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14. Dezember 2009, 19:37 Uhr

Welcher Kamera-Typ ist der richtige für mich?

Digitale Kompaktkameras protzen mit ausgeklügelten Sonderfunktionen. Spiegelreflexkameras werden immer günstiger. Handys machen auch akzeptable Fotos. Und Bridge-Kameras drängeln sich irgendwie dazwischen. Ein kleiner Führer durch den Systemdschungel. Von Ulf Schönert

Systemkamera, Bridgekamera, Spiegelreflexkamera, Kompaktkamera, Digitalkamera, Digicam

Auge auf beim Digitalkamera-Kauf!© Colourbox

Fast jeder besitzt inzwischen eine Digitalkamera, manche sogar ohne es zu merken. Sie stecken in fast jedem Handy, in Videokameras, in Notebooks, in Ferngläsern, in Armbanduhren, in Taucherbrillen und Spielkonsolen. Manche sind so klein wie früher nur Fotoapparate von Geheimagenten waren, manche noch immer groß und klobig wie alte Analog-Kameras. Mehrere hundert neue Modelle kommen in jedem Jahr auf den Markt. Es gibt sie futuristisch, edel, aus Plastik für Kleinkinder, im Retro-Look, wasserdicht und stoßfest. Die Billigsten kriegt man für weniger als 30 Euro im Sonderangebot, für die teuersten kann man bis zu 10.000 Euro ausgeben. Selbst die Pressefotografen, von denen sich lange Zeit viele zum Teil sehr energisch gegen die neue Technik gesperrt hatten, haben inzwischen fast alle auf digital umgestellt. In Deutschland gibt es 80 Millionen Menschen - und etwa 130 Millionen Digitalkameras.

Noch nie wurde so viel fotografiert wie heute. In Deutschland wird in jeder Sekunde 1 000 Mal der Auslöser einer Digitalkamera oder eines Fotohandys gedrückt. Die Zahl der allein beim Online-Bilderdienst Flickr gespeicherten Fotos geht in die Milliarden - die meisten davon wurden mit Digitalkameras aufgenommen. Die Omnipräsenz der digitalen Fotografie zeigt sich vor allem dann, wenn irgendwo etwas Weltbewegendes passiert: Nur Sekunden vergehen, und der erste Passant hat seine Kamera gezogen, um Fotos vom Autounfall oder vom Flugzeugabsturz zu machen.

Ungeheurer Fortschritt

Wenn man sich vor Augen hält, wie unförmig, teuer und mangelhaft digitale Kameras noch vor zehn Jahren waren, ist es kaum zu glauben, wie klein, billig und gut die Technik heutzutage geworden ist. Funktionen, die früher nur in Profi-Kameras steckten, gibt es inzwischen auch in Anfängerkameras - zum Beispiel den Verwacklungsschutz oder die Gesichtserkennung. Gar nicht hoch genug zu bewerten ist, wie sich die Kapazität von Speicherchips und Batterien verbessert haben. Mussten sich Digitalfotografen früher stets in der Nähe einer Steckdose aufhalten, weil ihnen nach kurzer der Saft auszugehen drohte, können sie heute Tausende Bilder machen, ohne neu aufzuladen. Und auf handelsübliche Speicherkarten passen mehr Bilder, als man in einem ganzen Urlaub knipsen kann.

Inzwischen ist die Technik so ausgereift, dass die Hersteller vor einem ganz neuen Problem stehen. Früher fiel es ihnen leicht, neue Kameras zu verkaufen, denn jede Neuerscheinung war schneller, leistungsfähiger, hochauflösender, energiesparender, kompakter oder gleich alles zusammen. Inzwischen gehen den Herstellern die Argumente aus, warum das jeweilige Nachfolgemodell besser sein soll als der Vorgänger, der im Prinzip auch schon alles konnte. Deshalb spendieren sie ihren neuen Kameras immer neue Funktionen, etwa die Möglichkeit, HD-Videos zu drehen, einen zweiten Monitor an der Kameravorderseite, GPS-Module, einen eingebauten Projektor. Das meiste davon braucht eigentlich kein Mensch.

