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"Resident Evil 7" im Test: Horror der nächsten Generation

Sie wollen sich mal wieder so richtig gruseln? Dann werfen Sie einen Blick auf das neue Spiel "Resident Evil 7". Der neue Horror-Shooter lehrt Sie das Fürchten - auf Wunsch wird man sogar Teil der Spielwelt. Dagegen können klassische Horrorfilme einpacken.

"Resident Evil 7" setzt auf subtilen Horror und derben Splatter

"Resident Evil 7" setzt auf subtilen Horror und derben Splatter

Die Angst ist ein paradoxes Gefühl, das abstoßend und anziehend zugleich wirkt. Wenn sich im das Monster über die arme Teenagerin her macht, halten manche Zuschauer vor Schreck die Hände vor die Augen - und linsen dann doch heimlich zwischen den Fingern hindurch. Psychologen nennen dieses Phänomen Angstlust. Man weiß, dass das alles nicht echt ist - doch wenn wir uns erschrecken und der ganze Körper zusammenzuckt, fühlt sich die Gefahr für einen kurzen Augenblick real an. Anschließend kann man sich wieder sicher auf dem Sofa einkuscheln. War ja nur ein Film.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich das Angsterlebnis stark verändert. Reichten in den 60ern noch ein paar schlurfende, blass geschminkte Schauspieler als Verkörperung des Bösen ("Night of the Living Dead"), ziehen moderne Horrorfilme dank immer besserer Tricktechnik sämtliche Register - man denke nur an das aus dem Fernseher krabbelnde Mädchen aus "The Ring".

Nun wurde die nächste Schwelle erreicht: In dem Videospiel " 7" kämpft man dank Virtual-Reality-Brille (VR) selbst ums nackte Überleben. (hier finden Sie ein Interview mit den Machern über die Chancen und Gefahren der VR-Version). Wer will, kann das Spiel aber auch auf althergebrachte Weise klassisch am Fernseher spielen.

Resident Evil 7: Back to the Roots

Die "Resident Evil"-Reihe ist ein globales Phänomen und gilt als der Inbegriff des "Survival Horrors". Weltweit wurden mehr als 71 Millionen Spiele verkauft. Doch mit dem sechsten Teil aus dem Jahr 2012 verprellten die Macher viele Fans. Aus der intelligenten Zombiehatz wurde ein hirnloses Action-Dauerfeuer. Mit dem siebten Teil besinnt sich das Spielestudio wieder auf alte Tugenden - und liefert ein Meisterwerk des Survival-Horrors ab. Wir haben das Spiel getestet.

In der Baker-Familie wird gegessen, was auf den Tisch kommt

In der Baker-Familie wird gegessen, was auf den Tisch kommt

Der Spieler schlüpft in "Resident Evil 7" in die Rolle von Ethan Winters, der nach drei Jahren ein Lebenszeichen seiner verschwundenen Frau Mia erhält. Die Suche führt ihn in eine alte, verfallene Plantagenvilla in , der Heimat der Familie Baker. Sie erinnert in vielerlei Hinsicht an die verstörte Familie aus Tobe Hoopers Horror-Klassiker "The Texas Chainsaw Massacre": Die Bakers sind nicht nur durchgeknallte Hinterwäldler, sondern auch Kannibalen. Überall liegen verrottete Leichen herum, in jeder Ecke krabbelt Ungeziefer. Empfindliche Naturen dürften sich bereits hier ausklinken.

Doch je länger man durch das Herrenhaus schleicht, desto klarer wird: Die Bakers sind das geringste Problem. Denn in den Schatten lauern zahlreiche blutrünstige Monster, die einem mehr als deutlich zeigen, dass man nicht willkommen ist. Doch wie sind die Wesen überhaupt in die Villa gekommen? Und welche Rolle spielt Mia? Das gilt es in zehn bis zwölf Stunden Spielzeit herauszufinden.

In den Kellern lauern nicht nur die Bakers, sondern weitaus schlimmere Kreaturen

In den Kellern lauern nicht nur die Bakers, sondern weitaus schlimmere Kreaturen

Splatter und Schock

In "Resident Evil 7: Biohazard" spielt man erstmals eine Figur aus der Egoperspektive (First Person). Das erhöht die Immersion und verstärkt die Schockeffekte. Und davon gibt es reichlich: Wenn der durchgeknallte Jack den Spieler mit einem Spaten durch das Haus jagt, schlägt einem das Herz unweigerlich bis zum Hals. Denn wird man erwischt, fackelt der Irre nicht lange - und hackt mit dem Spaten den Fuß ab. "Resident Evil 7" ist brutal und es spritzt mindestens so viel Blut wie in der "Saw"-Reihe. Auch das dürfte für den einen oder anderen zu viel sein.

