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"Bin ein strohdummer Nazi": So genial enttarnte Anonymous rechte Hetzer auf Facebook

Als das Foto eines angeblichen Handy-Gutscheins für Flüchtlinge im Internet auftauchte, war das ein gefundenes Fressen für die Wutbürger. Fleißig teilten sie das Bild auf ihren Timelines – doch plötzlich veränderte sich der Inhalt.

Handy-Gutscheine für Flüchtlinge? Viele Facebook-Nutzer glaubten tatsächlich daran.

Handy-Gutscheine für Flüchtlinge? Viele Facebook-Nutzer glaubten tatsächlich daran.

Mit einem wahrlich genialen Trick hat das Hackerkollektiv Anonymous "besorgten Bürgern" ein Nazi-Bekenntnis auf die Facebook-Timeline gezaubert – und die rechten Hetzer ganz schön dumm dastehen lassen. Zurück zum Anfang: Alles begann damit, dass im Internet vor einigen Tagen ein Bild eines vermeintlichen Gutscheins der Stadt Chemnitz auftauchte, der Flüchtlingen ein Handy im Wert von 200 Euro versprach. Wie, schon wieder sollen die was geschenkt bekommen?, dachten sich da wohl so einige Wutbürger – und teilten das Foto fleißig auf Facebook. Blöd nur, dass sich der Eintrag am Samstag auf einmal veränderte.

Statt dem angeblichen Handy-Gutschein stand nun auf der Timeline: "Ich bin ein strohdummer Nazi. Ich verbreite Hetze über das Internet und teile sämtlichen Dreck ohne Überprüfungen!"

Was war passiert? Anonymous hatte den Gutschein gefälscht und im Internet verbreitet. Wer genau hingesehen hätte, hätte den Fake womöglich auch erkannt, zumindest stutzig werden müssen. Auffällig war zum Beispiel, dass der Umschlag, auf dem der Gutschein lag, den Spruch "Das Problem heißt Rassismus" trug. Doch das wollte anscheinend niemand wahrnehmen.

Stattdessen fielen unzählige Nutzer auf den Trick rein. Auf dem Profil eines bekennenden Anonymous-Mitglieds, das sich Micha Gerlach nennt, ist das dokumentiert: Er veröffentlichte einige der Hasskommentare, die in Zusammenhang mit dem gelben Gutschein fielen – und stellte rechte Hetzer damit öffentlich an den Pranger. "So sieht das aus wenn man von Vollidioten regiert wird, als nächstes kommt der Gutschein für den Führerschein", "Einfach nur Sozialschmarotzer", "Eine bodenlose Unverschämtheit gegenüber dem deutschen Volk!", hieß es da.

Clausnitz war der Auslöser

"Nach der Aktion in Clausnitz musste eine Antwort her. Diese bekommen die Deppen nun in Form unserer Aktion. Haben euch eure Eltern keinen Anstand beigebracht?", schrieb Gerlach als Begründung für die Aktion. "Wir hoffen, ihr werdet für so viel Dummheit von jedem Bekannten / Verwandten / Arbeitskollegen verspottet und ausgelacht! Widerliches Rassistenpack!" 

Deutschlands wütenden Bürgern dürfte das sehr peinlich gewesen sein - vielleicht ist es für sie mal ein Anlass, das eigene Verhalten zu überdenken.

kis
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