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Surfer mit Tarnkappe

Seit diesem Jahr wird ein halbes Jahr gespeichert, wer sich wann ins Internet eingewählt hat. Mit der Anonymität im Netz ist es dennoch nicht vorbei - es gibt Dienste, die fast unsichtbar machen.

Wer ab diesem Januar im Internet die Webseite seines Arztes besucht, eine E-Mail an seinen Abgeordneten schreibt oder seine eigene Mail abruft, der kann nicht mehr damit rechnen, dass das eine private Sache bleibt. Denn das zum Jahresbeginn in Kraft getretene "Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung" schreibt allen Internetzugangsanbietern vor, ein halbes Jahr lang auf Vorrat zu speichern, wann ihre Kunden mit welchem Computer im Internet unterwegs waren und wann sie E-Mail gelesen oder verschickt haben. Wohlgemerkt wird bei der "Vorratsdatenspeicherung" nicht der Inhalt der Mail gespeichert oder welche Websites der Kunde besucht hat - aber die sogenannte IP-Adresse. Das ist eine eindeutige Zahlenfolge, die jeder Computer erhält, der ins Internet geht. Sie ist wie ein Fingerabdruck, den jeder Surfer hinterlässt. Jede IP-Adresse existiert nur ein einziges Mal, jede Website wiederum kennt die IP-Adressen ihrer Besucher - Strafverfolger können also durch einen simplen Abgleich schnell die Identität des Users herausfinden, der ein bestimmtes Angebot im Netz genutzt oder E-Mails abgerufen hat - und das rückwirkend bis zu einem halben Jahr.

Zugriff auf die Daten haben Strafverfolger bei "erheblichen oder mittels Telekommunikation begangenen Straftaten", Privatleute sollen nicht an die gespeicherten Informationen herankommen - obwohl gerade die Film- und Musikindustrie ein großes Interesse daran hat, die Identitäten von Raubkopierern aufzudecken. Mit der Anonymität im World Wide Web ist es nun vorbei. Denn auch wer online nichts Illegales vorhat, wird überwacht: Die persönlichen Daten werden auf Vorrat gespeichert, und das nicht wegen eines konkreten Verdachts - sehr zur Kritik von Datenschützern. "Wir verlieren immer mehr die Kontrolle über unsere Daten", sagt auch Jens Kubieziel, Autor des Buches "Anonym im Netz", "niemand würde uns im Supermarkt nach unserem Namen fragen. Und auch einer Bekanntschaft im Café erzähle ich nur so viel über meine Identität, wie ich mag. Nur im Internet bestimmen wir das nicht selbst.

Jeder hat etwas zu verbergen

Wenn sich jemand im Netz anonym bewegen will, heißt das ja nicht gleich, dass er eine Straftat begehen möchte. Schlichtweg jeder hat etwas zu verbergen - und seien es nur persönliche Vorlieben beim Einkauf, die Firmen für Werbung nutzen können. Wer beim Surfen mehr Kontrolle über seine Daten und seine Identität haben möchte, für den gibt es verschiedene Lösungen. Allen gemeinsam ist leider, dass sie den Spaß am Internet schmälern. Zum Beispiel, weil sie bestimmte Internetfunktionen ausschalten, die zwar bequem sind beim Onlineshoppen, aber auch persönliche Daten ausplaudern. Weiterer Nachteil: Sie machen das Surfen im Internet recht mühevoll. So werden beim empfehlenswerten Anonymisierungsdienst TOR (siehe Grafik), der die eigene IP-Adresse hinter vielen fremden Rechnern versteckt, Websites oft nur recht langsam angezeigt. Der Zugang zum Tor-Netzwerk lässt sich einfach durch kostenlose Programme wie Tor-Park oder Vidalia herstellen (siehe Artikel "Hier surft wer, den Du nicht siehst"), die sich auch noch leicht an- und ausschalten lassen. Surfer sollten´dann trotz Tarnkappe eins bedenken, sagt Jens Kubieziel: "Wer sorglos irgendwo seinen echten Namen angibt, kann den ganzen Aufwand auch sein lassen."

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