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Amazon startet den Großangriff auf das Wohnzimmer - und auf Apple

Mit einem Paukenschlag hat Amazon in Seattle gleich fünf neue Geräte vorgestellt. Drei neue Modelle des Amazon Echo stehen in den Startlöchern - und ein Gerät, das Apple mächtig die Verkäufe versemmeln könnte.

Von Malte Mansholt, Seattle

hat es mal wieder auf das Wohnzimmer abgesehen. So geballt wie heute hat der Konzern aber noch nicht zugeschlagen. Mit dem neuen Amazon Echo, dem Echo Plus, dem Echo Spot, einem überarbeiteten FireTV sowie den neuen Echo Buttons hat Amazon gleich fünf neue Geräte vorgestellt. Vor allem Apple dürfte sich gewaltig über das neue FireTV ärgern.

FireTV schickt das AppleTV 4K nach Hause

Für die meisten Kunden dürfte vor allem der neue FireTV spannend sein. Der Mediaplayer ist geschrumpft und kann mit der Größe einer Zigarettenschachtel nun direkt an der Rückseite des TV angebracht werden. Technisch hat es aber zugelegt: Es beherrscht nun nicht mehr nur 4K, sondern zusätzlich noch die HDR-10-Technologie, die ein deutlich größeres Farbspektrum und bessere Kontraste erlaubt.

Vor allem Apple dürfte das mächtig ärgern: Der neue AppleTV 4K (hier bei uns im Test) hat, wie der Name schon verrät, gerade erst das hochauflösende 4K und HDR gelernt und damit mit den Konkurrenten aufgeholt. Jetzt zieht Amazon schon wieder vorbei. Mit Dolby Atmos unterstützt der FireTV einen modernen Tonstandard, den Apple seinem AppleTV 4K verweigert hat. Hier erfahren Sie mehr zu der Technologie. Vor allem der Preis dürfte dem Konkurrenten aber mächtig Kopfschmerzen bereiten: Die kleine Box ist mit 79,99 Euro tatsächlich noch einmal günstiger geworden. Das AppleTV 4K kostet dagegen knapp 200 Euro. Eine echte Kampfansage Amazons.

Amazon FireTV

Der neue Amazon FireTV ist kaum größer als ein FireTV Stick und kostet auch kaum mehr - beherrscht aber 4K und HDR

Der Preis in den USA sinkt in Paketen mit einem Echo Dot sogar noch weiter: Gerade mal zehn Dollar Aufpreis verlangt Amazon dort für den smarten Lautsprecher, wenn man ihn gemeinsam mit einem FireTV oder einem FireTV Stick kauft. Einzeln kostet er ganze 50 Euro. Ein unglaublich attraktiver Deal, der hierzulande aber leider nicht so schnell kommen wird.

Bei der Software des FireTV hat Amazon ebenfalls nachgelegt. Dank einer neuen Schnittstelle können Anbieter wie die Sprachsteuerung über Alexa direkt in ihre Apps einbauen. Bisher konnte man nur die Inhalte suchen, für die Steuerung der Drittanbieter-Apps musste man zur Fernbedienung greifen. Wie schnell Netflix, Hulu und Co. das Feature integrieren, muss sich zeigen.

Der Amazon Echo auf einem Küchentresen aus Stein

Der Echo Show ist der erste von Amazons Sprachlautsprechern mit einem Bildschirm

Alles neu beim Echo

Den meisten Wert legt Amazon allerdings auf die neuen . Der Echo Show ist genau genommen kein neues Gerät. Der Echo mit Bildschirm ist allerdings nun erstmals in Deutschland erhältlich, hier erfahren Sie mehr über das Gerät. Für 219,99 Euro kann man das Gerät ab heute vorbestellen, ab dem 16. November soll er ausgeliefert werden. Was der Echo Show taugt und ob ein Bildschirm den Sprachlautsprecher wirklich bereichert, kann erst ein Test zeigen. Eine schlechte Nachricht gibt es bereits: Google hat am Dienstag die Youtube-Unterstützung gestrichen.

