"Richtig ist, dass sich die Kommunikation teilweise verlagert, besonders im privaten Umfeld", sagt Christian Burtchen, Technical Editor Corporate Blogging bei Xing. So habe eine aktuelle Nielsen-Studie ergeben, dass Internet-Anwender mittlerweile mehr Zeit in sozialen Netzwerken verbringen als mit E-Mails. "Allerdings", so Burtchen weiter, "ist die These, dass Web-2.0-Angebote E-Mails schlicht weg ersetzen, so nicht haltbar. Beides seien komplementäre Kommunikationskanäle, die sich gut ergänzen. Bei Xing hat jedes Mitglied ein kostenloses Postfach für Nachrichten, das allerdings ist nicht von außen erreichbar. "Soziale Netzwerke und E-Mails haben völlig unterschiedliche Verwendungszwecke, deshalb sind Xing und Co. keine Konkurrenz zu E-Mail", sagt Jens Wollig, Professor für Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau.
Allein bei WEB.de und GMX registrieren sich täglich rund 25.000 E-Mail-Anwender neu. "Wir sind sicher, dass der Trend zur E-Mail nach wie vor ungebrochen bleibt und E-Mail auch in Zukunft das wichtigste Kommunikationsmedium im Internet bleiben wird", prognostiziert Tion Anic, Chef der Portal-Anwendungen von GMX und WEB.de, beide sind Teil des Unternehmens United Internet, zu dem auch 1&1 gehört. Anic kündigt an, dass die E-Mail-Kommunikation künftig sicherer wird - "aus diesem Grund beteiligen wir uns am De-Mail-Pilotprojekt der Bundesregierung in Friedrichshafen" - und dass sich die E-Mail-Kommunikation künftig verstärkt über mobile Devices abspielen wird. Darüber hinaus: "Wir werden unsere E-Mail-Angebote dahingehend entwickeln, dass die Mail-Postfächer zur Kommandozentrale im Internet werden, an deren Punkt die gesamte Kommunikation, auch aus sozialen Netzwerken, gebündelt wird." Stichwort Single Sign On: einmal anmelden und damit auch andere registrierungspflichtige Dienste nutzen.