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5. Juli 2010, 21:24 Uhr

Die E-Mail lebt

De-Mail

Das digitale Einschreiben wird Ende diesen, Anfang nächsten Jahrs kommen - abhängig davon, wann das Bürgerportalgesetz verabschiedet wird. In Friedrichshafen wird das System getestet. De-Mail soll einen sicheren Austausch rechtsgültiger Dokumente zwischen Bürgern, Behörden und Unternehmen über das Internet ermöglichen. "Dem Bürger bringt De-Mail in erster Linie die Digitalisierung seiner Behördenkontakte, die er damit verbindlich via E-Mail abwickeln kann. Darüber hinaus kann er von Zusatzdiensten profitieren, etwa einem Online-Datensafe", weiß Torsten Wunderlich, Experte für den elektronischen Rechtsverkehr bei der Steuerberaterorganisation Datev. Die Behörden haben vor allem eine Kostenersparnis, weil an die Inhaber eines De-Mail-Accounts keine Briefpost mehr verschickt werden muss. Bei De-Mail werden Mails an einen Empfänger mit De-Mail-Adresse wie gewohnt in einem E-Mail-Client wie Outlook oder Lotus Notes verfasst, zum Versenden baut der Client eine gesicherte Leitung zum De-Mail-Server auf und der Anwender weist seine Identität mit seinem digitalen Schlüssel nach. Wunderlich kritisiert die Verschlüsselungspraxis: "In der Basisfunktionalität bietet De-Mail keine End-zu-End-Verschlüsselung, die Provider des Dienstes können deshalb theoretisch Einsicht in die ausgetauschten Nachrichten nehmen." Die Infrastruktur von De-Mail wird in den Händen von Privatfirmen liegen, etwa der Telekom oder 1&1. Die Post arbeitet übrigens an einem Konkurrenzsystem.

 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
trespuntos (06.07.2010, 13:13 Uhr)
@nerventanz
auch PGP hat seine Hintertürchen, oder glaubst du das die NSA keinen Generalschlüssel hat?
Fonti (06.07.2010, 10:10 Uhr)
Dämliche Überschrift
Klar lebt die Email. Zur Registrierung wird zu 99 % eine Emailadresse vorausgesetzt. Manche Redakteure sind echt überbezahlt.
nerventanz (06.07.2010, 08:14 Uhr)
De-Mail und Konkurrenzsysteme
Wozu? Es gibt schon lange PGP, was sich durchgesetzt hat. Ich kann schon seit Jahren meine E-Mail signieren und tue es, wenn es wichtig ist, meinen Identität nachzuweisen. Mit den Leuten, die auch PGP nutzen, kommuniziere ich verschlüsselt.

Der Vorteil gegenüber De-Mail ist wohl klar. Woher soll man wissen, ob der Staat sich keinen Generalschlüssel erstellt hat? Ich vertraue da eher auf bewährte und öffentlich überprüfte Konzepte.

Die Ämter können ja meinen öffentlichen Schlüssel, den ich schon seit Jahren habe, herunterladen und ich kann ihn ihnen glaubhaft vor Ort bestätigen, so dass sie ihn beruhigt signieren können. Wahrscheinlich würde ich aber sowieso für Amtsschreiben einen neues Schlüsselpaar generieren lassen, weil ich meine Identität mit Privat-E-Mails nicht teilen möchte.

Alles in allem, De-Mail ist überflüssig wie ein Kropf. Wozu ein zentrales angreifbares System entwickeln? Was passiert, wenn ich dringend ein Amtsschreiben machen muss und De-Mail gerade ausfällt? Was ist wenn jemand an meine amtlichen Daten kommt oder mir E-Mails unterschiebt?

Lediglich gesicherte Leitung und Signatur nur gegenüber dem Server? Ich glaube, von Sicherheit haben die Leute, die das Entwickeln keine Ahnung. Ein kleiner Hinweis... das Stichwort heißt "Integrität" und das versucht man mit einer Signatur zu wahren und nicht eine Authentifizierung.
Lauterbach (05.07.2010, 23:58 Uhr)
In einem anderen Beitrag bietet die Redaktion die nutzlose und nicht kostenlose Xobni Outlook Erweiterung an?
Wer mit Outlook seine e-mail aufbereitet der kann dann seine Nutzerdaten inklusive Password direkt im Internet publizieren. Malware und Botnets sind mit Outlook garantiert.
Xobni verseucht Outlook mit einer nutzlosen Search Funktion und flimmender Flash Werbung.

Man muss schon sehr naiv sein um sich von solchen Experten die e-mail und deren Funktionalitaet erklaeren zu lassen.
JournalistinBS (05.07.2010, 17:18 Uhr)
Online-Medien und Rechtschreibung
Lieber Peter Ilg,
ich kenne das: immer schneller, just in time, hast Du das noch nicht fertig... Rechtschreibung bleibt da schon mal auf der Strecke. Wie auf Seite 2, Zeile 4: "ließt" muss "liest" heißten.
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