Ein großer Zweifel wird aber sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden plagen. Egal, ob sensible Mails von Großkonzernen oder die privaten Word-Dokumente: Wer seine Daten nicht auf der heimischen Festplatte weiß, stellt berechtigterweise die Frage nach deren Sicherheit. Alle Anbieter bemühen sich, diese Bedenken aus dem Weg zu räumen. Generell teilen alle Anbieter von Online-Speicherplatz die ihnen anvertrauten Dateien in einem aufwendigen Verschlüsselungsverfahren in unlesbare Kleinteile. Nur wenn sich der User mit seinen Zugangsdaten einloggt, setzt eine Software die entsprechenden Dateien wieder zusammen. Um die Daten zu speichern, werden die Einzelteile oftmals auf mehrere Server rund um die ganze Welt verteilt. Dort können allerdings unterschiedliche Datenschutzgesetze gelten. Welche Auswirkungen das haben kann, ist noch fraglich.
Ebenfalls noch offen sind die Fragen, was eigentlich mit den Daten passiert, wenn ein Anbieter von Cloud-Dienstleistungen sein Angebot einstellt. Dass das auch in Zeiten des Hypes passieren kann, zeigen gerade zwei Unternehmen: Die Suchmaschine und der Computerbauer Hewlett-Packard schließen ihre Online-Speicherdienste am Ende des Monats.
Für manche Angebote aus der Wolke hapert es zudem an der entsprechenden Verbindung mit dem World Wide Web. Mit "Live Mesh" beispielsweise, dass ebenfalls von Microsoft angeboten wird, kann der Nutzer ein Netz aus Geräten erstellen, in dem er Dateien über einen Online-Speicher freigeben kann. So ist es möglich, die Inhalte seiner gesamten Festplatte sowohl vom PC aus, als auch mitdem Laptop und dem Handy abzurufen. Doch auch wenn inzwischen 80 Prozent der Haushalte innerhalb der EU mit einer Breitband-Verbindung ausgestattet sind, ist vor allem der mobile Zugang zu den Daten in der Online-Wolke heute nur schwer realisierbar. Zwar wächst der Funktionsumfang von Handys immer weiter, doch um schnell und problemlos auf ganze Online-Festplatten zugreifen zu können, sind die Mobilfunkverbindungen noch nicht schnell und zuverlässig genug.
Das größte Problem für den Privatanwender ist aber, dass es noch keine Software gibt, die alle verfügbaren Angebote zusammenführt. Zwar gibt es viele Anbieter, die Programme und Funktionen des Cloud Computing bereits jetzt zugänglich machen, doch noch sind das alles Einzellösungen. Wer einen Microsoft-Service nutzt, wird arge Probleme haben, den auch auf einem Gerät von Apple verwenden zu können. Und wer seine Dateien wiederum von Apple verwalten lässt, der wird mit einem Nokia-Handy kaum auf sie zugreifen können. Auch aus diesem Grund erwartet das Marktforschungsunternehmen Gartner den großen Durchbruch des Cloud Computing frühestens im Jahr 2012.
Bis dahin muss jeder mit den Angeboten, die ihm das Unternehmen seines Vertrauens bietet, vorlieb nehmen. Die lange Liste an Vorteilen, die eine große Online-Wolke sowohl für Unternehmen als auch für Privatanwender bieten würde, wird die Entwicklung des Cloud Computing aber schnell vorantreiben. Wer auf die Revolution beim Onlinespeicherplatz wartet, sollte also achtsam den Horizont im Auge behalten: Die Aussichten sind wolkig.