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Microsofts Guckloch ins Wohnzimmer

Spielerei oder Gefahr für die Privatsphäre? Mit der Xbox One kann Microsoft direkt ins Wohnzimmer der Nutzer gucken und alles aufzeichnen: Vorlieben, Stimmung, Verhalten. Datenschützer schlagen Alarm.

  Microsofts neue Kinect sorgt schon jetzt für Datenschutzdiskussionen

Microsofts neue Kinect sorgt schon jetzt für Datenschutzdiskussionen

Microsoft hat am Dienstag die neue Xbox One vorgestellt: Ein All-in-One-Gerät, so wird sie angepriesen. Zum Zocken, Surfen und Fernsehen. Eine Konsole, die sich nicht nur mit einem Controller, sondern dank des Hightech-Riegels Kinect auch mit Gesten und Sprache steuern lässt. Für Microsoft ist es der "Beginn des intelligenten Fernsehens". Datenschützern treibt das Feature aber schon jetzt Sorgenfalten auf die Stirn. Denn wer die Xbox anschalten will, muss nicht mehr vom Sofa aufstehen und den Startknopf drücken. Es reicht, einfach "Xbox on" zu rufen, schon startet die Konsole, wie Xbox-Marketingchef Yusuf Mehdi am Dienstagabend im Microsoft-Hauptquartier in Redmond zeigte. Die technische Spielerei mag für den einen oder anderen Nutzer praktisch sein. Doch sie bedeutet, dass Microsoft permanent mithört, selbst wenn die Konsole ausgeschaltet ist.

Kampf um die Privatsphäre

Der Kinect-Riegel - ein allsehendes Auge mit Direktanschluss nach Redmond? Theoretisch ja, räumte Mehdi gegenüber "Spiegel Online" ein: "Kinect weiß nicht nur, wer im Zimmer ist. Es weiß auch, wer welchen Controller in der Hand hält." Die Kameraleiste erfasse stets, wer wann vor dem Fernseher sitzt, wer lacht oder wegschaut. Bis zu sechs verschiedene Personen könne sie unterscheiden. Dabei registriert die Full-HD-Kamera auch, ob eine Person spricht oder schweigt, ob Augen und Mund offen oder geschlossen sind und ob der Gesichtsausdruck traurig, fröhlich oder neutral sei. Dadurch könne Microsoft genauer als je zuvor erfassen, wie fesselnd eine TV-Serie ist - oder ob die Zuschauer nach zehn Minuten gelangweilt das Zimmer verlassen, erklärt der Microsoft-Mann.

Ähnlich klingt das bei seinem Kollegen Phil Spencer, Leiter der Microsoft-Studios für Spielentwicklung. Er ist begeistert von den neuen Möglichkeiten der Marktforschung und sagte "Spiegel Online": "Worauf reagieren die Zuschauer? Wen mögen sie? Welche Handlungsstränge sollte man ausbauen?" Die Beantwortung solcher Fragen sei der "Schlüssel zu unserer Vorstellung der Evolution des Fernsehens".

Detaillierteres Bild der Nutzer

Für Werbetreibende und Entwickler von TV-Formaten und Filmen sind diese Daten eine reine Goldgrube, gehen sie doch weit über sonstige erfasste Angaben aus Umfragen hinaus. Details bezüglich der Privatsphäre-Einstellungen von Kinect hat Microsoft bislang nicht genannt. Gegenüber dem "GameStandard" beteuerte der Konzern, dass der Schutz der Privatsphäre sehr ernst genommen werde. "Wir wissen, dass unsere Kunden starke Privatsphäre-Einstellungen in unseren Produkten, Geräten und Services wollen und erwarten und von uns als Unternehmen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Daten verlangen", so ein Microsoft-Sprecher gegenüber der Webseite. Bereits beim alten Kinect konnten die Nutzer festlegen, wie Microsoft die gewonnenen Daten verwendet, speichert und an wen sie weitergegeben werden dürfen.

Dennoch ermöglicht das überarbeitete Kinect völlig neue Möglichkeiten: Wer mit Microsofts Konsole beispielsweise online spielen will, benötigt einen Xbox-Account. Dieser ist in der Regel identisch ist mit dem Windows-Account, der auch auf Windows-Phone-Geräten, Tablets und Windows 8 verwendet wird. Damit erhält Microsoft im Idealfall Einblicke in die Nutzergewohnheiten unterwegs, am heimischen PC und erstmals auch vor dem Fernseher. Das detaillierte Bild, dass der Windows-Hersteller gewinnt - sofern die User die Geräte wie von Microsoft gewünscht einsetzen -, dürfte Google vor Neid erblassen lassen.

Angst vor Hackern

Ein weiteres Gefahrenszenario: Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Hacker die neue Konsole knacken und so möglicherweise auch Zugang zur Kinect-Kamera bekommen. Smart-TVs, die für Videochats mit Kameras ausgestattet sind, wurden bereits mehrfach von Cyberkriminellen gehackt. Auch Geheimdienste, allen voran die US-Behörde NSA, dürften die Entwicklung der neuen Microsoft-Kamera genau beobachten. Möglich, dass dann nicht nur noch Microsoft im Wohnzimmer mithören und -sehen kann.

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cf

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