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Warum manche Landschaftsfotos misslingen ...

... und wie Sie es besser machen können: Der dritte und letzte Teil der stern.de-Reihe mit Tipps für bessere Urlaubsfotos erklärt, wie man das perfekte Licht findet.

Von Michael Hennemann

  Wenn die Sonne tief am Himmel steht, strahlt sie ein besonders warmes Licht aus

Wenn die Sonne tief am Himmel steht, strahlt sie ein besonders warmes Licht aus

Der Anblick raubt Ihnen schier den Atem: Ein in den letzten Sonnenstrahlen rot glühender Berggipfel spiegelt sich im glatt davorliegenden See. Jetzt nur noch auf den Auslöser drücken und fertig ist das perfekte Landschaftsfoto? In den meisten Fällen ist dieses Vorgehen zum Scheitern verurteilt, und Sie werden von den Fotos enttäuscht sein.

Der Grund ist schnell erklärt. Die Digitalkamera sieht anders als das menschliche Auge. Während unsere Augen rastlos das gesamte Blickfeld abtasten und das Gesehene ununterbrochen an das Gehirn weiterleiten, sodass wir alle Elemente einer komplexen Szene gleichzeitig erfassen können, zeichnet die Kamera immer nur einen begrenzten Ausschnitt der Wirklichkeit auf.

Außerdem fehlt dem Foto eine Reihe von Zusatzinformationen: Sie hören beim Blick auf das fertige Bild weder die Vögel zwitschern noch können Sie den Duft der Almwiese riechen. Der wichtigste Ratschlag für ein gutes Landschaftsfoto lautet daher: Finden Sie Ihren persönlichen Ansatz und wählen Sie den abgebildeten Ausschnitt mit Bedacht. Zeigen Sie lieber einen kleineren Ausschnitt, diesen aber verständlich und mit klarer Bildsprache.

Nur Geduld!

Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden für Landschaftsfotografen, denn die Natur ist im ständigen Wandel. Während sich die Sonne im Tagesverlauf über den Himmel bewegt, ändert sich die Verteilung von Licht und Schatten ständig. Zusätzlich bringt jede Jahreszeit ihre Motive mit sich. Im Frühling knospen die Bäume, sprießen die Blumen, und die Farbe kehrt zurück in die Natur. Während eine Sumpflandschaft bei strahlendem Sonnenschein langweilig wirkt, erzeugt leichter Nebel in derselben Umgebung eine mysteriös-reizvolle Stimmung. Der Herbst bringt eine zart-melancholische Buntheit, und der Winter macht mit Schnee und Raureif karge Äste zu kleinen Kunstwerken.

Die beste Voraussetzung für gute Naturaufnahmen bietet daher nicht eine möglichst kostspielige Kameraausrüstung (sie schadet aber natürlich nicht), sondern die Freude am Spazierengehen und daran, draußen unterwegs zu sein. Nicht umsonst ist praktisch jeder berühmte Landschaftsfotograf auch ein großer Naturliebhaber.

  Nachdem die Sonne untergangen ist, beginnt die blaue Stunde

Nachdem die Sonne untergangen ist, beginnt die blaue Stunde

Warten auf das perfekte Licht

Das Licht ist das A und O eines guten Landschaftsfotos. Ohne Licht geht es Nicht, und ein dramatischer Lichteinfall macht selbst aus einer scheinbar langweiligen Landschaft eine spektakuläre Aufnahme. Umgekehrt lässt sich selbst die anmutigste Szene nicht ausdrucksstark im Bild festhalten, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und für kurze Schatten und harte Kontraste sorgt.

Die wichtigste (und in vielen Fällen einzige) Lichtquelle in der Naturfotografie ist die Sonne. Während Fotografen im Studio ihr Blitzlicht nach Belieben ausrichten, verstärken oder dimmen können, muss der Landschaftsfotograf sich nach den natürlichen Bedingungen richten. Im Laufe eines Tages klettert die Sonne am Himmel empor, und zu jeder Stunde ändert das Sonnenlicht daher Richtung und Farbe. Dieselbe Landschaft "erstrahlt" daher im wahrsten Sinne des Wortes in ständig neuem Licht.