An die drastische Darstellung gewöhnt man sich schnell, jedoch nie an den psychologischen Horror. Hier spielen die Macher geschickt mit den Klischees: Mal rollt ein Ball aus dem Schatten des scheinbar einsamen Kinderzimmers, dann klopft es an der Wand. Und schlurft da ein Monster am Ende des Flurs? Ganz langsam kriecht die Angst in den Kopf des Spielers. Stets muss man auf der Hut sein, denn Munition ist knapp. Und wenn man Pech hat, steht man am Ende nur noch mit einem Jagdmesser da.

In puncto Atmosphäre hat das Team um Koshi Nakanishi einen fantastischen Job gemacht. Im Interview mit dem stern erklärt er, dass vor allem das Sound-Design eine entscheidende Rolle spielt. "In einigen Spielen hat man immer das gleiche Geräusch, wenn man eine Tür öffnet! Das passt nicht zu unserem Anspruch. Deshalb haben wir 100 Variationen des Geräuschs aufgenommen, es klingt fast jedes Mal anders. Dadurch wirkt es realistisch. Das war eine enorme Herausforderung, aber wir denken, dass sich die Liebe fürs Detail ausgezahlt hat." (Hier finden Sie das ganze Interview)

Oh, ein Raum voller Munition!

Langweilig wird es nie, dafür sorgen nicht nur die ungewöhnlichen Bosskämpfe, sondern auch die verschiedenen Umgebungen und Story-Rückblenden. Langjährige Fans dürfen sich auch über die vielen Rätsel freuen, mit denen man Geheimtüren öffnet und zusätzliche Gegenstände einheimst.

Perfekt ist "Resident Evil 7: Biohazard" trotzdem nicht. So kann man nur mit Gegenständen interagieren, die für das Spiel relevant sind - mal schnell das klapprige Fenster einschlagen oder über den Zaun klettern, ist nicht möglich. Und oft ist das Spiel vorhersehbar. Kommt man in einen Raum mit Speichermöglichkeit, in dem auch noch zahlreiche Erste-Hilfe-Kits und Munitionspakete liegen, weiß man: Im nächsten Raum bricht die Hölle los. Und dass man schwere Fleischwunden in wenigen Sekunden mit einer Art antiseptischen Wunder-Flüssigkeit heilen kann - nun ja. Aber Schwamm drüber, Hauptsache es macht Spaß.

Den Großteil des Spiels verbringt man in schaurigen Germäuern

Den Großteil des Spiels verbringt man in schaurigen Germäuern

Wer den ultimativen Kick sucht und Abstriche bei der Grafik hinnehmen kann, sollte "Resident Evil 7" mit dem Virtual-Reality-Headset Playstation VR (hier unser Test) spielen. Hier erlebt man alle Eindrücke noch intensiver, weil man sich tatsächlich umsehen kann. Da hängt der gruselige Kopf nicht nur von der Decke, sondern plötzlich neben einem. Und in der virtuellen Realität ist einem noch mulmiger zumute, wenn man in ein dunkles Loch hinabstarrt. "Resident Evil 7" ist unserer Meinung nach das erste Spiel, das einen echten Mehrwert in der virtuellen Welt liefert.

Fazit: Zehn Stunden Horror - und dann nochmal von vorne

Nach umstrittenen Ausflügen ins Actiongenre besinnt sich Capcom bei "Resident Evil 7" wieder aufs Wesentliche: Dem Spieler Angst einzujagen. Das gelingt mit der packenden Inszenierung und dem Schwenk auf die First-Person-Perspektive. Viele Gamer dürften an einem Wochenende mit dem Spiel durch sein, doch in den zehn Stunden wird man bestens unterhalten. Wer will, kann direkt danach noch einmal von vorne anfangen, natürlich auf einem höheren Schwierigkeitsgrad. Belohnt wird der zweite Anlauf mit weiteren Waffen.

"Resident Evil 7" erscheint am 24. Januar für PS4, Xbox One und PC 


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