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Abmahner machen Jagd auf Film-Streamer

Der Streamingdienst Popcorn Time lockt mit kostenlosen Hollywood-Blockbustern und Top-Serien. Doch die Plattform ist illegal - und Nutzer bekommen immer häufiger Post vom Abmahnanwalt.

Von Christoph Fröhlich

  Post vom Anwalt: Nutzer der Streamingplattform Popcorn Time bekommen immer häufiger Abmahnungen zugeschickt

Post vom Anwalt: Nutzer der Streamingplattform Popcorn Time bekommen immer häufiger Abmahnungen zugeschickt

Filme schauen, wann man will, kostenlos und ohne nervige Wartezeit: Damit lockt der Streamingdienst Popcorn Time. Auf der Film-Plattform gibt es neben den neuesten Episoden von Serien wie "Game of Thrones" oder "The Big Bang Theory" auch viele Klassiker der Filmgeschichte, auf Wunsch sogar in Full-HD im Originalton. Popcorn Time startete mit viel Tamtam im vergangenen März, mittlerweile gibt es den Dienst in 44 Sprachen für alle gängigen Betriebssysteme.

Was viele Nutzer jedoch nicht wissen: Popcorn Time ist illegal. Wer mit der Software Filme anschaut, macht sich strafbar. Denn anders als etwa Netflix basiert das Programm auf dem sogenannten Torrent-Netzwerk. Im Gegensatz zu klassischen Streams nutzt die Torrent-Technik zusätzlich den Upload der eigenen Internetleitung, um die Datei oder Teile von ihr anderen Usern zur Verfügung zu stellen. Das heißt im Klartext: Wer illegales Material herunterlädt, stellt es somit auch gleichzeitig anderen Nutzern zur Verfügung.

Abmahnwelle wegen Popcorn Time

Diesen Umstand macht sich auch die Abmahnkanzlei Waldorf Frommer zunutze. Zu ihren Mandanten gehören Hollywood-Flaggschiffe wie Twentieth Century Fox ("X-Men"-Reihe), Warner Brothers ("The Lego Movie") und deutsche Rechteinhaber wie Tele München oder Universum Film. Die Kanzlei mahnt überwiegend Urheberrechtsverletzungen wegen aktuellen Kinofilmen und Fernsehserien wie "Family Guy", "Modern Family" und "Homeland" ab.

"Aktuell schätzen wir, dass jede zweite Abmahnung aus München auf die Nutzung von PopCorn Time zurückzuführen ist. Für diesen Monat bedeutet dies, dass mehr als 150 Abmahnungen auf die Nutzung der umstrittenen App zurückzuführen sind", erklärt der Berliner Rechtsanwalt Johannes von Rüden. In den Abmahnschreiben werden von Anschlussinhabern durchschnittlich 815 Euro gefordert. Zudem verlangen die Münchener Rechtsanwälte die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung.

Das klassische Filesharing sei laut Rechtsanwalt von Rüden rückläufig. In letzter Zeit würden sich stattdessen Abmahnungen aufgrund der Nutzung gemischter Systeme wie Popcorn Time häufen.

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