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Die Schallplatte feiert ihr Comeback - bald auch in HD

Back in Black in HD: In Österreich wird gerade die Schallplatte der Zukunft entwickelt. Sie klingt nicht nur besser, sondern schont auch noch die Umwelt.

Schallplatten erleben seit Jahren ein Comeback

Die Schallplatte erlebt seit Jahren ein Comeback

Auf Smartphones passen Hunderte Alben, auf Streamingdiensten wie Spotify oder Apple Music ist die Musik der ganzen Welt nur einen Tastendruck entfernt. Doch aller Digitalisierung zum Trotz feiert die gute, alte Schallplatte ein bemerkenswertes Comeback: 2015 wurden in Deutschland etwa 1,8 Millionen Platten im Wert von 38 Millionen Euro verkauft. Zuletzt gingen so viele Platten im Jahr 1992 über die Ladentheke, als man von Youtube und Co. noch nicht einmal zu träumen wagte. Im Vergleich zu den 87 Millionen verkauften CDs ist das immer noch marginal. Doch während die CD-Verkäufe Jahr für Jahr wegbröckeln, mausert sich die Vinyl zum Liebhaberstück.

Vinyl trifft moderne Technik

Der Trend geht auch an der Industrie nicht vorbei: Auf der Hightech-Messe CES wurden zwischen UltraHD-Fernsehern und smarten Haushaltsgeräten auch mehrere neue Plattenspieler vorgestellt. Sony zeigte etwa ein Modell, das einen integrierten Phonovorverstärker besitzt, der sich an Aktivboxen anschließen lässt. Damit können Besitzer eines Sonos-Systems (etwa beim Play:5) ihre Schallplatten in der ganzen Wohnung hören.

Und in Österreich arbeitet man jetzt sogar an der Schallplatte der nächsten Generation: Die Firma Rebeat hat ein Patent für High Definition Vinyl, kurz HD Vinyl, angemeldet. Die neuen, verbesserten Scheiben decken einen größeren Frequenzbereich ab, außerdem passen bis zu 30 Prozent mehr Ton-Informationen auf die Platte.

Läuft auch auf alten Schallplattenspielern

Die Produktion läuft grundlegend anders als bei herkömmlichen Schallplatten: Die Audiodaten werden zunächst von einem Konstruktionsprogramm aufbereitet, anschließend schreibt ein Laser die Daten auf die Pressmatrize. Das ist nicht nur genauer, sondern geht auch deutlich schneller als das herkömmliche Herstellungsverfahren mit Schneidemaschinen aus den 60ern, die mechanisch die Toninformationen in die Matrize kratzen. Weil weniger Chemikalien zum Einsatz kommen und die Pressmatrizen länger verwendet werden können, wird durch die neue Technik die Umwelt geschont.

Ein weiterer Vorteil: Die neuen HD-Schallplatten sind auch mit alten Abspielgeräten kompatibel, verspricht Rebeat-Chef Guenter Loibl gegenüber "Digital Music News". "Man muss kein neues System kaufen, um die Vorteile genießen zu können." Bereits in drei Jahren will man die HD-Schallplatte am Markt haben.

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