Das Sonnenlicht bewusst zu sehen ist einer der wichtigsten Schritte hin zu besseren Landschaftsfotos. Erkennen Sie, aus welcher Richtung das Sonnenlicht kommt und wie es das Aussehen der Landschaft beeinflusst:

  • Frontales Licht: Bei der frontalen Beleuchtung scheint Ihnen die Sonne von hinten über die Schulter, und Sie bekommen ein klares und farbenreiches Bild, allerdings liegen die Schatten direkt hinter dem Motiv, und das Foto wirkt flach und weniger spannend. Die beste Zeit für Aufnahmen mit frontalem Licht ist etwa 2 bis 3 Stunden vor Sonnenuntergang bzw. nach Sonnenaufgang. Wenn die Sonne im Tagesverlauf höher steigt, werden die Fotomöglichkeiten schlechter, und während der Mittagszeit können Sie in den meisten Fällen die Kamera getrost in der Tasche lassen. Einzige Ausnahmen von dieser Regel: Fotos im dichten Wald oder in tiefen Schluchten sind meistens nur beim Höchststand der Sonne möglich, ansonsten kommt dort gar kein Licht an.
  • Streiflicht: Von der Seite einfallendes Licht, besonders bei tief stehender Sonne, schafft dramatische Fotos. Die Landschaft wird durch einen intensiven Kontrast von Licht und Schatten modelliert, Formen, Strukturen und Oberflächen werden herausgearbeitet, und das zweidimensionale Foto erscheint plastisch.
  • Gegenlicht: Gegenlicht erzeugt grafisch wirkende, scherenschnittartige Motive. Menschen oder andere Objekte, die Sie im Gegenlicht fotografieren, erscheinen als schwarze Silhouetten, die von einem Lichtkranz gesäumt werden. Gegenlicht eignet sich besonders für effektvolle, spannende Fotos mit Atmosphäre.
  • Indirektes Licht: Indirektes Licht entsteht bei leicht bedecktem Himmel oder Nebel. Es ist weicher als das direkte Sonnenlicht, und die Fotos erscheinen in reichen, gesättigten Farben und geringeren Kontrasten. Landschaftsaufnahmen bei indirektem Licht wirken oft etwas fad. Es ist aber die ideale Beleuchtung für Detail- und Makroaufnahmen.

Zwischen Tag und Nacht

Meine Lieblingsbeleuchtung für stimmungsvolle Landschaftsfotos ist die Grenze zwischen Tag und Nacht. Dann, wenn es weder Morgen noch Tag, weder Abend noch Nacht ist, markiert die Dämmerung den Übergang zwischen Tageslicht und Dunkelheit. Die Zeitspanne, in der das Fotografieren möglich ist, ist allerdings nur kurz.

Seien Sie darauf vorbereitet und halten Sie schon tagsüber Ausschau nach geeigneten Motiven und überlegen Sie sich einen geeigneten Bildaufbau. Ein paar Trockenübungen mit verschiedenen Brennweiten schaden nie. Nachdem die Morgen- oder Abenddämmerung eingesetzt hat, verändert sich das Licht so schnell, dass dann keine Zeit mehr bleibt, um nach dem geeigneten Platz zu suchen, um das Stativ aufzubauen. Nichts ist frustrierender, als bei hervorragendem Licht keine Fotos machen zu können, weil einfach kein Motiv da ist.

Stellen Sie, bevor Sie zur Fototour am frühen Morgen oder späten Abend aufbrechen, sicher, dass die Kameratasche komplett gepackt ist. Haben Sie genügend Speicherkarten dabei, und sind die Akkus frisch geladen? Haben Sie das richtige Objektiv im Gepäck? Meine Erfahrung: Es fühlt sich nicht besonders gut an, sich schlaftrunken aus dem Bett zu quälen und dann vor Ort festzustellen, dass die Speicherkarte voll ist oder der Akku noch im Ladegerät einige Kilometer entfernt im Hotelzimmer steckt.

Fotografieren bei Regen, Nebel und Dunst

Holen Sie die Kamera nicht nur bei Sonnenschein aus der Fototasche. Sie verpassen sonst eine Vielzahl an tollen Motiven. Ob Sturm, Schnee oder Nebel - schlechtes Fotowetter gibt es nicht. Mit ein paar Tricks und dem richtigen Schutz der teuren Kameraausrüstung vor den Naturgewalten gelingen selbst bei vermeintlichem "Schmuddelwetter" viele eindrucksvolle Bilder.

Regenwetter

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich viele interessante Landschaftsfotos als Schlechtwetterfotos. Sie beziehen ihren Reiz oft aus dem Kontrast zwischen den knalligen Farben der Landschaft im Vordergrund und der dunklen Wolkenfront eines aufziehenden Gewitters im Hintergrund.

Vor und nach einem Gewitter oder einem Sturm sind die Lichtbedingungen für Landschaftsfotografen besonders interessant. Um den starken Kontrast zwischen der hellen Landschaft und dem dunkelschwarzen Himmel optimal auf die Speicherkarte zu bannen, müssen Sie sehr gezielt belichten, damit die Wolken die richtige Zeichnung erhalten.

