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So lacht das Netz über den CSU-Slogan

"Wer betrügt, der fliegt" - so warnt die CSU vor Armutsmigranten aus Bulgarien und Rumänien. Im Netz entpuppte sich der Slogan schnell als Eigentor - wegen der Betrüger in den eigenen Reihen.

  "Wer betrügt, der fliegt" könnte auch für ihn gelten: Der Präsident des FC Bayern Uli Hoeneß wurde im Juli wegen Steuerhinterziehung angeklagt.

"Wer betrügt, der fliegt" könnte auch für ihn gelten: Der Präsident des FC Bayern Uli Hoeneß wurde im Juli wegen Steuerhinterziehung angeklagt.

Unter der Prämisse "Wer betrügt, der fliegt" fordert die CSU schärfere Regeln für Armutsmigranten. So steht es in einer Beschlussvorlage für die Fraktionsklausur der CSU-Landesgruppe Anfang Januar in Wildbad Kreuth. Betrug?

Aber warte mal, da war doch was, liebe CSU! Das muss wohl auch einigen Nutzern des Kurznachrichtendienstes Twitter durch den Kopf gegangen sein. Mit selbstgestalteten Fotos von bayerischen Würdenträgern drehen sie den Spieß nun kurzerhand um.

Die Ehefrau hintergehen, Steuern hinterziehen, Doktorarbeiten fälschen: Betrug gibt es schließlich auch in Bayern. Horst Seehofer, Uli Hoeneß und Karl-Theodor zu Guttenberg müssen deshalb im Netz für launige Fotomontagen in, um und vor Flugzeugen herhalten. Immer getreu nach dem neuen CSU-Motto: "Wer betrügt, der fliegt".

Kritik auch von SPD und Linkspartei

Doch nicht nur das Netz macht gegen die CSU-Forderung mobil. Auch SPD und Linkspartei kritisieren den Kurs scharf. Der Linkspartei-Vorsitzende Bernd Riexinger warf ihr vor, den "antirassistischen Konsens der Demokraten" zu verlassen.

Anlass für den umstrittenen CSU-Vorstoß sind Befürchtungen, die von Januar an auch für Rumänien und Bulgarien geltende unbeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit könnte zu einem verstärkten Zuzug armer Menschen aus diesen Ländern führen. Ihr Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind oftmals gleich null. Dies könnte die Sozialsysteme belasten. Die kommunalen Spitzenverbände schlagen bereits Alarm.

Andra Wöllert (mit DPA)
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