Das digitale Einschreiben wird Ende diesen, Anfang nächsten Jahrs kommen - abhängig davon, wann das Bürgerportalgesetz verabschiedet wird. In Friedrichshafen wird das System getestet. De-Mail soll einen sicheren Austausch rechtsgültiger Dokumente zwischen Bürgern, Behörden und Unternehmen über das Internet ermöglichen. "Dem Bürger bringt De-Mail in erster Linie die Digitalisierung seiner Behördenkontakte, die er damit verbindlich via E-Mail abwickeln kann. Darüber hinaus kann er von Zusatzdiensten profitieren, etwa einem Online-Datensafe", weiß Torsten Wunderlich, Experte für den elektronischen Rechtsverkehr bei der Steuerberaterorganisation Datev. Die Behörden haben vor allem eine Kostenersparnis, weil an die Inhaber eines De-Mail-Accounts keine Briefpost mehr verschickt werden muss. Bei De-Mail werden Mails an einen Empfänger mit De-Mail-Adresse wie gewohnt in einem E-Mail-Client wie Outlook oder Lotus Notes verfasst, zum Versenden baut der Client eine gesicherte Leitung zum De-Mail-Server auf und der Anwender weist seine Identität mit seinem digitalen Schlüssel nach. Wunderlich kritisiert die Verschlüsselungspraxis: "In der Basisfunktionalität bietet De-Mail keine End-zu-End-Verschlüsselung, die Provider des Dienstes können deshalb theoretisch Einsicht in die ausgetauschten Nachrichten nehmen." Die Infrastruktur von De-Mail wird in den Händen von Privatfirmen liegen, etwa der Telekom oder 1&1. Die Post arbeitet übrigens an einem Konkurrenzsystem.