Das Prinzip der Ortungsdienste ist immer gleich: Über Handyanwendungen wird sichtbar, wo Nutzer sich aufhalten. Das ist nicht nur für Freunde nützlich, sondern auch für Werbetreibende.
• Foursquare: Nutzer können über eine Geo-App in Bars oder Restaurants "einchecken". Die Restaurants wiederum können gezielt werben und Anwender mit Vergünstigungen locken, wenn diese gerade in der Nähe sind.
• Gowalla: Bezeichnet sich selbst als "Reisespiel": Wenn Anwender an bestimmten Orten einchecken, erhalten sie Belohnungen. Das soll dazu motivieren, Ausflüge zu machen und möglichst viele Orte zu besuchen.
• Friendticker: Der erste deutsche Ortungsdienst ist erst seit wenigen Tagen in Betrieb. Das Prinzip des jungen Berliner Unternehmens gleicht dem seiner US-Vorbilder: einchecken, Bekannte informieren, Belohnungen sammeln.
• Loopt: Kombiniert soziale Netzwerke mit Kartendiensten: Anwender sehen nicht nur, wo sich Freunde aufhalten, sondern können auch deren Aktivitäten verfolgen - etwa welche Fotos sie gerade eingestellt haben.
• Google Buzz: Auch Google setzt mit Buzz und Latitude auf Dienste mit Lokalisierungsfunktion. Microsoft bietet dagegen bislang nur Verbindungen zu seinem Kartenservice Bing Maps an.
Ob aber Foursquare, Friendsticker oder die anderen Newcomer als selbstständige Anbieter das Rennen machen, ist nach Einschätzung des Branchenkenners noch nicht ausgemacht. "Einige werden als Ergänzungen der bereits etablierten Dienste enden", prophezeit Lumma. "Denn dort haben sich viele Nutzer ja bereits mit ihren Freunden vernetzt."
Schon jetzt eröffnen die meisten Ortungsdienste die Möglichkeit, bereits aufgebaute Netzwerke zu integrieren. Die millionenfach genutzten Web-2.0-Plattformen legen zudem selbst nach, um das Zukunftsgeschäft nicht allein den Frischlingen zu überlassen: Twitter bietet Nutzern in den USA die Möglichkeit, ihre Tweets genannten Kurznachrichten mit einer Ortsmarke zu versehen. Facebook dürfte ähnliche Neuerungen auf seiner Entwicklerkonferenz in der kommenden Woche vorstellen. Und Google testet den Lokalisierungsservice Latitude, bei dem die Standorte ausgewählter Freunde bestimmt werden können.
Datenschützer wie der Bundesbeauftragte Peter Schaar warnen vor der "Gefahr des gläsernen Mobilfunknutzers", von dem Bewegungsprofile erstellt und Daten über Lebensstil und Kaufverhalten gesammelt werden können. Die jungen Wilden wischen die Bedenken beiseite. "Wir sind die Facebook-Generation, und die Leute haben gelernt, wie man etwas vor seinem Boss oder bestimmten Freunden verbergen kann", sagt Brian Knapp, Chief Operating Officer von Loopt. Neue Freunde könnten akzeptiert - oder eben abgelehnt werden.
Auch Crowley rät seinen Nutzern, bei der Auswahl der Bekannten, die man über den Aufenthaltsort informiert, besonders vorsichtig zu sein. Er selbst ist es ebenso bei der Suche nach Partnern für sein junges Unternehmen. Der Verkauf seiner ersten Gründung Dodgeball an Google vor fünf Jahren endete im Frust, 2007 schmiss Crowley hin, weil Google dem Zukauf bald nur noch wenig Bedeutung beimaß.
Beim zweiten Anlauf soll ihm das nicht passieren. Anfang des Monats war er im Silicon Valley und hat bei allen wichtigen Adressen vorbeigeschaut - Apple , Facebook und Twitter standen auf seiner Liste. Und mit Investoren hat er natürlich gesprochen, die es kaum mehr erwarten können, ihn mit ihren Millionen zu versorgen. Doch mehr als ein paar Foursquare-Badges hat Dennis Crowley in Kalifornien diesmal nicht eingesammelt.