Bei schlechtem Wetter ist das Licht meist knapp und ein Stativ daher wie so oft in der Landschaftsfotografie Pflicht, allerdings kämpfen Sie bei schlechtem Wetter mit weiteren Widrigkeiten, denn oft ist der Wind so stark, dass er droht, das Stativ umzuwerfen, oder zumindest daran rüttelt und somit Verwacklungen provoziert. Um diesen Effekt zu vermeiden, sollten Sie das Stativ mit Steinen beschweren und z. B. eine mit Steinen gefüllte Tüte oder die Kameratasche an die Mittelsäule hängen.

Schutz der Ausrüstung

Ein besonderes Augenmerk bei Fotos im Regen gilt natürlich dem Schutz der kostspieligen Kameraausrüstung. Nur einigen Kompaktdigitalkameras sowie teuren Profi-DSLRs macht Schmuddelwetter nichts aus. Sie sind mit einem abgedichteten Gehäuse ausgestattet, das sicher vor Spritz- oder Regenwasser schützt (wichtig bei DSLRs: Damit das Kamerainnere wirklich trocken bleibt, muss auch das Objektiv mit Gummilippen gegen Wassereinbruch abgedichtet sein).

Alle anderen Kameras müssen durch einen Plastiküberwurf regenfest gemacht werden. Einfach, aber wirkungsvoll ist eine Plastiktüte, in die Sie ein Loch für den Sucher schneiden und die Sie mit einem Gummiband an der Sonnenblende des Objektivs befestigen.

Ist der Wind nicht zu stark, leistet ein großzügig dimensionierter Regenschirm einen guten Schutz. Für die Zeit, in der nicht fotografiert wird, brauchen Sie außerdem eine Fototasche, die auch bei starkem und lang anhaltendem Regen absolut wasserdicht ist.

  Langsam, aber beharrlich kämpft sich am Morgen die Sonne durch den Nebel

Langsam, aber beharrlich kämpft sich am Morgen die Sonne durch den Nebel

Nebel und Dunst

Fotografieren bei Nebel und Dunst führt oft zu geheimnis- und stimmungsvollen Bildern. Nebel entsteht immer dann, wenn sich die unteren Luftschichten in Folge der nächtlichen Ausstrahlung stark abkühlen und der Wasserdampf der Luft kondensiert.

Gute Bedingungen für Frühnebel finden Sie daher im Frühling, Herbst oder milden Winter vor allem in Gebieten mit viel Wasser, z. B. an Seen und Flüssen, aber auch über Mooren und Wiesen. Die Nebelbildung lässt sich nur schwer exakt vorhersagen, aber die Wahrscheinlichkeit ist besonders nach klaren Nächten, in denen die Sterne am Firmament blitzen, am größten. Ein zarter Nebelschleier ist besser zum Fotografieren geeignet als eine undurchdringliche trübe graue Suppe. Nebelfotos erscheinen in romantischen, sanften Pastellfarben. Besonders stimmungsvolle Bilder erhalten Sie, wenn die Sonne durch den Nebel bricht, und bei Gegenlicht, wenn der Nebel zu leuchten beginnt.

Eines aber ist bei Nebel absolut tabu: Lassen Sie den Kamerablitz eingeklappt und den externen Blitz in der Fototasche. Blitzlicht wird von den kleinen Wassertröpfchen in der Luft so stark reflektiert, dass das Foto überstrahlt - Sie wissen, was gemeint ist, wenn Sie beim Autofahren schon einmal im Nebel das Fernlicht eingeschaltet haben.

Um die subtile Stimmung von Nebelfotos zu verstärken und die sanften Farben mit den zarten Nuancen zu überzeichnen, können Sie die Farbigkeit in der Bildbearbeitung steigern. In Photoshop oder Photoshop Elements erreichen Sie das über den Dialog "Farbton/Sättigung".

  Winterwunderland Norwegen - für die Ausrüstung eine Belastung

Winterwunderland Norwegen - für die Ausrüstung eine Belastung

Fotografieren in Schnee und Eis

Traumhaft verschneite Winterlandschaften lassen das Herz eines jeden Landschaftsfotografen höher schlagen. Um richtig gute Winterfotos zu machen, gilt es aber einige Punkte zu beachten. Das größte Problem bei der Fotografie im Winter ist die hohe Reflexion des Schnees, der das Sonnenlicht wie ein riesiger Spiegel zurückwirft und den Belichtungsmesser irritiert.

Automatische Messungen ohne manuelle Korrektur führen zu einer Unterbelichtung. Matrixmessungen liefern in der Regel zwar bessere Ergebnisse als Integralmessungen, trotzdem sollten Sie eine Belichtungsreihe machen und um eine halbe und eine volle Blende überbelichten.

Auf einen Korrekturfilter (81C) wie in der Analogfotografie können Sie beim Einsatz Ihrer Digitalkamera getrost verzichten, allerdings ist der automatische Weißabgleich bei Schnee meist überfordert, da die homogene weiße Fläche und der hohe UV-Anteil der Sonnenstrahlung (gilt vor allem in den Bergen) die Kameraelektronik verwirren.

