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Es muss nicht immer ein Kindle sein

Kindle oder iPad? Oder doch der Tolino Shine? Leseratten haben derzeit die Qual der Wahl. Stiftung Warentest hat 13 E-Book-Reader und vier Tablets geprüft - und einen eindeutigen Sieger ermittelt.

  E-Book-Reader wie der Kindle werden immer beliebter

E-Book-Reader wie der Kindle werden immer beliebter

Das Geschäft mit digitalen Büchern boomt: Im Jahr 2012 wurden deutschlandweit 12,3 Millionen E-Books verkauft, wie der Branchenverband Bitkom ermittelt hat. Das sind zweieinhalb Mal mehr als im Jahr 2011 (4,9 Millionen). Knapp elf Prozent der Deutschen greifen regelmäßig zu Kindle und Co. statt zum gedruckten Buch. Doch welcher E-Book-Reader ist empfehlenswert? Stiftung Warentest hat 13 Geräte getestet - und einen eindeutiger Sieger ermittelt.

Punktsieg für Amazon

Im vergangenen E-Book-Reader-Test von 2011 machte Amazon mit seinen Kindle-Geräten keine besonders gute Figur und erreichte nur ein "Befriedigend". Nun konnte der weltgrößte Online-Händler mit dem Kindle Paperwhite für 129 Euro den Thron zurückerobern: Der Testsieger bietet laut Warentest eine übersichtliche Struktur und lässt sich einfach bedienen. Dank des hochwertigen Displays und einer integrierten Beleuchtung, mit der man auch ohne externe Lichtquellen im Dunkeln lesen kann, erhält er eine sehr gute Note bei der Bildqualität. Zudem bietet er viele Zusatzfunktionen, eine lange Akkulaufzeit (31 Tage) und einen umfangreichen Büchershop. Gesamtnote: 1,6.

Dicht auf den Fersen ist der Tolino Shine (Note: 1,9), ein Anti-Kindle made in Germany, der vom Club Bertelsmann, Weltbild samt Hugendubel und Thalia vertrieben wird. Mit 185 Gramm liegt der Tolino Shine angenehm in der Hand und ist damit nicht nur leichter als die meisten Bücher, sondern wiegt auch weniger als Amazons Kindle Paperwhite (206 Gramm). Ebenfalls sehr gut ist die Bildqualität des sechs Zoll großen E-Ink-Displays. Die Auflösung beträgt 1024 mal 758 Pixel und ist damit auf dem Niveau des Kindle Paperwhite. Bei schwachem Umgebungslicht ist er aber nicht ganz so überzeugend wie Amazons Pendant, außerdem gibt es weniger Leseeinstellungen. Mit 27 Tagen Akkulaufzeit muss der Tolino Shine (Preis: 100 Euro) nur etwa einmal im Monat an die Steckdose.

Auf den letzten Plätzen landeten die Lesegeräte von Trekstor: Sowohl der Pyrus mini (2,9) als auch der größere Pyrus (3,0) erreichten nur ein "Befriedigend". Beide Lesegeräte haben keine Hintergrundbeleuchtung. Wer abends im dunklen Schlafzimmer lesen möchte, benötigt wie bei einem herkömmlichen Buch eine Leselampe. Einen Touchscreen gibt es ebenfalls nicht, bedient werden die E-Book-Reader mit schmalen Bedientasten, auf denen die Symbole allerdings nur schlecht zu erkennen sind. Der Text ist beim Pyrus laut Warentest etwas unscharf, der Akku hält nur neun Tage durch. Zwar sind die Geräte mit 50 Euro (Pyrus Mini) und 70 Euro (Pyrus) deutlich billiger als die Testsieger, für wenige Euro mehr erhält man aber beispielsweise Amazons Kindle (Platz sechs) oder den Kobo Mini (Platz acht).

Amazons goldener Käfig

Amazons Lesegeräte sind die besten, so das Fazit von Stiftung Warentest. Dennoch haben die Kindle-Reader eine große Einschränkung: E-Books können nur beim Online-Händler Amazon gekauft werden, der die digitalen Bücher im sogenannten Mobi-Format anbietet. Das wesentlich verbreitetere Epub-Dateiformat, das auch öffentliche Bibliotheken oder viele Konkurrenz-Shops nutzen, kann nicht ohne weiteres geöffnet werden. Stiftung Warentest bezeichnet das Amazon-System deshalb als "goldenen Käfig".

Ebenfalls untersucht wurden vier Tablets: Amazons Kindle Fire HD, Apples iPad Mini, der Kobo Arc und Samsungs Galaxy Tab 2 7.0. Das Ergebnis der Tester: Beim Lesen im Dunkeln sind die Tablets den E-Book-Readern ohne Hintergrundbeleuchtung voraus, zudem können die mobilen Computer auch Filme und Games abspielen, Fotos wiedergeben und als Musikplayer benutzt werden. Im Gegensatz zu E-Book-Readern haben sie aber eine wesentlich kürzere Akkulaufzeit (etwa zehn Stunden), sind deutlich schwerer und bei direktem Sonnenlicht nur schwer lesbar, da die Oberfläche sehr spiegelt.

Fazit: Wer nur gelegentlich ein digitales Buch lesen möchte, ist mit einem leichten Tablet wie dem iPad Mini gut beraten. Vielleser dürften um einen E-Book-Reader nicht herum kommen.

Den vollständigen Test können Sie hier kostenpflichtig herunterladen.

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Der Autor Christoph Fröhlich auf Google+

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