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Das Spektakel war groß, aber nur von kurzer Dauer: Als "Avatar" im Winter 2009 in die Kinos kam, waren viele Menschen von dem 3D-Film begeistert. Die Branche verkündete vollmundig die Revolution des Kinos und witterte die nächste Goldgrube. Und Hollywood tat, was es in solchen Situationen leider immer tut: Es kopierte den Erfolg immer und immer wieder. In Windeseile wurde jeder Film nachträglich in 3D konvertiert, meist eher schlecht als recht. Und so überraschte es kaum, dass sich die Zuschauer bald sattgesehen hatten an Bösewichtern, die durch den Raum ballerten, oder Schwertern, die aus der Leinwand ragten. Bis auf wenige Highlights - etwa "Life of Pi", "Gravity" oder der "Hobbit"-Trilogie - waren die meisten 3D-Filme Geldschneiderei.

Dementsprechend schnell ebbte der 3D-Hype ab, und auch im Wohnzimmer konnte sich die Technik nie durchsetzen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen: Zum einen ist die Auswahl an erstklassigen 3D-Filmen nach wie vor mau, zudem benötigte man für die Wiedergabe spezielle, meist teure Abspielgeräte. So kommt es, dass zwar viele Kunden einen 3D-tauglichen Fernseher besitzen, jedoch nicht den dazu passenden Blu-ray-Player. Und schicke Effekte hin oder her: Die nervigen Plastik-Brillen findet niemand schick. Und beim gemeinsamen Filmabend mit Freunden hatte man sowieso immer zu wenige von den Dingern.

Samsung beerdigt 3D

Es ist daher kein Wunder, dass die Kunden der 3D-Technik trotz jahrelanger Werbekampagnen die kalte Schulter zeigen. Nun hat die Branche reagiert: Wie das koreanische IT-Portal "ETNews" berichtet, ziehen Samsung und LG - beide Schwergewichte im Geschäft mit Fernsehern - den Stecker.

LG wird die Zahl an 3D-fähgen Fernsehern halbieren, fortan soll die Technik nur noch in Premiummodellen stecken. Samsung soll in seinen neuen Produkten sogar ganz auf die Technik verzichten. Angeblich habe Samsung von seinen Zulieferern keine einzige 3D-Brille mehr geordert, berichtet die Seite, dabei sind diese für dreidimensionale Filme zwingend nötig.

3D im Kino, UHD im Wohnzimmer

Im Kino wird die dritte Dimension wohl auch weiter ein fester Bestandteil bleiben, zuletzt erschien fast jeder Blockbuster in einer speziellen 3D-Variante ("Star Wars: Das Erwachen der Macht", "Alles steht Kopf", "Der Marsianer" oder "Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2").

Die Fernseher-Hersteller suchen ihr Seelenheil dagegen längst in einer neuen Technologie: Laut "ETNews" soll Ultra HD (auch als 4K vermarktet), das viermal höhere Bildauflösungen liefert, die zuletzt stagnierenden Fernseher-Verkäufe ankurbeln. Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen. Wieder einmal mangelt es an Inhalten, die passenden Blu-rays gibt es sogar erst ab Ende März. Doch da diesmal auch Streaming-Größen wie Netflix oder Amazon mitziehen, könnte sich UHD im Gegensatz zu 3D langfristig durchsetzen. Welche Technologien es derzeit bei Fernsehern noch gibt, erklären wir in unserer TV-Übersicht.

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