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Fernseher-Hersteller beim Spitzeln erwischt: Wie neugierig ist Ihr Smart-TV?

Stellt man sich mit einem Smart-TV einen Spion auf die Fernseh-Bank? Diese Angst schürt ein aktuelles Verfahren aus den USA. Ein Hersteller wurde wegen Spitzelei zu einer Millionenzahlung verknackt. So halten Sie ihren Fernseher vom Schnüffeln ab.

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Wie sehr muss man sich vor spionierenden Fernsehern fürchten?

Es ist eine gruselige Vorstellung: Der Fernseher mitten im Wohnzimmer soll uns heimlich ausspionieren. Nun wurde eine US-Firma tatsächlich beim systematischen Spitzeln erwischt. Müssen sich auch deutsche Kunden vor lauschenden fürchten?

Zunächst einmal kann man Entwarnung geben: Von keinem Hersteller ist bekannt, dass er tatsächlich zuhört und -sieht, was Sie in Ihrem Wohnzimmer treiben. Einige Samsung-Modelle lauschen zwar tatsächlich die ganze Zeit in den Raum, warten aber nur darauf, dass das Aktivierungswort für die Sprachsteuerung ertönt. Erst dann nehmen sie auf - um den Sprachbefehl verarbeiten zu können. Neugierig sind die Hersteller aber trotzdem.

Vizio sammelte heimlich Daten

Denn Nutzer-Daten sammeln viele. Der US-Hersteller Vizio wurde etwa erwischt, wie er zwei Jahre lang systematisch seine Nutzer überwachte und Profile über ihren Fernsehkonsum anlegte. Dazu wurde sekundengenau das Programm protokolliert, über einen Drittanbieter sammelte man persönliche Daten wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Beziehungsstatus und mehr, berichtet der US-Verbraucherschutz. Bild- oder Tonaufnahmen wurden aber keine gemacht. Um einer Verurteilung zu entgehen, stimmte Vizio trotzdem der Zahlung von zwei Millionen US-Dollar Strafe zu. 

Das größte Problem von Vizio: Man hatte die Nutzer nicht auf die Sammelwut hingewiesen und keine Möglichkeit geboten, sie abzustellen. Andere Hersteller erlauben das.

Der einfachste Tipp: Wenn man die Internet-Features nicht nutzt, muss der Fernseher auch nichts ans Netz. Die meisten Interfaces sind ohnehin kaum benutzbar, wer statt der TV-Apps auf eine Streamingbox wie das Fire TV setzt, braucht am Fernseher kein Internet mehr.

LG: Sammelwut nur bei alten Modellen

Neuere LG-Fernseher mit webOS sammeln keine Daten, fand der US-Verbraucherschutz heraus. Ältere aber schon. Gewissheit findet man in den Einstellungen: Bietet der Fernseher einen "Live Plus"-Modus, ist er auf Ihre Daten aus. Sie können die Option aber einfach abstellen.

Samsung schnüffelt - wenn Sie zustimmen

Bei Samsung-Fernsehern muss der Nutzer der Datensammelei bei der Einrichtung zustimmen. Auch im Nachhinein lässt sie sich aber im Menü unter "Unterstützung" und dann "Geschäftsbedingungen & Datenschutz" jederzeit abschalten. Nutzt man die Sprachsteuerung nicht, kann auch sie im Menü abgeknipst werden.

Sony und Philips: Google liest mit

Auf modernen Sony- und Philips-Fernsehern läuft eine eigene Version von Googles Betriebssystem Android. Wie beim Smartphone sammelt der Internetriese hier Nutzerdaten - wenn man es ihm bei der Einrichtung erlaubt. Wer die Sammelwut im Nachhinein unterbinden will, findet die Privatsphäre-Optionen im "Hilfe"-Menü.

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