "Ich brauche das Spiel am besten morgen."

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