Wenn alle Kameras alles können: Kann man dann nicht einfach irgendein Modell kaufen? Ganz so einfach ist es auch nicht. Zwar machen auch sehr preisgünstige Kameras inzwischen passable Fotos. Doch noch immer gibt es unterschiedlich ausgestattete Geräte für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Vier Klassen von Kameras

Grundsätzlich kann man Digitalkameras in vier Klassen einteilen: Kompaktkameras, Bridgekameras, Spiegelreflexkameras, und seit Neuestem auch so genannte Systemkameras.

Kompaktkameras definieren sich erst einmal durch ihre Größe: Sie sind klein. Weil sie ein Objektiv haben, das sich beim Ausschalten automatisch in das Gehäuse absenken lässt (bei manchen Kameras kommt es gar nicht erst heraus), passen sie problemlos in die Hosentasche. Neben ihren geringen Abmessungen, die sie zum idealen Reisegefährten machen, ist ihr größter Vorteil der geringe Preis. Doch kompakt hat auch Nachteile: Die kleinen Objektive und Fotochips sind längst nicht so leistungsstark wie die der größeren Modelle, was bei schwierigen Lichtsituationen zu Problemen führen kann.

Bridgekameras unterscheiden sich von Kompaktkameras durch die feststehenden Objektive. Die lassen sich nicht einfahren, sind aber qualitativ besser, weil sie mehr Licht in die Kamera lassen. Bridgekameras sind insgesamt größer und schwerer, und meistens insgesamt hochwertiger verarbeitet als Kompaktkameras. Wer mit einer Bridgekamera fotografiert, dürfte in der Regel bessere Fotos machen. Bridgekameras sind aber auch relativ teuer.

Spiegelreflexkameras sind noch mal etwas größer als Bridgekameras. Zum Auslösen verwenden sie einen mechanischen Spiegel, was den Vorteil hat, dass man seine Fotos im Sucher optimal komponieren kann. Spiegelreflexkameras verfügen meist über relativ große Fotochips. Im Gegensatz zu Bridgekameras kann man bei Spiegelreflexkameras die Objektive wechseln.

Zusätzlich zu den klassischen drei Klassen treten neuerdings immer häufiger Mischformen aus Bridgekamera und Spiegelreflexkameras auf, zum Beispiel die E-P1 von Olympus. Die hat zwar keinen Spiegel, wohl aber wechselbare Objektive. Viele Experten glauben, dass diese Bauweise, meist als Systemkamera bezeichnet, langfristig die Bridge- und teilweise auch die Spiegelreflexkameras ersetzen wird, so dass es in Zukunft dann nur noch zwei wichtige Kameraklassen geben könnte: Kompaktkameras und Systemkameras.

Von Ulf Schönert
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
topas24 (15.12.2009, 10:51 Uhr)
@Matador
Muss mich da meinem Vorredner anschließen. Sobald man gewisse Ansprüche an die Haptik beim Fotografieren, Bildkomposition oder Bildqualität hat kommen Kompakte kaum an eine Spiegelreflex ran. Die Motivsuche über einen teilweise spiegelnden kleinen TFT, deren Farben je nach Lichteinfall unterschiedlich aussehen (statt real zu sehen was man fotografieren wird), umständliches Zoomen über einen Wippschalter (statt direkt am Objektiv), begrenzte Bildqualität (stärkere Brechungswinkel etc. bedeuten nunmal mehr "Lichtverbrauch", Qualitätseinbuße...). Sicher wird es für Otto Normalverbraucher völlig ausreichend sein, wenn sein Standardmotiv "Otto vor $Sehenswürdigkeit" ist. Wenn er aber das Motiv wirklich in Szene setzen will sind die Grenzend er Kompakten schnell erreicht. Hatte im letzten Urlaub ein paar mal das "Vergügen", die Kompaktkamera vom Bekannten zu benutzen - und war danach immer wieder froh eine richtige Kamera in der Hand zu haben.
Da es eben nicht nur Schnappschussfotografen gibt, sondern auch solche, die drauf achten, was sie wie fotografieren wird es sicherlich die SLR weiter geben - ich sehe eher weniger Potential für die Systemkameras, da ihnen ein wesentlicher Aspekt der SLR, der optische Sucher, fehlt. Wer Geld für 2-3 Objektive ausgibt, sich den Wechselstress antut wird auch zwischen beiden Typen schätzen wissen.
radar74 (15.12.2009, 08:44 Uhr)
@Matador
Wenn ich Ihren Beitrag so lese stelle ich fest das sie genauso wenig Ahung von Fotografie haben wie der Redakteur.

