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Neil Youngs große Pläne mit dem Pono-Player

Neil Young hielt MP3-Dateien immer schon für Mist. Deshalb arbeitet er an einem eigenen Format für digitale Musik. Pono soll der iPod-Generation wieder echten Studiosound nahebringen.

Von Jens Tartler

  Wenn schon digitale Musik, dann sollte sie aber Neil Youngs Klangansprüchen genügen. Findet Neil Young.

Wenn schon digitale Musik, dann sollte sie aber Neil Youngs Klangansprüchen genügen. Findet Neil Young.

  • Jens Tartler

Beinahe hätte Neil Young die Vorführung seiner jüngsten Idee mit dem Leben bezahlt. Er hatte Craig Kallman, den Geschäftsführer von Atlantic Records, in seinem 1978er Cadillac Eldorado mitgenommen, um ihm vorzuführen, wie viel besser als MP3 oder CD sein neues Musikformat Pono klingt. Young war völlig in die Bedienung seines Geräts vertieft, als Kallman ihm aufgeregt auf die Schulter klopfte. Der Cadillac war auf Kollisionskurs mit einem anderen Auto, Young konnte gerade noch einen Frontalcrash vermeiden.

Dass der Kanadier mit Wohnsitz Kalifornien ein bisschen durchgeknallt ist, wissen wir nicht erst, seit er sein Buch "Ein Hippie-Traum" veröffentlicht hat. Und als der Gitarrist mit einer Neigung zu Holzfällerhemden seinen Feldzug gegen das MP3-Musikformat begann, wurde er von vielen nicht für voll genommen. Schließlich hatte er einst so anhaltend heftig gekifft, bis ein Neurologe ernstzunehmende Veränderungen an Youngs Gehirn feststellte.

"Rechtschaffener" Klang nicht nur für Besserverdienende?

Aber mit seinem Aufnahmeformat Pono (von hawaiianisch "rechtschaffen") samt Onlineplattform und verschiedenen Playern ist es Young bitterernst. Er will den Musikmarkt revolutionieren. "Niemand wird das große Comeback von ultimativer Qualität aufhalten können", schreibt er in seinem Buch. Sein Ziel ist es, allen Hörern den Sound zugänglich zu machen, den die Musiker im Studio eingespielt haben - ohne Verlust durch die technische Übertragung.

In der TV-Show von David Letterman hat Young seinen Pono-Player in Form eines Toblerone-Riegels vorgestellt. Das Gerät soll Musik in der Studioauflösung von 24 Bit und 192 Kilohertz abspielen können, nicht komprimiert wie bei MP3. In Zukunft sollen sogar 384 Kilohertz möglich sein. Neben dem tragbaren Player will der Gitarrist in Zusammenarbeit mit dem schottischen Edel-Hi-Fi-Hersteller Linn auch Geräte für den Wohnzimmergebrauch auf den Markt bringen. Aber ganz wichtig ist ihm: Pono soll nicht nur für Besserverdiener da sein.

MP3 hat Young immer wieder als "Mist" abgetan. Die komprimierten Musikdateien enthielten nur etwa fünf Prozent der Daten der Originalaufnahme, nörgelt er. Er aber möchte, dass seine geliebte Gibson "Old Black" so klingt, wie er sie spielt. Young verwendet ganz bewusst noch sein altes Mischpult und ein Zwei-Zoll-Tonband zum Aufnehmen. "Ich will diesen alten Röhrensound", sagt er. Wer meint, für die endlosen Gitarrenschlachten von Neil Youngs Crazy Horse sei keine High-End-Technik notwendig, der liegt falsch - meint zumindest Young: Gerade die Obertöne erzeugten die Emotionen, die durch MP3 verloren gegangen seien.

Im kommenden Jahr sollen die Geräte auf den Markt kommen. Zu den Hi-Fi-Tüftlern von Linn hat sich Young noch andere Verbündete gesucht. Neben Plattenmanager Kallman ist das vor allem Mark Goldstein, ein Start-up-Spezialist, den Young durch Freunde aus dem Silicon Valley kennengelernt hat. Über die Leute aus dem Valley sagt er: "Im Gegensatz zu mir beherrschen sie die Kunst, ihre Ideen zu Geld zu machen." Etwas kokett fügt er hinzu: "Ich habe große Ideen und wenig Kohle, um sie umzusetzen."

Musiker wie Tom Petty oder Kid Rock und Starproduzent Rick Rubin sollen begeistert von Pono sein. Noch wichtiger für den Erfolg des Projekts dürfte aber sein, dass die großen Musiklabels Universal, Sony und Warner das Projekt unterstützen. Warner habe schon 8000 Alben auf die höchste Auflösung von 192 Kilohertz und 24 Bit umgestellt, schreibt das Magazin "Rolling Stone".

Hat die Welt auf Pono gewartet?

Manche sehen Pono auch als Kriegserklärung an Apple. Young schreibt in seinem Buch, dass er mit Steve Jobs bis zu dessen Tod über das Projekt gesprochen habe. Das Unternehmen Apple hält sich heute beim Thema Pono bedeckt. Young glaubt, sein Angebot werde "iTunes zwingen, seine Qualität schneller zu verbessern als bisher".

Fachleute finden Youngs Kampfgeist sympathisch, fragen sich aber, ob die Welt auf Pono gewartet hat. Der Berliner Hi-Fi-Hersteller Dieter Burmester, dessen Anlagen zu den besten der Welt gehören, sagt: "Ich freue mich, dass Neil Young sich abhebt von diesem MP3-Quantifizierungswahn, möglichst viele Titel in mieser Qualität auf einen Datenträger zu pressen." Es sei aber nicht zwingend, dass Aufnahmen in 192 Kilohertz besser klingen als in 96 oder 44 Kilohertz. Und ein Standard von 384 Kilohertz würde sehr teuer. "Das fängt schon in den Studios an." Thomas Sporer, einer der MP3-Erfinder und heute am Fraunhofer-Institut in Ilmenau, räumt zwar gern ein, dass sein altes Format Schwächen habe und nicht mehr auf der Höhe der Zeit sei. Doch das Nachfolgeformat AAC, das auch von Apple - und Android-Geräten unterstützt wird, schaffe schon lange 192 Kilohertz. "Da hört niemand mehr einen Unterschied zum Original", sagt Sporer, "auch Neil Young nicht."

FTD

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