Man glaubt es erst, wenn man es selbst gesehen hat, wie leicht ein durchschnittlich begabter Hacker durch Mitlauschen des Datenstroms zu höchst privaten Daten gelangen kann. Vor allem wenn die Mail im Klartext durch das Netz geht. Die meisten unbedarften E-Mail-Nutzer lassen genau das zu und verwenden zur Konfiguration ihres E-Mail-Programms den erstbesten Mailserver, sodass das elektronische Postgeheimnis auf dem Spiel steht. Informieren Sie sich daher unbedingt bei Ihrem Provider, welche Mailserver er für den verschlüsselten Mailverkehr anbietet.
Überträgt man seine Daten unverschlüsselt, haben Hacker möglichen Zugriff auf Ihre persönlichen Daten. Noch kritischer wird die Lage zum Beispiel dann, wenn Sie Ihr heimisches Wlan nicht verschlüsseln und den gesamten innerhäusigen Datenverkehr darüber abwickeln. Dann weiß Ihr Nachbar (entsprechendes Know-how vorausgesetzt) bald genau, was Sie sich bei Ebay und Amazon angeschaut haben.
Was hat es nun mit den Trojanern auf sich? Trojaner sind Spionageprogramme, die sich unbemerkt auf Ihrem Rechner installieren. Mitunter protokollieren sie den Netzwerkverkehr und halten auf der lokalen Platte Ausschau nach interessanten Informationen (Passwörtern etc.). Manche Trojaner protokollieren auch Ihre Tastatureingaben, hier spricht man von Keyloggern. Wird das Programm fündig, "telefoniert es nach Hause" und übermittelt die Informationen dem Urheber des Trojaners.
Vielleicht haben Sie auch schon vom legendären Bundestrojaner gehört: Dieser soll nach dem Wunsch des Innenministeriums auf dem Rechner verdächtiger Individuen entweder auf elektronischem Weg oder direkt durch Observanten installiert werden, um eine Onlinedurchsuchung zu ermöglichen. Ziel ist es, terroristische, IT-basierte Aktivitäten bereits im Vorfeld zu erkennen und zu verhindern. Dieses Vorgehen ist im Hinblick auf Datenschutzaspekte und Persönlichkeitsrechte nicht unumstritten.