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4. Dezember 2008, 16:38 Uhr

Auspacken lohnt sich

Technologie galt bei Unterhaltungselektronik lange Zeit als einzig entscheidendes Kaufkriterium. Inzwischen merken die Hersteller: Das Design ist genauso wichtig. Mindestens. Nicht umsonst spricht die Branche auch vom Ehefrau-Akzeptanz-Faktor. Von Ulf Schönert

Technologie, Unterhaltungselektronik, Design, Home Entertainment

In einem elegant eingerichteten Wohnzimmer dürfen die Technikgeräte dem Mobiliar natürlich in nichts nachstehen© Hersteller

Ein Strahlen erfüllt den Raum, ein magisches Leuchten, fast wie bei einem Heiligenschein. Die weiße Wand hinter dem Apparat ist in sphärische Blautöne getaucht, um dann blitzartig in ein aggressives Knallrot zu wechseln, das den ganzen Raum mit einem Lichtgewitter erfüllt. Wenn der Philips Aurea läuft, ein Fernseher mit eingebauter Hintergrundbeleuchtung, ist es, als spuke es. Als habe das Gerät übernatürliche Kräfte. Und auf dem Bildschirm? Da läuft "Lindenstraße".

Wer heutzutage einen Fernseher kauft, dem kann es leicht passieren, dass das Viereck, welches das Bewegtbild umrahmt, hübscher ist als das, was im Inneren zu sehen ist. Denn der Trend des Jahres bei Fernsehern, wie auch bei der übrigen Unterhaltungselektronik, ist Design.

Der Ehefrau-Akzeptanz-Faktor

Hatten die Hersteller bei der Entwicklung neuer Geräte noch vor wenigen Jahren vor allem den technischen Fortschritt im Blick, widmen sie sich inzwischen verstärkt dem Äußeren der Wohnzimmer-Geräte. Selbst Billigproduzenten lassen ihre Fernseher inzwischen aussehen, als würden mit ihnen nur Architekturmagazine und Opernaufführungen geschaut. Am augenfälligsten wird der Trend bei Fernsehern wie dem oben beschriebenen Aurea, der das Fernsehbild mit einer Art eingebauter Lichtorgel verstärkt: Wenn man Fußball schaut, leuchtet der Fernseher grün, bei "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" weiß - ein Effekt, der tatsächlich sehr angenehm sein kann.

"Heute ist es kaum noch möglich, sich durch technische Innovationen von der Konkurrenz abzuheben", sagt Peter Zec, Initiator des jährlich ausgeschriebenen "Red Dot Design Award", Branchen- Oscar für schöne Produkte. Das Interesse der Käufer an gutem Design sei "sehr gestiegen und deutlich anspruchsvoller geworden". Das liegt auch daran, dass sich verstärkt Frauen für Hightech interessieren, ein Umstand, der in der Fachwelt oft scherzhaft "Wife Acceptance Factor" (Ehefrau-Akzeptanz-Faktor) genannt wird.

Hightech und hübsch: Dass das überhaupt geht, hat bei Fernsehern sehr viel mit dem Innenleben der Geräte zu tun. Vor dem Siegeszug der Flachbild-Technologien musste die "Glotze" aus Prinzip klobig sein: Die Bildröhre schrieb den Kisten ihr behäbiges Aussehen vor. Doch die Zeiten, "in denen mächtige Fernseher in schweren Schrankwänden und oft sogar hinter Türen versteckt wurden, sind vorbei", sagt Hans Wienands, Business Director bei Samsung. "Elegante Flachbildschirme werden heute als Teil der Einrichtung wahrgenommen und selbstbewusst präsentiert." Und wenn schon der Fernseher gut aussieht, dann sollen das auch die Geräte drum herum können. So schnell entsteht ein Trend.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 48/2008

Von Ulf Schönert
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Eisenbaer (04.12.2008, 20:17 Uhr)
Nun ja, meine Idee....
...von der idealen Glotze sieht so aus: Klapp auf, man sieht fern. Klapp zu oder leg flach, keine große schwarze Fläche irritiert mehr das Auge.
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