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16. April 2010, 17:39 Uhr

Wie man mit der Handy-Ortung Geld verdient

Ortsspiele - für Freunde und Werbetreibende

Das Prinzip der Ortungsdienste ist immer gleich: Über Handyanwendungen wird sichtbar, wo Nutzer sich aufhalten. Das ist nicht nur für Freunde nützlich, sondern auch für Werbetreibende.

Foursquare: Nutzer können über eine Geo-App in Bars oder Restaurants "einchecken". Die Restaurants wiederum können gezielt werben und Anwender mit Vergünstigungen locken, wenn diese gerade in der Nähe sind.
Gowalla: Bezeichnet sich selbst als "Reisespiel": Wenn Anwender an bestimmten Orten einchecken, erhalten sie Belohnungen. Das soll dazu motivieren, Ausflüge zu machen und möglichst viele Orte zu besuchen.
Friendticker: Der erste deutsche Ortungsdienst ist erst seit wenigen Tagen in Betrieb. Das Prinzip des jungen Berliner Unternehmens gleicht dem seiner US-Vorbilder: einchecken, Bekannte informieren, Belohnungen sammeln.
Loopt: Kombiniert soziale Netzwerke mit Kartendiensten: Anwender sehen nicht nur, wo sich Freunde aufhalten, sondern können auch deren Aktivitäten verfolgen - etwa welche Fotos sie gerade eingestellt haben.
Google Buzz: Auch Google setzt mit Buzz und Latitude auf Dienste mit Lokalisierungsfunktion. Microsoft bietet dagegen bislang nur Verbindungen zu seinem Kartenservice Bing Maps an.

Ob aber Foursquare, Friendsticker oder die anderen Newcomer als selbstständige Anbieter das Rennen machen, ist nach Einschätzung des Branchenkenners noch nicht ausgemacht. "Einige werden als Ergänzungen der bereits etablierten Dienste enden", prophezeit Lumma. "Denn dort haben sich viele Nutzer ja bereits mit ihren Freunden vernetzt."

Schon jetzt eröffnen die meisten Ortungsdienste die Möglichkeit, bereits aufgebaute Netzwerke zu integrieren. Die millionenfach genutzten Web-2.0-Plattformen legen zudem selbst nach, um das Zukunftsgeschäft nicht allein den Frischlingen zu überlassen: Twitter bietet Nutzern in den USA die Möglichkeit, ihre Tweets genannten Kurznachrichten mit einer Ortsmarke zu versehen. Facebook dürfte ähnliche Neuerungen auf seiner Entwicklerkonferenz in der kommenden Woche vorstellen. Und Google testet den Lokalisierungsservice Latitude, bei dem die Standorte ausgewählter Freunde bestimmt werden können.

Obacht bei der Partnersuche

Datenschützer wie der Bundesbeauftragte Peter Schaar warnen vor der "Gefahr des gläsernen Mobilfunknutzers", von dem Bewegungsprofile erstellt und Daten über Lebensstil und Kaufverhalten gesammelt werden können. Die jungen Wilden wischen die Bedenken beiseite. "Wir sind die Facebook-Generation, und die Leute haben gelernt, wie man etwas vor seinem Boss oder bestimmten Freunden verbergen kann", sagt Brian Knapp, Chief Operating Officer von Loopt. Neue Freunde könnten akzeptiert - oder eben abgelehnt werden.

Auch Crowley rät seinen Nutzern, bei der Auswahl der Bekannten, die man über den Aufenthaltsort informiert, besonders vorsichtig zu sein. Er selbst ist es ebenso bei der Suche nach Partnern für sein junges Unternehmen. Der Verkauf seiner ersten Gründung Dodgeball an Google vor fünf Jahren endete im Frust, 2007 schmiss Crowley hin, weil Google dem Zukauf bald nur noch wenig Bedeutung beimaß.

Beim zweiten Anlauf soll ihm das nicht passieren. Anfang des Monats war er im Silicon Valley und hat bei allen wichtigen Adressen vorbeigeschaut - Apple , Facebook und Twitter standen auf seiner Liste. Und mit Investoren hat er natürlich gesprochen, die es kaum mehr erwarten können, ihn mit ihren Millionen zu versorgen. Doch mehr als ein paar Foursquare-Badges hat Dennis Crowley in Kalifornien diesmal nicht eingesammelt.

Von Matthias Lambrecht und Andrea Rungg
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KOMMENTARE (1 von 1)
 
Motzerator (17.04.2010, 13:11 Uhr)
Super Sache mit großem Haken
Die Idee ist doch toll. Das moderne Handy weiß immer wo man sich gerade aufhält und kennt den Weg zu allem, was man so braucht. Ich suche eine Postbank Geldautomaten, einen MC Donalds, ich muss irgendwo hin? Das Handy kennt den Weg. Sobald auch aktuelle Fahrpläne und gute Fußgänger Karten eingepflegt sind wird das ein echter Segen. Aber die Karten fehlen noch, denn da reicht es nicht aus, die Straßen zu kennen. Auch alle Abkürzungen sollten da drin sein, wenn man quer über eine Wiese laufen kann wäre es lächerlich, wenn man drumherum geführt wird. Hier muss noch viel daran gearbeitet werden.

Der Super Haken an der Sache sind die Location Based Services die Anderen ermöglichen, einen zu orten.

Hier muss der Anbieter auf jeden Fall eine Incognito Funktion unterstützen, sprich erlauben, das man online geht und die Dienste nutzen kann, ohne das sonst wer mitbekommt, das man nicht zu hause ist.

Darüber hinaus wäre die Unterstützung multipler Freundeskreise wichtig. Wer als Freund akzeptiert wird, sollte in verschiedene Schubladen gesteckt werden, darunter eine mit Dauer Incognito. Der Chef denkt dann zwar, er sei als Freund hinzugefügt worden, bekommt aber keine Ortsbezogenen Daten.

In der Web 1.0 Variante sind LBS eine tolle Geschichte, in der Web 2.0 Welt mit vielen Risiken behaftet.

Daher ist es wichtig, das vor allem die Kartendienste und die Integration des ÖPNV schnell vorangetrieben werden. Diese Daten sind auch für die Werbetreibenden am wichtigsten.

Was hingegen hat ein Club davon, das man über das Web sehen kann, wer alles da ist? Die Lokale leiden eh schon unter dem Web 2.0, man kann Menschen nun mal per Computer viel besser kennenlernen als in Live. Die Hemmschwellen sind niedriger, die virtuelle Party viel Größer und man kann an jeden ran ohne sich mit seinem Freundeskreis herum zu ärgern. Außerdem bieten Online Dating Systeme den Vorteil der Suchfunktion und man muss sich dafür noch nicht mal aus dem Haus bewegen. Wenn man dann auch noch mit einem kurzen Blick sehen kann, das in den umliegenden Clubs wieder mal nix vernünftiges zu finden ist, dürfen solche Systeme viele eher vom Ausgehen abhalten. Praktisch ist so etwas nur für Cafes und Clubs, die vor allem als Cliquentreff dienen.
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