
Lässt Microsoft-Chef Steve Ballmer Tochterfirmen gegen Google klagen?© Paul Sakuma/AP
Auch der Dauerkrach zwischen Google und Microsoft schwelt weiter. Ausgangspunkt sind dieses Mal kurioserweise unbezahlte Rechnungen eines kleinen Google-Kunden. Die unbekannte Internetfirma schuldet dem Suchmaschinen-Primus 335.000 Dollar für Werbeanzeigen. Google reichte Klage ein und bekam eine Antwort, die das Unternehmen - wie es das "Wall Street Journal" vor einigen Tagen formulierte - nie erwartet hätte.
Denn prompt flatterte Google eine 24-seitige Wettbewerbsklage ins Haus, die der Suchmaschine in mehreren Punkten den Missbrauch ihrer Marktführerschaft vorwirft - abgeschickt von der Großkanzlei Cadwalader, Wickersham & Taft. Es komme nicht jeden Tag vor, dass eine große Kanzlei aus Washington wie Cadwalader sich in eine Inkassoklage in Ohio einmischt, stellte Google trocken fest.
Der Verdacht: Microsoft steckt dahinter. Das "Wall Street Journal" nannte es einen "Stellvertreterkrieg", der da vom Zaun gebrochen worden sei. "Es ist klar, dass unsere Wettbewerber Gerichtsdokumente in aller Welt durchforsten, um dann selbst in die Klagen gegen Google einzusteigen", sagte ein Sprecher des Internetkonzerns. Ziel sei es letztlich, Informationen für eine breit angelegte Wettbewerbsklage zu sammeln. Microsoft wies den Verdacht, dass der Software-Konzern hinter den Klagen steckt, als Unsinn zurück.