Bei nahezu allen Stadtszenen gibt es die visuelle Umweltverschmutzung - immer mehr Schmierereien, Werbung, Stromleitungen, Gerüste, Antennen und Satellitenschüsseln, Bausünden ganz außen vor gelassen. Glücklicherweise lassen sich viele dieser Elemente, beispielsweise Stromleitungen, digital ganz einfach entfernen. Wer hat da noch ethische Einwände gegen die digitale Bildbearbeitung? Ich mache hier explizit einen Unterschied zwischen dokumentarischer Fotografie, die alle Mängeln zeigt, und Architekturfotografie, die ein Gebäude so präsentiert, wie es gesehen werden soll. Dies könnte als die unverstellte Sicht bezeichnet werden, die das Anliegen des Architekten ausdrückt.
Wenn Sie vorher schon wissen, dass Sie das Bild bearbeiten müssen, können Sie sich die Nachbearbeitung erleichtern. Zunächst müssen Sie die Störfaktoren ausfindig machen und überlegen, ob sich die verdeckte Fläche durch Kopieren leicht rekonstruieren lässt. Eine Ziegelmauer ist simpel, eine unregelmäßigere Struktur dagegen ziemlich aufwändig.
Vielleicht sollten Sie den Kamerawinkel geringfügig ändern. Sie könnten auch zwei Fotos aus leicht unterschiedlichen Positionen schießen und die Parallaxenverschiebung nutzen, durch die in dem einem Bild ein Bereich verdeckt, im anderen aber sichtbar ist. Kopieren Sie den Bereich dann von einem Bild ins andere.
Auch störende Menschen vor oder in Gebäuden lassen sich so bearbeiten. Massen von Touristen stellen bei historischen Gebäuden ein fotografisches Problem dar. Einzelne Personen können Sie leicht mit der Kopierfunktion überdecken, bei Menschenmassen sollten Sie auf die Technik zum Kombinieren verschiedener Lichtverhältnisse zurückgreifen. Nutzen Sie ein Stativ und schießen Sie im Abstand weniger Minuten zwei identische Aufnahmen. Legen Sie jede in eine separate Ebene derselben Bilddatei. Wenn die Menschen nicht am selben Ort geblieben sind, können Sie nun die menschenleeren Bereiche von einem Bild in das andere kopieren.
Ein Beispiel in wenigen Schritten: Weg mit Menschen und Kränen.