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Mini-Drohnen und 3D-Drucker: Die Zukunft beginnt in Las Vegas

Die Consumer Electronics Show CES zeigt derzeit die Unterhaltungstechnik der Zukunft. Wer sie sehen will, muss sich in den Casinos von Las Vegas aber erst einen Weg durch die Slot-Machines des letzten Jahrhunderts suchen.

Von Jan Boris Wintzenburg, Las Vegas

VW auf der CES in Las Vegas

Für Autohersteller wie VW ist der CES-Besuch in Las Vegas eine Wette auf die Zukunft

Heutzutage die Orientierung zu verlieren, ist eher schwierig: Navigationssysteme weisen einem den Weg, digitale Karten stecken in fast allen Smartphones, per GPS ist jeder zu orten. Es sei denn, man steht in einem Casino in Las Vegas. Die wurden nämlich allesamt dazu entworfen, Menschen in einem Gewirr von Spielautomaten und Pokertischen einzufangen und so lange verlieren zu lassen, bis sie kein Geld mehr haben. Deswegen führt jeder Weg hier zunächst in die Spielsäle.

Und durch die irren seit heute haufenweise meist junge Menschen, auf der Suche nach einem Weg in die Zukunft. Es ist wieder CES – und die weltgrößte Technikmesse für Konsumgüter platzt aus allen Nähten. Ausstellung und Konferenzen belegen inzwischen nicht nur zwei voneinander getrennte Messekomplexe in der Wüstenstadt, sondern verteilen sich auch noch auf die Ballsäle und Tagungsräume eines guten halben Dutzend Spielcasinos. Und diese Räume liegen eben tief im Inneren versteckt. Bis zu 165.000 Besucher werden zusätzlich in der Wüstenstadt erwartet.

Hilflose Ingenieure beim Roulette

Das Publikum ist oft neu in Las Vegas: Junge Computer-Nerds aus dem nahen Silicon Valley mit Rucksäcken auf der Schulter. Beschlipste Technologiemanager aus Europa und Asien, Karo-tragende Ingenieure. Man erkennt sie an der CES-Akkreditierung um den Hals. Und am hilflosen Blick, wenn Sie zwischen den Roulettetischen ihren Weg suchen.

Satellitennavigation und Smartphone helfen da wenig. Hinweisschilder an der Decke sind die einzige Orientierungshilfe in den gigantischen Gebäudekomplexen. Von den einarmigen Banditen und wild blinkenden Slot-Machines blicken derweil ältere Damen und glatzköpfige Herren gelangweilt zu den ungewohnten Besuchern. Aber nur kurz, dann lockt der nächste Kleingewinn.

Virtuelle Realität und Waschmaschinen

In Las Vegas treffen dieser Tage zwei Welten aufeinander, die sich fremd sind und es wohl auch bleiben werden. Denn nach ein paar Minuten findet offenbar jeder CES-Besucher seinen Weg.

Die wichtigsten Themen der Messe sind in diesem Jahr hochauflösende, voll vernetzte Fernseher mit nur wenige Millimeter dicken Displays, Mini-Drohnen für die verschiedensten Einsatzzwecke, 3D-Drucker und Brillen für virtuelle Realitäten. Aber auch neue Waschmaschinen und Kühlschränke, die einem auf Wunsch ein Foto des Innenraumes aufs Handy schicken, stehen auf der Messe.

Das Spiel mit den autonomen Autos

Den größten Raum nimmt aber die Mobilität ein: Für die Autoindustrie ist die CES inzwischen zur heimlichen Leitmesse geworden. Top-Manager wie General Motors-Chefin Marry Barra oder VW Markenchef Herbert Diess halten Keynotes und Volkswagen präsentiert sogar ein eigens entworfenes Showcar, den "Budd-e". Es soll einen Ausblick auf das Jahr 2019 geben. Botschaft: Die Elektronikindustrie und die Automobilwelt wachsen zusammen, autonomes Fahren, Elektroantriebe und sprach- und Gestensteuerung definieren das Automobil neu.

Autokonzerne setzen hohe Beträge auf das Thema. Ob sie damit gewinnen werden, bleibt abzuwarten. Für sie alle ist der Besuch in Las Vegas eine Wette auf die Zukunft: Toyota kündigt an, eine Milliarde Dollar in ein neues Forschungsinstitut in den USA zu stecken. Volkswagen und Daimler haben bereits ähnliche Einrichtungen und bauen aus. Auch Kia, Ford und diverse Autozulieferer sind auf der CES vertreten.

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