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Alexa überall: Wie Sprachsteuerung unseren Alltag erobert

Siri war eine Revolution, Alexa erobert immer mehr Wohnzimmer. Die Sprachsteuerung befindet sich auf einem ungeahnten Siegeszug - und es könnte noch viel weiter gehen.

Von Malte Mansholt, Seattle

Wer früher einen Computer bedienen wollte, musste sich diese Fähigkeit mühsam erarbeiten. Nur die passenden, kryptischen Textbefehle führten zum gewünschten Ergebnis. Den Durchbruch brachten erst intuitivere Steuerungsmethoden wie grafische Benutzeroberflächen und Touchscreens. Jetzt erobert mit der die bisher natürlichste Steuerungsart die Technikwelt - und findet in immer mehr Alltagsgegenständen eine Heimat.

Seit Amazon seinen Sprachlautsprecher Echo mit dem Assistenten Alexa vorgestellt hat, sind bereits drei Jahre vergangen. Google hat mit seinem Modell Google Home nachgezogen, Ende des Jahres soll mit dem Homepod Apples Modell in den USA erscheinen. Und Amazon hat mit seinen neuen Geräten bereits die nächste Runde im Wettrüsten eingeläutet.


Alexa überall

Vom Auto über den Lichtschalter bis zur Abzugshaube lassen sich immer mehr Geräte mit den Sprachassistenten bedienen. Bereits zur Technikmesse CES in Las Vegas wurden Anfang des Jahres Unmengen an neuen Geräten mit Alexa-Unterstützung vorgestellt. Auch Googles Assistant findet in immer mehr Geräten ein Zuhause. Aktuell sind die meisten dieser Geräte noch von einem der Sprachlautsprecher oder dem Smartphone abhängig. In letzter Zeit mehrt sich allerdings die Anzahl derer, die gleich selbst eine vollwertig benutzbare Alexa oder den Google Assistenten mitbringen. Aktuell hat etwa BMW angekündigt, seine neuen Modelle in Kooperation mit mit Alexa auszustatten. Auch Samsungs Kühlschrank Family Hub hat Alexa gleich fest verbaut. Bose integriert in seinen neuesten Noise-Cancelling-Kopfhörer den Google Assistant.

Die Entwicklung wird Folgen haben. In naher Zukunft wird man wohl etwa nicht nur den Herd per Sprache steuern, sondern ihn dabei auch nach dem passenden Rezept fragen und beim Kochen die Nachrichten vorlesen lassen. Je mehr Geräte in der Wohnung so vernetzt sind, desto egaler ist es, welches genau die in den Raum gesprochene Anfrage bearbeitet. Der Assistent wird unabhängig von einzelnen Geräten und antwortet einfach von überall. Über Cloud-Dienste könnte so der persönliche Assistent immer auf Abruf sein, ob in der Küche, dem Wohnzimmer oder im Auto.


Assistenten wollen menschlicher werden

Auch in Situationen, in denen lautes Sprechen mit dem Computer nicht angebracht ist, dürfte das Gespräch mit den Computer-Assistenten nicht abbrechen. Google bietet bereits die Möglichkeit, mit seinem Assistenten per Messenger-App zu schreiben, statt alles unnötig laut vortragen zu müssen. Apples beherrscht diesen Trick ebenfalls, hat aber leider ein großes Manko: Man muss die Chat-Steuerung gezielt aktivieren - und die schaltet dabei die Sprachsteuerung ab.

Die Hemmungen, mit Maschinen zu sprechen, sind bei vielen Menschen trotz der Entwicklung nach wie vor groß. Als Microsoft, Facebook und andere Konzerne im letzten Jahr die Revolution durch Chat-Bots beschwor, gab es kaum Enthusiasmus. Die Idee, dass kein Mensch, sondern ein die Anfragen im Service-Chat beantwortet, erschien vielen zu fremd. Irgendwann werden sie den Unterschied aber wohl kaum noch bemerken.

Die Entwickler setzen viel daran, die Assistenten für diese Aufgabe vorzubereiten. Den Maschinen beizubringen, wie Menschen ticken, welche Antworten sie erwarten und welcher Ton der angemessene ist, stellt sie immer wieder vor Herausforderungen. Entsprechend viel wird noch herumprobiert. Während etwa Google Homes Stimme extrem nach einem Roboter-Klischee klingt, versucht es Apple seit iOS 11 mit einer etwas menschlich klingenderen Siri. Welchen Ansatz die Menschen bevorzugen, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Keine Revolution ohne Haken

Bis die Sprachsteuerung unseren Alltag wirklich erobern kann, müssen die Hersteller aber noch jede Menge Überzeugungsarbeit leisten. Zum einen muss die Spracherkennung der Assistenten schlicht noch besser funktionieren. Aktuell muss man noch zu oft bestimmte Befehls-Phrasen herunterleiern, statt einfach drauflos sprechen zu können. Ein Assistent, der seinem Nutzer ein natürlich anmutendes Gespräch ermöglicht, existiert nicht, die Entwickler basteln aber fleißig weiter daran. 

Zum anderen sind da natürlich die berechtigten Privatsphäre-Bedenken, die eine immer mitlauschende Küche mit sich bringt. Noch ist kein Fall bekannt, in dem ein Hacker oder ein Staat heimlich einen der Assistenten abhörte. Die Angst davor ist aber bei vielen Nutzern aus nachvollziehbaren Gründen nach wie vor groß. Die Hersteller sind gut beraten, sie ernst zu nehmen.

Damit die Sprachsteuerung ihr volles Potenzial erschöpfen könnte, müssten die Assistenten aber eigentlich noch deutlich mehr über ihre Nutzer wissen, als sie es ohnehin schon tun. Um die Bedürfnisse der Nutzer zu verstehen, ist jede zusätzliche Information hilfreich, die dieser aufzugeben bereit ist. Je mehr man sich dem Computer-Assistenten öffnet, desto besser kann der auf einen eingehen - desto verwundbarer wird man aber auch. Ganz wie bei Menschen. Handson-SiriSpeaker_8.15

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