Die Grenze zwischen ein bisschen Retuschieren und kosmetisch Verschönern ist schmal, vielleicht auch fließend, und die neuen Techniken der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung verwischt sie noch mehr. Die Techniken ähneln sich sogar im Schwierigkeitsgrad. Ob man etwas ändert, überlegt man sich bei konventionellen Fotos eigentlich sehr gut, denn gerade Hauttöne sind manchmal so zart, dass eine Farbretusche nur über aufwändige und kostenintensive Verfahren möglich sind. Im digitalen Bereich ist der Schritt von einer leichten Retusche zu den hier gezeigten Manipulationen nicht groß.
Am häufigsten wird die Haut verschönert. Meist soll sie geglättet werden und einen ebenmäßigen Ton erhalten. Kleine Flächen können Sie mit einem Pinsel verwischen, aber meistens muss die komplette Hautfläche bearbeitet werden. Wählen Sie den gewünschten Bereich und arbeiten Sie mit einem Filter. Die Grundretusche muss bereits fertig sein, denn Filter wie Weichzeichner wirken nur auf feine Details. Zum Beispiel verwandeln sich Sommersprossen gern in eine hässliche gepunktete Fläche, deshalb müssen Sie sie einzeln mit dem Kopierstempel oder dem Reparaturpinsel beseitigen.
Dieses Beispiel zeigt, wie Sie bei einem Foto in wenigen Schritten den Rotstich entfernen: Ein Bild einfach verbessern.
Denken Sie gut über die Auswahl nach. Es ist eine Kunst, die Teile auszuwählen, die unverändert bleiben sollen. Selbst wenn Sie die Haut auf den Wangen glätten wollen, sollten Sie einige kleine Fältchen um Augen, Nase und Mund lassen, damit das Gesicht später nicht plakativ und künstlich wird. Sie müssen auf jeden Fall die Ränder zum Schluss nachbearbeiten, egal ob Sie nun das komplette Gesicht wie eine Maske bearbeiten oder Teile mit dem Lassowerkzeug auswählen, sonst sind die Übergänge zwischen bearbeiteten und nicht bearbeiteten Bereichen sichtbar. Stimmen Sie auch die Dichte des gewählten Bereichs sorgfältig auf Ihre Manipulationen ab. Speichern Sie Ihre Auswahl, damit Sie sie später erneut bearbeiten können. Am beliebtesten ist hier der Gaußsche Weichzeichner, dessen Radius Sie je nach gewünschtem Effekt einstellen können. Wenn Sie den ausgewählten Bereich auf eine zweite Bildebene kopieren und diese über die erste legen, können Sie auch die Transparenz bzw. Deckkraft beeinflussen. Danach können Sie subtile Farbkorrekturen vornehmen. Damit der geglättete Bereich nicht zu künstlich aussieht, experimentieren Sie ein bisschen mit dem Störungen-Filter.
Noch mehr Möglichkeiten bieten kosmetische Veränderungen. Sie können die Hautfarbe ändern, damit sie wie von der Sonne gebräunt wirkt. Nehmen Sie zuerst eine Farbauswahl vor, um dann nach Belieben zu intensivieren oder abzuschwächen. Wenden Sie anschließend auf den komplett gewählten Bereich den Gaußschen Weichzeichner an, um einen Pixeleffekt zu vermeiden. Nach der Haut wenden Sie sich einzelnen Gesichtszügen zu. Sie können die Irisfarbe ändern, die Pupillen vergrößern und die Zähne richten oder aufhellen. Eine Stirnglatze auffüllen ist genauso schwierig wie eine Haartransplantation: Stellen Sie den Kopierstempel auf Abdunkeln ein und nehmen Sie sich viel Zeit.
Ein Beispiel in wenigen Schritten: Lippenstift auftragen, Augen aufhellen.
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Folge zwei beschäftigte sich mit ganz einfachen Tricks der Bildbearbeitung: "Verschwindet aus meinem Urlaubsfoto"