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10. August 2009, 19:40 Uhr

Das Ende der E-Mail naht

Die Zukunft ist eine Welle

Geht es nach Google, steht der Nachfolger der E-Mail schon in den Startlöchern: Google Wave soll das Beste aus fünf Welten sein. Der Web-Dienst vereint die Funktionen mehrerer Kommunikations- und Kollaborationsdienste und ist eine Mischung aus E-Mail-Programm, Instant Messenger, Twitter, Google Docs und einem Fotoportal. Die nötige Server-Software soll noch in diesem Jahr für jedermann zur Verfügung stehen.

Der Vorteil von Google Wave: Es hebt die Idee der E-Mail ins Jahr 2009 und schränkt den User nicht mehr ein. Der Service ermöglicht so auch die gleichzeitige Arbeit an Dokumenten und Bildern. Die Einladung zu einer Party kann um eine Wegbeschreibung auf Google Maps ergänzt werden und die eingeladenen Personen können mit einem Knopfdruck zu- oder absagen. Änderungen zeigt das Programm allen Teilnehmern fast in Echtzeit an. Die Galerie mit Fotos und Videos vom gemeinsamen Abend dürfen alle Besucher bearbeiten. Viele dieser Tools existieren schon im Netz, aber Google will sie künftig zu einer "Wave" verbinden. Die Software zeigt aber nicht nur den aktuellen Stand, sondern gibt bei Bedarf jeden Bearbeitungsschritt wieder - einzeln oder als fortlaufende Animation. So können User, die erst später zu einer "Welle" eingeladen werden, die Entwicklung nachvollziehen. Was sich nach komplexer Bedienung anhört, sieht zumindest nach ersten Demonstrationen der Google-Entwickler recht intuitiv und übersichtlich aus.

Die E-Mail als Bürgerdienst

Doch bedeutet das jetzt, dass die Mail aussterben wird? Nein, sie wird sich weiterentwickeln. An einer neuen Funktion arbeitet schon das Innenministerium unter Hochdruck zusammen mit der Deutschen Telekom. Das erklärte Ziel: Die elektronische Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und privaten Behörden soll über abgesicherte Wege laufen. Bisher waren Briefpost und das Fax Stand der Technik im Umgang mit persönlichen Unterlagen. "De-Mail" soll nun im ab 2010 den elektronischen Briefwechsel revolutionieren. Nach Angaben der Entwickler wäre die Kommunikation per E-Mail dann so vertraulich und verbindlich wie die Papierpost. Ein Fortschritt, der viele lästige Behördengänge überflüssig machen könnte.

In einem Online-Dokumentensafe sollen Bürger außerdem wichtige Dokumente einsehen können. De-Mail arbeitet mit verschlüsselten und authentifizierten Kommunikationswegen. In der Praxis soll das folgendermaßen funktionieren: Jeder Provider kann dem Kunden weiterhin seine eigenen Dienste anbieten, muss mit Blick auf De-Mail dazu jedoch vorher ein staatliches Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Besteht er den Test, muss sich der Kunde ausweisen, bevor er sich einloggen kann. Das geschieht einmalig, etwa über das auch heute schon gängige Postident-Verfahren, oder mit Hilfe einer Bankkarte.

Ob im Dienste der Behörden oder als Bestandteil einer Welle: Die Zukunft der E-Mail liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Im Berufsalltag ist es noch sinnvoll, Unterlagen gesondert abzurufen, um nicht ständig mit Dokumenten bombardiert zu werden. Doch im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit via Messenger, Facebook und Co. wird das Schreiben einer Mail zum reinen Informationsaustausch zunehmend überflüssig. Denn das Web 2.0 strebt die Verschmelzung von Usern und ganzen Netzwerken an. Das Web 2.0 strebt immer die Bündelung und Verknüpfung von Usern und ganzen Netzwerken an. Ein Gedanke, der in den 70ern noch pure Sciene-Fiction war.

Von Felix Disselhoff
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KOMMENTARE (1 von 1)
 
flyingfree (30.08.2009, 03:48 Uhr)
Totgesagte leben länger
Ich nutze mails gerne und oft, aber als Ersatz für´s Briefeschreiben, zum Kommunizieren ohne den Empfänger mit irgendwelchen Gimmicks zu nerven. Bei meinem Provider erhalte ich keine Spam, eher geht mal eine "Gute" verloren-was mit egal ist.
Ebenso wie ich mein Handy für Telefonate nutze, selten und ungern für SMS. Ich brauch die ganzen Gadgets nicht.
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