Fototipps fürs Weihnachtsfest

Verwackeln, falsche Belichtungen, geschlossene Augen: Beim Weihnachtsfest gute Bilder zu machen, ist nicht selbstverständlich. Ein paar einfache Tricks helfen, um auch mit einer durchschnittlichen Ausrüstung bessere Familienfotos zu schießen. Von Ralf Sander

Wenn sich im schummrigen Kerzenlicht des Weihnachtsbaums junge und alte Verwandte tummeln, wird das Weihnachtsfest zum Härtetest für den Familienfotografen. Und hinterher: verwackelt, unterbelichtet, unvorteilhafte Posen. Häufig liefern die Bilder nicht die schönen Erinnerungen, die sich alle erhofft hatten.

Die Qualität der Fotoausrüstung spiegelt sich direkt in den Aufnahmen wider. Doch auch mit einer durchschnittlichen Digitalkamera lassen sich auf Familienfeiern und Partys bessere Fotos schießen, wenn man einige einfache Tricks beherrscht.

Den richtigen Moment erwischen

Ein trotz der Fortschritte der Technik noch nicht ganz beseitigtes Problem von Digitalkameras ist die Auslöseverzögerung: Wird auf den Knopf gedrückt, wird nicht sofort mit der Belichtung begonnen, sondern die Kamera muss noch einige Einstellungen vornehmen. Eine davon ist der Autofokus, und dabei kann man der Kamera helfen und so Zeit gewinnen. Vorfokussieren heißt das Zauberwort: ein Objekt in derselben Entfernung wie das gewünschte Motiv anvisieren und den Auslöser halb drücken. Beim Auslösen entfällt dann die erneute Messung.

Stütze für die ruhige Hand

Sollten Sie auf den Einsatz von Blitzlicht verzichten wollen, suchen Sie sich Möglichkeiten, um sich oder die Kamera abzustützen. Das kann die Oberseite der Sofa-Rückenlehne sein, der Türrahmen, der Tisch. Wenn man nicht die Kamera selbst auflegen kann, hilft es schon, den Ellenbogen aufzustützen oder sich mit der Schulter anzulehnen. Bei schlechten Lichtverhältnissen bietet es sich außerdem an, möglichst auf die Verwendung des Zooms zu verzichten. Jede Vergrößerung des Motivs macht das Bild anfälliger für Verwackeln. Außerdem steigen die Belichtungszeiten.

Hilfe von der Kamera

Viele Kameras, auch günstigere Modelle, verfügen über vorbereitete Programme zum Beispiel für Partys, mit erhöhter Lichtempfindlichkeit und standardmäßig eingeschaltetem Blitz mit Vorblitz gegen den Roten-Augen-Effekt. Seit einigen Jahren können moderne Digitalkameras sogar selbstständig Gesichter erkennen und auf diese scharfstellen. Auch möglich: Die Kamera erkennt, ob jeder im Bild lächelt und macht dann erst das Bild.

Niemals nur ein Bild machen

Profis haben es schon immer getan, und dank der Digitalfotografie ist es auch für Amateure erschwinglich: das Schießen vieler Bilder. Drücken Sie mehrmals ab, ob es sich nun um den illuminierten Weihnachtsbaum (Verwackelungsgefahr), die Kinder beim Auspacken (Bewegungsunschärfe) oder das Gruppenbild der Gäste (geschlossene Augen) handelt - verschaffen sie sich eine Auswahl an Bildern, haben Sie Mut zu mehr Bildern von demselben Motiv. Viele Kameras machen bei bestimmten Programmen sogar selbstständig Bilderserien. Ansonsten kann man diese Funktion bei den meistens Kameras mit wenigen Tastendrücken einfach an und abschalten.

Gar nicht so einfach: Gruppenbilder

Übernehmen Sie das Kommando: Wenn es wirklich ein gestelltes Gruppenbild sein soll, dann sollten Sie es auch arrangieren. Kleine nach vorne, Große nach hinten, auch Stühle oder auflockernde Elemente sind erlaubt. Ob seriöses In-Reih-und-Glied-Stehen oder witzige Posen, das entscheidet der Fotograf. Sind alle Beteiligten richtig drapiert, muss der Fotograf die Aufmerksamkeit auf sich lenken ("Cheese!!!"), damit ihn auch alle angucken. Und dann: mehrere Bilder machen, nicht nur eines (s.o.). Nur so steigt die Chance auf ein Foto, auf dem wirklich alle die Augen offen haben und Tante Ilse sich nicht gerade an der Nase kratzt.

Gegen rote Augen

Nur noch einmal zur Erinnerung: Wer mit Blitzlicht Personen in einer dunklen Umgebung fotografiert, sollte einen Vorblitz einsetzen, damit sich die Augen der Fotografierten dem grellen Licht anpassen können, bevor das Foto gemacht wird. Praktisch jede Kamera mit Blitz hat eine Funktion gegen den Rote-Augen-Effekt eingebaut. Nur dran denken muss man selbst. Ein Problem bleibt: Blitze, besonders fest eingebaute, können die Atmosphäre eines Bildes zerstören, mit ihrem Licht praktisch alles erschlagen.

Auch spontane Fotos wollen vorbereitet sein

Oma ist auf dem Sofa eingeschlafen, und die Kleinen haben sie mit Geschenkpapier geschmückt - in solchen Momenten muss die Kamera nicht nur zur Hand, sondern auch betriebsbereit sein. Wer auf Schnappschüsse während des Familienfests spekuliert, sollte seine Kamera vorher auf die Bedingungen während der Feier einstellen: das richtige Foto- und Blitzprogramm auswählen, eventuell die Lichtempfindlichkeit manuell verändern, um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn die Party begonnen hat, sollte man die Kamera gar nicht mehr ausschalten und auch die Stromsparfunktion deaktivieren. Jedes "Erwecken" der Kamera kostet wertvolle Sekunden, weil Digicams immer noch relativ lange brauchen, um betriebsbereit zu sein. Wichtig: Ein paar zusätzliche aufgeladene Akkus sollten parat liegen.

So werden Sie vermutlich viele brauchbare Bilder erzielen, ob diese allerdings ihrem Geschmack entsprechen, ist eine andere Frage. Kerzenschein und andere die Atmosphäre beeinflussenden Elemente könnten auf diesen Fotos leiden. Am besten einfach mal ausprobieren, bevor die ganze Verwandtschaft eingetrudelt ist.

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