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Bin Laden als virtuelle Zielscheibe

"Die jahrzehntelange Verbrecherjagd nach Osama bin Laden wird beendet - von Dir", heißt es in der Missionsbeschreibung der neuesten Episode des Computerspiels "Kuma War". Jetzt können Shooterfans den ehemaligen Topterroristen selbst ins Visier nehmen. Kritiker halten die Spiele jedoch für geschmacklos.

Eine knappe Woche ist es her, dass US-Spezialtruppen den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in seinem Anwesen in Pakistan getötet haben. Der amerikanische Entwickler "Kuma Reality Games", der vor allem für seine kontroversen Kriegsspiele bekannt ist, veröffentlichte den Militäreinsatz als Computerspiel. Die neueste Episode des Shooters "Kuma War" behandelt den Sturm auf bin Ladens Villa und dessen Tod.

Spielerische Terroristenjagd

Der Spieler beginnt die Mission mit seinem Gewehr im Anschlag vor der Villa im pakistanischen Abbottabad. Zuerst muss man sich gewaltsam Zutritt verschaffen, kurz darauf stürmt dem Spieler der bewaffnete Terrorchef höchstpersönlich entgegen. Ein Mausklick später ist "Objective 1" - die Tötung bin Ladens - erfüllt und man muss den Leichnam des Terroristen bergen. Zum Spielen wird lediglich der kostenlose "KumaWar-Client" benötigt. Nach erfolgreicher Installation lassen sich 107 verschiedene Gefechte herunterladen - unter anderem "The Death of Osama Bin Laden".

Doch auch die klassischen Computerspiele rüsten nach: So erschien am Montag für den Online-Shooter CounterStrike die Karte "fy_abbottabad", benannt nach der pakistanischen Stadt, in der sich der Terrorchef jahrelang versteckt hielt. Allerdings kämpfen die Spieler hier nicht gegen einen virtuellen bin Laden, sondern nutzen das Grundstück als virtuelle Arena für Onlinegefechte. Bis Montagabend wurde die Karte über 6.400 Mal von der Seite gamebanana.com heruntergeladen.

Kritiker werfen Geschmacklosigkeit vor

Einige Kritiker bezeichnen die virtuelle Tötung bin Ladens als geschmacklos. Der Schöpfer der Karte, ein User namens "Fletch", wies die Kritik zurück. "Was viele Leute nicht verstehen, ist, dass das einzige, was die Karte mit Osama gemeinsam hat, der Ort ist", schrieb Fletch auf gamebanana.com. Bei "Counterstrike" schlüpfen die Spieler in die Rolle von Terroristen oder Anti-Terror-Einheiten und verwenden dabei Karten für ihre "Aufträge" wie Attentate oder die Rettung von Geiseln. Auch der Hersteller des Bin-Laden-Shooters "Kuma Games" verweist auf die Nähe der Missionen zu echten Ereignissen und behauptet, dass die Spiele eher gespielte Nachrichten seien.

cf/AFP/AFP
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