Sortieren nach: Relevanz | Aktualität |
Viele Weltfirmen, von Apple bis Vuitton, verdanken ihren Erfolg auch dem Star-Designer Hartmut Esslinger. Im Gespräch mit stern.de plädiert der Wahl-Kalifornier für menschlichere Produkte, Mut zum Umdenken und neue Wege im Umweltschutz.
Industriedesigner haben eine neue Aufgabe - sie gestalten nicht mehr nur die attraktive Hülle von Produkten, sondern ein gesamtes Erlebnis. Der Schlüssel zur Schönheit mit inneren Werten ist oft die Software.
Von der Stereoanlage bis zum Fahrkartenautomaten: Viel zu viele Geräte sind von Ingenieuren für Ingenieure gemacht. Im Wohnzimmer meiner Eltern lebt die moderne Welt: Eine Satellitenschüssel holt zahllose Fernsehsender von Berlin bis Barcelona ins Haus, die Stereoanlage sucht sich ihr Programm wahlweise im Äther oder im Internet, und ein digitaler TV-Rekorder sorgt dafür, dass sich jede Sendung automatisch aufnehmen lässt. Man kann sie auch anhalten, während sie ausgestrahlt wird, zum Beispiel, wenn das Telefon klingelt oder die Pizza im Backofen fertig ist, und natürlich Werbeblöcke überspringen, die Aufnahmen archivieren und vieles mehr. Technisch alles kein Problem. Nur bedienen lässt sich nichts davon ohne Informatikstudium und Rätsel-Lesen der verklausulierten Bedienungsanleitungen. Also sitze ich im Wohnzimmer und frage mich, wie ich an den Radiosender Nr. 16 herankomme. Einfach die Fernbedienung nehmen und "16" eintippen? Klappt nicht, die Anlage springt immer gleich zum Sender 1. Stattdessen, so erklärt mir mein Vater, muss ich die Taste "10+" betätigen und dann die 6 hinterher. 10+6=16: ganz logisch, oder? Ebenso logisch ist dann, dass man die 55 nicht per "10+" und 55 eingibt, sondern durch fünfmaliges Drücken der "10+"-Taste gefolgt von der 5. "Alles ganz einfach", sagt mein Vater. "Man muss sich nur informieren und daran gewöhnen." Mein Vater ist Ingenieur. Und ich will mich nicht daran gewöhnen müssen, wie verquer seine Kollegen sich die Bedienung ihrer wundersamen Geräte ausgedacht haben. "Machen Sie, dass das funktioniert!", pflegte unser Journalistenschul-Lehrer Wolf Schneider zu knurren, wenn der Videorekorder im Klassenzimmer mal wieder streikte - und er hatte Recht: Technik sollte funktionieren, einfach so. Das Verwirrende, das Komplexe sollte sich hinter den Kulissen abspielen, nicht vor meinen Augen. Natürlich "verwalte" ich - technisch betrachtet - die Festplatte, wenn ich eine Sendung anschauen möchte, die der digitale TV-Rekorder aufgezeichnet hat. Aber warum muss ich das wissen? Warum gibt es auf der Fernbedienung nicht einfach einen Knopf, der mich direkt zu den Aufnahmen bringt? Warum muss ich mich durch ein halbes Dutzend Menüs hangeln, um im Programmführer nach einer Sendung zu suchen? Genauso verdattert stehe ich vor den Fahrkartenautomaten der DB. Eine Fülle von Menüpunkten, die jeweils einzeln bestätigt oder abgelehnt werden wollen, lässt mich jedes Mal wieder zögern und doppelt oder dreifach hinschauen. Stimmt das? Will ich das wirklich? Kaufe ich jetzt ein Niedersachsen-Ticket oder womöglich eine Gruppenfahrkarte 1. Klasse mit Bahncard 25 für mein nicht vorhandenes Fahrrad? Da ist es beinahe eine Erleichterung, wenn der Automat mal wieder nicht funktioniert. Ja, werden jetzt wahrscheinlich die Entwickler einwenden, so ist das nunmal: Wenn Geräte immer mehr können, was wir ja alle wollen, dann werden sie notwendigerweise auch komplizierter (und vielleicht auch anfälliger für Defekte). Darauf kann ich nur antworten: Mag sein, aber es geht auch anders. Apple zeigt es unter anderem mit iPod und iPhone, Amazon mit seinem Kindle, und die Firma TiVo, einer der Erfinder digitaler TV-Rekorder, hat es ebenfalls vorgemacht: Technik muss nicht Frust und Arbeit bedeuten, sie kann intuitiv und