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Spiel's noch einmal, Fenton

Die beiden "Geheimakte Tunguska"-Spiele gelten als Schmuckstücke des Adventures. Jetzt treten die Macher in die Fußstapfen von Indiana Jones: Im rundum gelungenen "Lost Horizon" jagt der Spieler um die halbe Welt, um ein tibetisches Artefakt vor den Nazis zu retten.

Mit "Geheimakte Tunguska" und "Geheimakte 2: Puritas Cordis" haben Animation Arts Spuren im Genre hinterlassen - dank der Rückkehr zu alten Tugenden und packend inszenierten Stories und Puzzles, die sich perfekt in die Handlung einfügen. "Lost Horizon", ihr jüngstes Werk, trägt dieselbe Handschrift und spielt in den politischen Wirren der 30er-Jahre. Das Spiel entpuppt sich dabei als gelungene Hommage an Filmklassiker von "Casablanca" bis zur "Indiana Jones"-Reihe.

Smarter Dreitagebart-Schönling, aber auch unabhängiger Draufgänger, der sich nicht so schnell unterkriegen lässt - Fenton Paddock ist so etwas wie der perfekte Sympathieträger für ein klassisches Point&Click-Adventure. Aus der britischen Armee unehrenhaft entlassen, will er mit dem Militär eigentlich nichts mehr zu tun haben und hält sich in der Kronkolonie Hongkong mit krummen Geschäften über Wasser.

Dabei kommt er unversehens mit den chinesischen Triaden in Konflikt, die ihn als Konkurrenten sehen. Kurzerhand packen sie Paddock in eine Holzkiste und versenken ihn im Hafenbecken. Natürlich überlebt der Protagonist den Mordanschlag - und wird fortan in alle Schwierigkeiten verwickelt, die man sich nur denken kann: Der britische Gouverneur überredet ihn, nach einer verschollenen Expedition in Tibet zu suchen. Doch damit gerät er zwischen die Fronten der Alliierten und der Nazis, die es wegen einer ominösen Mönchskammer ebenfalls auf die verschwundene Forschertruppe abgesehen haben.

Die Zutaten stimmen vom ersten Moment an: Exotische Schauplätze von Hongkong über den Himalaja bis nach Marokko, das typische, mondäne 30er-Jahre-Flair, interessante Charaktere und eine filmreife Dramaturgie, die einen sofort ganz tief in die Geschichte eintauchen lassen. "Lost Horizon" reiht gekonnt kurze, abwechslungsreiche Szenen aneinander, die jeweils mit kleinen Cliffhangern eine solche Spannung aufbauen, dass man das Geschehen unbedingt weiterverfolgen möchte. Hervorragende Synchronsprecher und ein erstklassiger Orchestersoundtrack verstärken die großartige Atmosphäre ebenso wie die facettenreiche, comic-artige Grafik. Die kleinen Ruckler bei Szenenübergängen fallen dabei kaum mehr ins Gewicht.

Gute Bedienung, faire Rätsel

Die Point&Click-Steuerung knüpft direkt an die "Geheimakten" an und dürfte auch Einsteiger vor keine Probleme stellen: Eine Hotspot-Anzeige, Hilfefunktionen und ein stets überschaubares Inventar am unteren Bildschirmrand sorgen für maximalen Komfort. Große Frustgefahr besteht bei den Rätseln ist in "Lost Horizon" ohnehin nicht: Die Puzzles sind stets fair und logisch aufgebaut - für Profi-Querdenker hätten sie durchaus einen Tick schwieriger ausfallen können.

Für Freunde rasant erzählter Abenteuer ist "Lost Horizon" ein echter Leckerbissen. Die Entwickler spielen virtuos mit den Zutaten, die schon "Indiana Jones" zum Erfolg verhalfen, ohne jedoch einen bloßen Abklatsch des Klassikers abzuliefern. Bei "Lost Horizon" ist alles rund.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Spiele sind nur der Anfang: Wie Kinect für die Xbox 360 weiterentwickelt wird"

Lost Horizon

Hersteller/Vertrieb

Animation Arts/Koch Media

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

32 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahre

Herbert Aichinger/Teleschau/TELESCHAU
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

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