Kompaktkameras werden auch in 10, 20 oder 30 Jahren die Spiegelreflexkameras noch nicht abgelöst haben.

tobix (15.12.2009, 08:33 Uhr)
Lustiger Artikel
Riesiger Artikel und die beworbene Information ist kurz ans Ende geklatscht.
Welche ist denn nun die richtige für mich? Von oben nach unten wird es tendenziell besser, aber was heißt das? Echt sinnfrei.

@Matador: Die meisten Kompaktkameras, auch im Preisbereich von 200-300 EUR, haben leider bei geringem Licht ihre Probleme. Dass in absehbarer Zeit Handys mit ihren noch kleineren Objektiven und noch kleineren Chips richtig gut werden, bezweifle ich. Eher so "in 80% der Fälle reichts aus".

Ich warte ja immernoch auf eine Kompaktkamera um die 200 EUR mit ordentlicher Lichtstärke, ca.24-140mm Brennweite und 9MP (oder noch größerer Chip).
Matador (15.12.2009, 00:11 Uhr)
In Zukunft wirds nur noch Kompaktkameras geben
Bei Landschaftsbildern bis ISO 400 behaupte ich mal werden nur wenige erkennen können ob das Bild von einer SLR oder einer guten Kompakten kommt.

Inzwischen haben die meisten Kompakten Objektive die von 24mm Weitwinkel bis 12 fach zoom gehen, das reicht für fast alle Anwendungen.

Die Kameras der Zukunft werden Kompakte sein und Ultrakompakte.

Die Kameras in Handys werden vermutlich in ein paar Jahren die Qualität haben die jetzt noch aktuelle 10 MP Kameras haben.
McKenzie73 (14.12.2009, 22:35 Uhr)
Thema verfehlt: Sechs
Der Artikel beantwortet die Fragestellung der Überschrift in keinster Weise. Eher strotzt er von gefährlichem Halb- und Unwissen. Eine Spiegelreflexkamera definiert sich nicht über den Sucher und eine Bridgekamera nicht über die fehlende Option, dass Objektiv einzufahren. Eine Kompaktkamera kann und sollte hochwertig verarbeitet sein (und ist es bei Markenherstellern auch). Sie kann genauso teuer sein wie eine günstge SLR oder eine gute Bridgekamera. Spiegelreflex KÖNNEN größer sein als Bridgekameras, müssen aber nicht. Alles in allem ein schlecht recherchierter und nichtssagender Artikel...
salz63 (14.12.2009, 22:19 Uhr)
Nicht sehr kenntnisreich
Lieber Herr Schönert,

wenn irgendwer auf diesem Planeten Digitalkameras ab deren Geburtsstunde ins Herz geschlossen hat, dann die Pressefotografen. Einige der ersten Modelle waren sogar gemeinsame Entwicklungen von Kodak und AP.

Und die "Gesichtserkennung" sucht man bis heute in Profikameras vergeblich, denn das ist eine Amateurtechnologie.

Und alle Spiegelreflexkameras sind schon seit den 50er Jahren "Systemkameras", da wird sich kaum eine neue Gattung Systemkamera etablieren müssen.

Kameras wie die Olympus E-P1 sind das, was man früher "Sucherkameras" nannte, nur daß man heute da keine gescheiten Sucher mehr einbaut und man die Kameras wie blöde am langen Arm rumwackeln lassen muß, wo man sie sich früher ins Gesicht gedrückt hat.
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