Der neue Amazon Echo ist da schon spannender. Amazon hat den Alexa-Lautsprecher optisch und technisch neu erfunden. Statt eines immer glatten Gehäuses kann man seinen Echo nun in verschiedene Materialien hüllen, vom Metallgehäuse über Holz bis zum Lautsprecherstoff. Das Gehäuse ist geschrumpft, trotzdem soll der Echo Dank seines neuen Subwoofers deutlich besser klingen. Zudem unterstützt er erstmals Dolby-Sound. Die wichtigste Neuerung dürfte allerdings der stark gesunkene Preis sein: Statt 179 Euro verlangt Amazon nur noch 99,99 Euro. Um das vor einem Monat vorgestellte Multiroom zu nutzen, bietet Amazon zudem einen Dreierpack für 249,97 Euro an. Eine starke Ansage.

Amazon Echi

Der neue Amazon Echo lässt sich in verschiedenen Hüllen verbergen, von Metall bis Holz

 


Smarthome wird einfacher

Der Echo Plus richtet sich vor allem an Smarthome-Besitzer. Der Lautsprecher im Look des ersten Echo enthält die vollwertige, überarbeitete Technik des neuen Echo. Zusätzlich hat er aber einen Smarthome-Hub verbaut, der das Hinzufügen von Smarthome-fähigen Geräten noch leichter gestalten. Über den sogenannten "Discovery-Modus" erkennt das Gerät sofort kompatible Smarthome-Geräte wie smarte Glühbirnen, richtet sie ein und fragt, wie man das Gerät nennen möchte. Schon ist es benutzbar. Amazon verspricht, dass bereits Hunderte kompatible Produkte erhältlich seien. Der Echo Plus ist ab 149,99 Euro bestellbar, im Paket ist eine smarte Leuchte von Philips Hue enthalten.

Einen weiteren Echo hat Amazon nur für den US-Markt vorgestellt: Der Echo Spot ist im Prinzip eine Mini-Version des Echo Show mit einem kleinen, runden Display. Das dient in der Standard-Anzeige als klassische Uhr, unterstützt aber sämtliche Features des Echo Show, inklusive Videotelefonie. Das Gerät ist Ende des Jahres in den für 129,99 Dollar erhältlich, in Deutschland soll es Anfang 2018 folgen.

Amazon Echo Spot

Der kleine Amazon Echo Spot funktioniert wie ein Echo Show mit rundem Display. Im Standby zeigt er ein Ziffernblatt nach Wahl. In Deutschland soll er erst im Frühjahr erscheinen.

Alexa lernt dazu

Softwareseitig gibt es ebenfalls eine Neuerung: Wie bereits in den USA können nun auch deutsche Nutzer den Echo benutzen, um andere Echos anzurufen oder ihnen Nachrichten zu schicken. Das Feature soll im Laufe des Tages automatisch für alle deutschen Echos freigeschaltet werden. In den USA, Mexiko und Kanada geht Amazon sogar noch weiter: Der Echo lässt sich dort ab sofort für kostenlose Telefonate auf beliebige Festnetznummern benutzen. Für Deutschland soll dieses Feature aber erst nächstes Jahr kommen.

Die neue Schnittstelle Alexa Gadgets erlaubt Entwicklern, zusätzliche Hardware für den Echo zu kreieren. Als Beispiel hat Amazon seine eigenen Echo Buttons vorgestellt. Die leuchtenden Knöpfe sehen aus, als kämen sie direkt aus einer TV-Spielshow. Und tatsächlich lassen sie sich wie im Fernsehen als Buzzer einer Quizshow nutzen, die Alexa auf Wunsch moderiert. Zwei Buttons kosten 19,99 Euro, sie sollen rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erhältlich sein. Wirklich spannend wird die Schnittstelle aber, wenn andere Hersteller einen echten Nutzen bieten. Etwa eine sprachgesteuerte Universalfernbedienung.

Amazon will mit Druck ins Wohnzimmer

Auch wenn spektakuläre Neuerungen ausbleiben: Amazon geht mit seinen Neuerungen insgesamt einen großen Schritt nach vorne. Die Weiterentwicklung des Echo und des FireTV erscheinen zwar nicht revolutionär, aber sinnvoll. Beide Geräte sehen schick aus und unterstützen neue Standards. Vor allem die Preise machen sie extrem attraktiv.

Wie gut Echo Plus und Echo Show sich in Deutschland verkaufen, wird sich zeigen müssen. Beide bedienen eine Nische, der Echo Show ist auch in den USA bisher kein Verkaufsschlager. 

Eines machen die Neuerungen klar: Amazon will den Thron im Wohnzimmer erobern - um jeden Preis. Für den Kunden ist das nicht die schlechteste Entwicklung.

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