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7. März 2009, 17:18 Uhr

Rechnen in der Wolke

Ein großer Zweifel wird aber sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden plagen. Egal, ob sensible Mails von Großkonzernen oder die privaten Word-Dokumente: Wer seine Daten nicht auf der heimischen Festplatte weiß, stellt berechtigterweise die Frage nach deren Sicherheit. Alle Anbieter bemühen sich, diese Bedenken aus dem Weg zu räumen. Generell teilen alle Anbieter von Online-Speicherplatz die ihnen anvertrauten Dateien in einem aufwendigen Verschlüsselungsverfahren in unlesbare Kleinteile. Nur wenn sich der User mit seinen Zugangsdaten einloggt, setzt eine Software die entsprechenden Dateien wieder zusammen. Um die Daten zu speichern, werden die Einzelteile oftmals auf mehrere Server rund um die ganze Welt verteilt. Dort können allerdings unterschiedliche Datenschutzgesetze gelten. Welche Auswirkungen das haben kann, ist noch fraglich.

Ebenfalls noch offen sind die Fragen, was eigentlich mit den Daten passiert, wenn ein Anbieter von Cloud-Dienstleistungen sein Angebot einstellt. Dass das auch in Zeiten des Hypes passieren kann, zeigen gerade zwei Unternehmen: Die Suchmaschine und der Computerbauer Hewlett-Packard schließen ihre Online-Speicherdienste am Ende des Monats.

Nicht überall fließen die Daten schnell genug

Für manche Angebote aus der Wolke hapert es zudem an der entsprechenden Verbindung mit dem World Wide Web. Mit "Live Mesh" beispielsweise, dass ebenfalls von Microsoft angeboten wird, kann der Nutzer ein Netz aus Geräten erstellen, in dem er Dateien über einen Online-Speicher freigeben kann. So ist es möglich, die Inhalte seiner gesamten Festplatte sowohl vom PC aus, als auch mitdem Laptop und dem Handy abzurufen. Doch auch wenn inzwischen 80 Prozent der Haushalte innerhalb der EU mit einer Breitband-Verbindung ausgestattet sind, ist vor allem der mobile Zugang zu den Daten in der Online-Wolke heute nur schwer realisierbar. Zwar wächst der Funktionsumfang von Handys immer weiter, doch um schnell und problemlos auf ganze Online-Festplatten zugreifen zu können, sind die Mobilfunkverbindungen noch nicht schnell und zuverlässig genug.

Das größte Problem für den Privatanwender ist aber, dass es noch keine Software gibt, die alle verfügbaren Angebote zusammenführt. Zwar gibt es viele Anbieter, die Programme und Funktionen des Cloud Computing bereits jetzt zugänglich machen, doch noch sind das alles Einzellösungen. Wer einen Microsoft-Service nutzt, wird arge Probleme haben, den auch auf einem Gerät von Apple verwenden zu können. Und wer seine Dateien wiederum von Apple verwalten lässt, der wird mit einem Nokia-Handy kaum auf sie zugreifen können. Auch aus diesem Grund erwartet das Marktforschungsunternehmen Gartner den großen Durchbruch des Cloud Computing frühestens im Jahr 2012.

Bis dahin muss jeder mit den Angeboten, die ihm das Unternehmen seines Vertrauens bietet, vorlieb nehmen. Die lange Liste an Vorteilen, die eine große Online-Wolke sowohl für Unternehmen als auch für Privatanwender bieten würde, wird die Entwicklung des Cloud Computing aber schnell vorantreiben. Wer auf die Revolution beim Onlinespeicherplatz wartet, sollte also achtsam den Horizont im Auge behalten: Die Aussichten sind wolkig.

Mitarbeit: Ralf Sander
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KOMMENTARE (10 von 10)
 
Eisenbaer (08.03.2009, 14:06 Uhr)
@gmathol - 5 Jahre alte Technik -
Es ist länger als 5 Jahre her. Ist größeren Bevölkerungskreisen seit der Einführung von Windows NT bekannt, gab es aber im Grunde genommen bereits bei der Erst-Einrichtung des Internets... ;-))
Eisenbaer (08.03.2009, 14:03 Uhr)
@gmathol - Verschlüsselung -
Bleibt die Möglichkeit mit verschlüsselten RAS-Tunneln zu arbeiten.
Eisenbaer (08.03.2009, 13:56 Uhr)
@rosacea - Stromversorgung -
Wenn der Strom ausfällt, dann greift die USV, die unabhängige Stromversorgung. Zuerst wird mit Akkus gepuffert, dann springen ggf. die Notstromaggregate in Form von Schiffsdieseln an und stellen die Stromversorgung weiterhin sicher.
rosacea (08.03.2009, 10:46 Uhr)
was passiert denn,
wenn in den ländern, wo die server gelagert werden, plötzlich der strom ausfällt? garantiert da jemand, dass generatoren zur verfügung stehen? abgesehen von der datensicherheit ist mir das ganze ding zu nebulös, als dass man das nutzen kann. *grusel
wahrsch. hab ich zu viel sci-fi gelesen.
gmathol (08.03.2009, 06:06 Uhr)
Nichts wirklich neues - gibt es schon seid ueber 5 Jahren.
Cloud-Computing in Firmennetzwerken mit Booten im Netz macht Sinn, da es die Kosten fuer die Software Installation und Wartung enorm senkt. Lizenskosten fallen aber trotzdem an.
Fuer Privat-Leute oder Firmen die ihre Clouds ausserhalb des Hauses betreiben eher ein hohes Risiko, da Datensicherheit nicht garantiert wird. Verschluesselungen und aehnliche Kunststueckchen nutzen da nichts.
DasBertl (08.03.2009, 03:10 Uhr)
Halb und Halb
ich hab nichts dagegen etwa einen Brief in einer OnlineVersion von Word zu schreiben... solange ich ihn auf meine Festplatte speichern kann und keine Überreste auf den Servern bleiben. Das ist aber so gut wie ausgeschlossen...
confused (08.03.2009, 00:17 Uhr)
Adieu IT Fachkräfte
abgesehen von der eher schwammigen Datensicherheit,der noch grösserer Transparenz jedes einzelnen, ist es doch schön das demnächst dann nur noch Global in Riesigen Rechenzentren Systemadmins,Netzwerkadmins sitzen um die Server zu warten, sprich Weltweit in den Firmen nur noch eine kleine Handvoll IT´ler nötig ist um in einem Unternehmen die Wartung zu übernehmen. Ist doch schön das bedingt der Tollen Modernisierung und des Tollen Fortschritts wieder eine Sparte Berufstätiger viele tolle Arbeitslose bringen wird.
Ich werde auf diese Art Online Angebote verzichten da ich gerne weiss was auf meinem PC und Privaten Server geschieht.
sleddi (07.03.2009, 23:25 Uhr)
sehe
das genau wie meine Vorredner.
Cloud Computing ist eine feine Sache aber gerade durch Firmen Spionage wäre es in meinen Augen fahrlässig auf (Amazon, Microsoft, Google usw.) zu vertrauen. Mir gefällt es nicht solche Services zu zentralisieren.
Guenther_Hetzer (07.03.2009, 23:20 Uhr)
Eben
In den meisten Firmen darf man nicht mal Dokumente an die Privatadresse senden (zu Recht). Nur per Stick auf den Laptop. Wer speichert denn bitte Daten im Netz ????
Ernst1 (07.03.2009, 20:29 Uhr)
Tolle Idee, ären die Daten auch sicher
Herr Schäuble wird sich auch freuen unsere Daten lesen zu können. Wie naiv sind denn die User im Zeitalter der Datenskandale?
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