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6. August 2009, 21:06 Uhr
Tipps für den digitalen Alltag:
Schutz vor Datenklau
Der digitale Schlüsselbund
Beide Browser bieten, wie schon erwähnt, dem gedächtnisschwachen Nutzer die Möglichkeit, Passwörter für häufig benutzte geschützte Zugänge zu speichern. Dieses Gedächtnis kann insbesondere auch in Verbindung mit Cookies, die Formulareingaben speichern, an öffentlichen Plätzen äußerst tückisch sein: Im ungünstigsten Fall wird das Login auf der Mailseite durch ein Formularcookie gespeichert, das Passwort haben Sie im Schlüsselbund des Browsers hinterlegt. Ein böswilliger Arbeitskollege kann sich dadurch flugs auf Ihrem Webmailaccount umschauen.
Das oben geschilderte Problem zeigt: Es ist keine gute Idee, Passwörter innerhalb einer Anwendung speichern zu lassen. Die andere Alternative, wichtige Passwörter in ein Buch oder Heft zu schreiben ist dann problematisch, wenn man dieses verliert. Ebenfalls beliebt ist die Methode, für alle Onlinezugänge stets das gleiche Passwort zu verwenden. Aber wehe, wenn das in den Umlauf gelangt … Gibt es denn überhaupt eine optimale Strategie, um Passwörter sicher zu verwalten? Die Lösung finden Sie in einem sogenannten digitalen Schlüsselbund.
Es gibt verschiedene Programme für diese Funktion. Beispiele sind: Acebit Password Depot, Password Safe oder LastPass. Ich verwende im Folgenden das freie Programm KeePass. Dabei beziehe ich mich auf die Version, die sich auf einem USB-Stick installieren lässt. Auf diese Weise können Sie Ihre Kennwörter stets mit sich tragen. Keine Angst: Wenn Sie den Stick verlieren, kann niemand etwas damit anfangen, wenn er das Masterpasswort nicht kennt. Dieses sollten Sie also tunlichst nicht hinten auf den Stick schreiben.
- Laden Sie die USB-Version Portable KeePass von www.keepass.info herunter. Sie finden auf der Seite im Bereich Translations auch einige Sprachdateien zur Lokalisierung des Programms. Laden Sie die deutsche Lokalisierung herunter.
- Entpacken Sie die gezippten Dateien (rechter Mausklick/Alle extrahieren) und verschieben Sie diese auf einen USB-Stick.
- Starten Sie das Programm direkt vom Stick durch Anklicken der ausführbaren Datei.
- Als Erstes stellen Sie die Oberfläche auf Deutsch um: Wählen Sie den Menüpunkt View/Change Language und wählen Sie dort die deutsche Sprache aus. Dies bedingt, dass sich Hauptprogramm und Sprachdatei im gleichen Verzeichnis befinden.
- Nach der Installation der Sprachdatei muss das Programm neu gestartet werden. Erstellen Sie nun über das Menü Datei/Neu einen Masterschlüssel. Dies sollte ein Passwort sein, das aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen besteht und leicht zu merken ist. Die Verschlüsselungsstärke wird nach Eingabe des Passworts von einem Balkenindikator angezeigt. Je länger der Balken, desto sicherer ist das Passwort. An dieser Stelle haben Sie auch die Möglichkeit, eine Schlüsseldatei zu erstellen, die dann auf einem lokalen Verzeichnis abgespeichert werden kann. Dies erhöht die Sicherheit des Verfahrens, da in diesem Fall der Schlüsselbund nur mit Passwort und Schlüsseldatei freigegeben werden kann.
- Bestätigen Sie das Passwort. Wenn Sie eine Schlüsseldatei verwenden, muss deren Schlüssel durch einige willkürliche Mausbewegungen generiert werden. Ihr Passwortsafe ist nun bereit zur Eingabe: Klicken Sie auf der linken Seite auf eine Kategorie (z. B. Netzwerk) und wählen Sie im Hauptmenü den Punkt Bearbeiten/Eintrag hinzufügen. Tragen Sie nun eine entsprechende Login-Passwort-Kombination ein. Auf diese Weise können Sie Ihre gesamte Passwortbibliothek auf dem Stick abspeichern. Sie können die Passwörter jederzeit wieder abrufen, indem Sie den Passworteintrag auswählen und per (Strg)+(C) in die Zwischenablage kopieren und mit (Strg)+(V) ins entsprechende Passwortfeld einsetzen.
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