kinderleicht zu bedienen sein - vorausgesetzt, die Hersteller machen sich die Mühe, bei der Entwicklung vorzugsweise an Nicht-Ingenieure zu denken. Das ist natürlich überhaupt keine neue Erkenntnis: Hartmut Esslinger, der wohl bekannteste deutsche Produkt-Designer, erzählte mir vor kurzem im stern.de-Interview von seinem Kampf in den 1970er Jahren, als er bei Sony daranging, die Geräte menschlicher zu machen: "Die Ingenieure denken oft: Wenn's funktioniert, versteht es jeder. Dass man um die Ecke gucken muss, dass es zu kompliziert ist, das begreifen sie nicht, denn sie haben es ja erfunden. Wer es nicht versteht, ist halt dumm." Meine Hoffnung ist, dass sich langsam etwas ändert, weil wir immer öfter nicht einfach Produkte kaufen, sondern ein Erlebnis. Apple hat nicht deshalb riesigen Erfolg mit seinem iPod, weil er schöner aussieht als andere MP3-Player, sondern weil er sich einfacher benutzen lässt und das Suchen, Finden, Einkaufen im iTunes-Laden bequemer ist als bei der Konkurrenz. Genauso ist Amazon mit seinem Kindle am Sony E-Reader vorbeigezogen, weil das Erlebnis, elektronische Bücher zu kaufen, überlegen ist: größere Auswahl, immer und überall Nachschub holen können dank Mobilnetz-Verbindung, sofortige Lieferung in Sekunden und Abrechnung ganz simpel über das Amazon-Kundenkonto - verführerisch simpel geradezu: Ein Tastendruck genügt. Es wird leider noch eine Weile dauern, bis es uns alle Geräte, mit denen wir im Alltag umgehen, so leicht machen. Vorerst kämpfe ich weiter mit der Technik in der guten Stube meiner Eltern. Eben habe ich die Pausen-Taste beim TV-Rekorder gedrückt, und obwohl es jetzt weitergeht, lässt sich das Programm plötzlich nicht mehr umschalten. Das Bild sieht auch ganz seltsam aus, seit ich auf der Fernbedienung versehentlich "PIP/HDMI" gedrückt habe. Ich würde ja gern auf Musik ausweichen, aber die Stereoanlage lässt sich nur dann komplett bedienen, wenn sie am Fernseher angeschlossen ist und ihre Menüs anzeigen kann. Die natürlich alle hübsch verschachtelt sind und Beschriftungen tragen wie "Setup Dig.-Aus.", "Press Modus" und "1.B.st.su." Hilfe!!! PS: Dieser Blog-Eintrag sollte eigentlich schon vorige Woche hier zu lesen sein, hat sich aber - wie ironisch - verzögert, weil es Probleme mit der Technik gab. Andererseits kommt's nun passend zur Elektronikmesse CES in Las Vegas, von der stern.de ab Donnerstag, 7. Januar, ausführlich berichten wird. Dranbleiben bitte und nicht umschalten - selbst wenn Sie wissen, wie es geht...
Steve Jobs lenkt seine Firma Apple immer weiter raus aus der Computerecke. Er will Märkte aufrollen. Jetzt legt er sich mit den Nokias und den Motorolas dieser Welt an. Die Technik-Branche schaut gebannt, ob Apple mit dem iPhone noch einmal ein Coup wie beim iPod gelingt.
Wer dieses Laptop in der Hand hält, muss aufpassen, nicht geblendet zu werden. Im "Otazu Ego Diamond" sind Hunderte Edelsteine eingelassen. Das Modell ist kein Einzelfall. Lifestyle-Computer sind en Vogue.
Hinter diesem Link steckt ein RSS-Feed, über den Sie bequem in ihrem Newsreader informiert werden, wann immer ein neuer Artikel auf stern.de zu Ihrem Suchbegriff erscheint.
Was sind RSS-Feeds?Apple Diamanten Fingern Handy Johlen Laptop Lufthansa Maus Mobiltelefon Notebooks Rechner Riesen-iPhone Samsung Sony TouchSmart
Dann stellen Sie sie in unserer Wissenscommunity "Noch Fragen".
08:14
Champions League
Leverkusen gegen Barcelona - Die Analyse
23:04
Champions League
Barca schlägt Bayer mit 3 -1
22:59 Bayer vor dem Aus - 1:3 gegen Barcas Weltauswahl
21:44
Champions League
Achtelfinale - Milan, Arsenal, Zenit und Benfica in der Vorschau
20:49 Preetz grübelt - Tretschok fordert Leidenschaft
19:49 Auch Mertesacker fällt gegen Frankreich aus
18:27 Glasgow Rangers gehen in die Insolvenz