Um einen Blaustich der Fotos zu verhindern, wählen Sie daher den manuellen Weißabgleich und stellen an der Kamera eine Farbtemperatur von 7000 bis 10000 K ein oder führen den Weißabgleich mit einem weißen Karton manuell durch. Im schlimmsten Fall können Sie einen Blaustich auch noch bei der Nachbearbeitung am Computer entfernen. Fotografieren Sie für diese Fälle am besten im RAW-Format, da Sie so den Weißabgleich nachträglich ohne Qualitätseinbußen korrigieren können.

Kälte killt den Akku

Eine Schwachstelle der Digitalfotografie in der Kälte ist die Energieversorgung. Die von fast allen Herstellern genannte Temperaturuntergrenze von 0° Celsius für das problemlose Funktionieren der Digitalkamera ist in erster Linie durch die Stromversorgung bedingt, von der mechanischen Seite betrachtet, sind zumindest Spiegelreflexkameras der Profiklasse durchaus auch für weitaus tiefere Temperaturen geeignet.

Die Kälte macht aber nicht nur den Akkus zu schaffen. Bei Temperaturen unter -5° brauchen die Displays deutlich länger für die Darstellung, und so manche Kamera verfällt in eine regelrechte Kältestarre. Die Motoren für Zoom und Autofokus werden langsamer, und die Auslöseverzögerung verlängert sich spürbar, ein Problem, das vor allem Besitzer von Kompakt- und Bridgekameras zu spüren bekommen.

Sie sollten die Kamera daher immer unter der Jacke tragen und nur zum Fotografieren hervorholen. Außerdem brauchen Sie ausreichend Ersatzbatterien, die Sie ebenfalls am Körper tragen müssen. Sie sollten aber nicht nur die Kamera, sondern auch Ihre Hände warm halten. Kompaktkameras lassen sich mit klobigen Handschuhen gar nicht bedienen, DSLRs nur schwer. Bewährt haben sich daher dünne Fleece-, Baumwoll- oder Seidenhandschuhe (erhältlich in speziellen Outdoor-Ausrüstungsläden). Mit ihnen haben Sie noch genug Gefühl, um auch kleine Bedienknöpfe gut zu bedienen, und die Hände bleiben länger warm. Pflicht sind Handschuhe beim Berühren von Metallteilen (z. B. dem Stativ) bei extrem tiefen Temperaturen. Wenn Sie das kalte Metall (etwa ab -10°) mit der bloßen Hand anfassen, besteht die Gefahr, dass Sie festfrieren!

Tipps für perfekte Landschaftsfotos

  • Wechseln Sie öfter die Brennweite. Fotografieren Sie eine Landschaft nicht nur mit dem Weitwinkelobjektiv, sondern probieren Sie auch einmal eine mittlere oder lange Telebrennweite aus, um ein besonderes Element der Landschaft prominent herauszuarbeiten.
  • Heiraten Sie Ihr Stativ (und den Fernauslöser gleich mit dazu). Durch das Stativ entschleunigen Sie die Fotografie und können Ihr Motiv im Sucher oder auf dem Display ganz bewusst gestalten. Außerdem müssten Sie für eine möglichst große Schärfentiefe eine kleine Blende (hohe Blendenzahl) einstellen, sodass die Belichtungszeiten mitunter sehr lang werden und Verwackelung droht.
  • Warten Sie auf das perfekte Licht. Frei nach dem bekannten Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" liefern die frühen Morgen- und späten Abendstunden meist die besten Fotobedingungen. Das Sonnenlicht fällt dann schräg auf die Landschaft und formt durch die Verteilung von Licht und Schatten besonders plastische Fotos.
  • Steigern Sie die Bildwirkung mit einem markanten Motiv im Vordergrund. Infrage kommt dabei so ziemlich alles, z. B. ein schroffer Felsen, eine Blume oder Sandrippeln. So fangen Sie den Blick des Betrachters ein und ziehen ihn ins Bild.
  • Nutzen Sie gegebenenfalls einen Grauverlaufsfilter, um den großen Helligkeitsunterschied zwischen Himmel und Landschaft in den Griff zu bekommen. Grauverlaufsfilter sind auf der einen Seite farblich neutral getönt. Halten Sie den Filter so vor das Objektiv, dass die dunkle Hälfte oben liegt. So vermeiden Sie, dass der Himmel ausbleicht.
  • Achten Sie besonders auf die Horizontlinie. Entscheiden Sie sich für eine Bildaussage (eher ruhig oder eher bedrohlich?) und positionieren Sie ihn entsprechend. Achten Sie außerdem darauf, dass der Horizont absolut waagerecht verläuft und nicht aus dem Bild kippt.

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